40 Jahre Freunde des Klosters Hude

Hoher Besuch schreitet durch neue Tür

Die große Geburtstagsparty zum 40-jährigen Bestehen der „Freunde des Klosters Hude“ musste wegen der Corona-Pandemie zwar verschoben werden. Hochrangigen Besuch empfing der Verein dennoch.
07.06.2020, 17:39
Lesedauer: 4 Min
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Von Britta Buntemeyer

Die Tür zur Vergangenheit, sie öffnet sich wieder. Weiter, zentraler, freundlicher und ohne jegliche Hindernisse. Die „Freunde des Klosters Hude“ haben es geschafft: Zum 40-jährigen Jubiläum ihres Vereins ist der neue Eingangsbereich des Klostermuseums fertig, die ersten Schritte im Masterplan für die Modernisierung des Klosterareals getan. Eigentlich hätten am Sonntag die geladenen Gäste einer geplanten Festveranstaltung zum Jubiläum gemeinsam durch die neue Tür schreiten sollen. Doch aufgrund von Corona ist in diesem Jahr eben vieles anders als sonst. Das große Fest musste zwar verschoben werden, hohen Besuch gab es dennoch. Die Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (CDU), Björn Thümler, niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, der dänische Botschafter Friis Arne Petersen, Uwe Meiners, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, sowie Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew waren für einen Rundgang vor Ort, um sich gemeinsam mit Vereinsvertretern ein Bild von der Neugestaltung des Museums zu machen. Doktorand Thomas Heidorn gab einen Einblick in die Ausstellung "Ein frey und offen Landt“ – die Dänisch-Oldenburgische Personalunion 1667-1773.

„Es läuft ausgesprochen positiv“, freute sich Klaus Rademacher, Vorsitzender der „Freunde des Klosters Hude“, in seiner Begrüßung. 18 000 Euro hatte die Oldenburgische Landschaft dem Verein auf Antrag bereits bewilligt. Damit konnten die ersten Arbeiten in Angriff genommen werden. So wurde der Eingangsbereich von der Seite an die Front zur Von-Witzleben-Allee verlegt, der Vorplatz mit barrierefreiem Zugang gestaltet, ein Informations- und Kassentresen sowie ein Museumsladen am Eingang eingerichtet und ein Zutrittskontrollsystem eingebaut.

Auch die Dauerausstellung wird mit den Fördermitteln neu gestaltet. Insgesamt sollen 420 000 Euro in die komplette Museumssanierung fließen, weitere Anträge sind geplant, Unterstützung von Sponsoren, der Gemeinde Hude und des Landkreises bereits vorhanden. „Wir haben noch keinen Widerstand gespürt“, so Rademacher, der mit Astrid Grotelüschen aus dem Bundestag und Björn Thümler aus dem Landtag stellvertretend gleich zwei weitere Geldgeber für den Masterplan Klosterareal begrüßen konnte. Bund und Land teilen sich die Kosten in Höhe von 520 000 Euro für die Sanierung des Klosterruine, mit der am 25. Mai bereits begonnen wurde und die Ende des Jahres fertig sein soll.

„Sie können wirklich stolz auf das hier sein“, erklärte Meiners gegenüber Bürgermeister Lebedinzew und würdigte auch den besonderen Einsatz der Vereinsmitglieder. „Ohne bürgerschaftliches Engagement geht es nicht“, betonte der Vertreter des Landschaftsverbandes, der Kultur und Wissenschaft initiiert und fördert. „Aber wir spüren auch einen Willen in der Landesregierung, für Kultur einzustehen.“ Die Oldenburgische Landschaft werde alles tun, um den Werdegang des Klosterareals weiter zu unterstützen. Unterstützen möchte weiterhin auch die Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen, die das „herausragende Engagement“ und die „besondere Leistung“ des Vereins auf ehrenamtlicher Basis lobte. Um das klösterliche Kleinod als Teil des Landkreises Oldenburg noch mehr in die Öffentlichkeit zu tragen, wünscht sie sich, dass es als touristischer Anziehungspunkt noch besser präsentiert und vermarktet wird. Das Klostermuseum allein zählte im vergangenen Jahr 5700 Besucher. Ein großes Potenzial stecke auch in der besonderen Beziehung zu Dänemark, schließlich sei Deutschland das Top-Reiseland der nordischen Nachbarn.

Die enge deutsch-dänische Verbindung, die vor allem historisch und kulturell verwurzelt ist, stellte auch der Botschafter des Königreichs, Friis Arne Petersen, heraus. 100 Jahre nach der Grenzziehung wird in diesem Jahr das Deutsch-Dänische Freundschaftsjahr gefeiert. Bemerkenswert sei die Tatsache, dass die Grenze trotz des Zweiten Weltkriegs nicht wieder verändert wurde, erklärte Petersen, der erstmals in Hude zu Besuch war und dabei die Wichtigkeit der Bewahrung von Geschichte hervorhob. Auch das ehemalige Zisterzienserkloster pflegt eine gemeinsame Vergangenheit mit Dänemark, als 230-jährige Grablege der Grafen von Oldenburg und damit der Vorfahren der dänischen Könige, mit der Dänisch-Oldenburgischen Personalunion 1667-1773 und dem Besuch des dänischen Königs Christian V. bei seinem Verwalter Kurt Veit von Witzleben im Jahr 1681 in Hude.

Als „Bauwerk von nationaler Bedeutung“ mit einer bewegten Historie hob Lebedinzew das Klostergelände hervor, wobei im Laufe der 40-jährigen Geschichte des Vereins „Freunde des Klosters Hude“ jeder Vorstand neue Schätze geborgen und Stufen aus der Vergangenheit hervorgebracht habe. Das solle auch weiterhin geschehen, um das Areal mitsamt seiner 800-jährigen Geschichte und allen damit verbundenen Emotionen in die Zukunft zu führen. Als „identitätsstiftend“ betitelte Björn Thümler das Relikt der Zisterzienserabtei und als Teil der europäischen Geschichte. Zur Kernaufgabe der Kulturarbeit gehöre daher auch, dafür ein Bewusstsein zu schaffen. „Die Menschen haben mehr als sie glauben, das sie haben“, erklärte der Minister, „hier hat europäische Geschichte stattgefunden. Es ist nicht nur ein Haufen Steine, dahinter steckt eine tiefgehende und identitätsstiftende Bedeutung.“

Und in diese Geschichte mit allen wichtigen Facetten können die Besucher des Klostermuseums nun wieder regelmäßig eintauchen, unter Beachtung des Corona-Regeln. Geöffnet ist sonnabends, sonntags sowie feiertags von 15 bis 17 Uhr.

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