Fußball-Bezirksliga

Gesamtprojekt beim FC Hude überzeugt Nikolai Klein

Der neue Trainer der 1. Herren zeigt sich von den Rahmenbedingungen in Hude angetan und will die weitere Entwicklung des Vereins mitgestalten. Wichtig ist für ihn die Verzahnung von Jugend- und Herrenbereich.
13.04.2021, 16:15
Lesedauer: 4 Min
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Gesamtprojekt beim FC Hude überzeugt Nikolai Klein
Von Justus Seebade
Gesamtprojekt beim FC Hude überzeugt Nikolai Klein

Das Waldstadion ist die Heimstätte des FC Hude. Hier möchte der neue Herren-Coach Nikolai Klein mit seinem Team in der kommenden Saison angreifen.

INGO MÖLLERS

Nikolai Klein hat in seiner Trainer-Laufbahn ohne Zweifel schon einiges gesehen und erlebt. Assistent bei der U15 des SV Werder Bremen, Trainer des TuS Komet Arsten in der Bremer Landesliga sowie der Regionalliga-A-Junioren des Vereins und Trainer des VfL 07 Bremen, ebenfalls in der Landesliga – so lauteten die Stationen, bevor Nikolai Klein im Jahr 2020 zum FC Hude wechselte. Bemerkenswert dabei ist, dass er im Alter von 31 Jahren auf diese Vita verweisen konnte. Obendrein hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits die DFB-Elite-Jugend-Lizenz und die A-Lizenz erworben, seit Januar 2019 ist er zudem Mitglied im Bund Deutscher Fußball-Lehrer.

Auf den ersten Blick mag es da etwas verwunderlich erscheinen, dass Nikolai Klein sich im vergangenen Jahr dafür entschied, zum FC Hude zu wechseln und dort „nur“ die auf Kreisebene aktiven A-Junioren zu übernehmen. Bis dahin hatte er auf diesem Niveau noch keine Mannschaft trainiert. Doch letztlich war es genau dieser Aspekt, der ihn reizte. „Für mich war es tatsächlich in dem Moment eine spannende Herausforderung“, sagt der mittlerweile 32-Jährige.

Nikolai Klein ist Mitglied im Bund Deutscher Fußball-Lehrer. Er übernimmt die A-Junioren des FC Hude.

Nikolai Klein

Foto: FR

Sportlich sei es natürlich erst mal etwas ganz anderes gewesen als zuvor, doch das störte ihn keineswegs. „Für mich war der Anreiz, Fußballern, die auf Kreisliga-Niveau agieren, den Spaß zu vermitteln und sie weiterzuentwickeln“, erklärt Klein seine Motivation. Dass die Saison 2020/21 aufgrund des coronabedingten Abbruchs ziemlich kurz ausfallen würde, konnte natürlich auch er nicht erahnen. Dennoch habe er viel mitgenommen, „das macht man immer, egal auf welchem Niveau“, betont Klein.

Zur kommenden Spielzeit übernimmt er in Hude eine neue Aufgabe. Klein ist dann für die 1. Herren verantwortlich, sprich für einen Bezirksligisten. Die Perspektive, dass er das Team irgendwann mal trainieren könnte, sei bei seinem Wechsel zum FCH schon ein Thema gewesen. Nachdem sich der Klub und Ex-Coach Lars Möhlenbrock getrennt hatten, seien die Vereinsverantwortlichen auf ihn zugekommen. „Wir haben sehr gute Gespräche geführt“, berichtet Klein. Es ging darum, wo die Mannschaft hinwill, welche Entwicklung angestrebt wird – und die Vorstellungen des Vereins hätten mit seinen eigenen übereingestimmt.

Verzahnung von Jugend und Herren

Ein zentrales Anliegen bildet demnach die Verzahnung von Jugend- und Herrenbereich. Klein möchte viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs hochziehen und in die erste Mannschaft integrieren. „Das ist ein Thema, das mir persönlich ganz wichtig ist und auf das wir in den nächsten Jahren setzen müssen. Es soll ein fester Bestandteil werden, dass wir Spieler aus der eigenen Jugend rekrutieren können“, erläutert der neue FCH-Coach. Für eine ausgewogene Mischung seien aber auch erfahrene Akteure notwendig. Klein strebt „einen guten Mix“ an.

Optimistisch stimmt ihn diesbezüglich, dass die Huder sich im Jugendbereich immer professioneller aufgestellt haben. Ex-Werder-Profi Hans-Jürgen Gundelach, über den der Kontakt zwischen Klein und dem FC zustande kam und der zuletzt die B-Junioren betreute, steht künftig bei den A-Junioren an der Seitenlinie. Bei den B-Junioren folgt auf ihn Norbert Hübner, der Inhaber der Elite-Jugend-Lizenz ist und von 2001 bis 2018 Trainer im Leistungszentrum von Werder Bremen war. „Ich glaube, dass da gute Schnittstellen sind, um für die Zukunft eine stabile Entwicklung hervorzurufen. Daher bin ich vom ganzheitlichen Projekt überzeugt“, hält Klein fest.

Zu diesem ganzheitlichen Projekt gehören für ihn auch die Rahmenbedingungen in Hude. Als Beispiele nennt er den Kunstrasenplatz oder den geplanten weiteren Ausbau der Infrastruktur, etwa mit einer neuen Flutlichtanlage und dem Umbau der Kabinen im Waldstadion. Zudem stimme die persönliche Ebene. „Ich habe einen absolut positiven Eindruck, weil ich merke, dass hier ganz viele engagierte Menschen tätig sind, die aus meiner Sicht eine hohe Verbundenheit mit dem Verein haben“, berichtet Klein. Sie wollten in Hude „aktiv was bewegen“.

Klare Spielphilosophie als Ziel

Zu den sportlichen Zielen mit seiner neuen Mannschaft kann sich der 32-Jährige zu diesem Zeitpunkt verständlicherweise noch nicht konkret äußern. Schließlich ist momentan kein Training möglich, die einzelnen Akteure konnte Klein noch nicht richtig kennenlernen. Grundsätzlich peilt er eine klare Spielphilosophie an und will herausarbeiten, wie mit und wie gegen den Ball gespielt werden soll. Außerdem solle das Team zusammenwachsen. „Das sind für mich die ersten Schritte“, sagt der Coach, der seine aktive Laufbahn auf dem Platz von der Jugend bis zu den Herren beim TuS Komet Arsten verbrachte. Danach wechselte er im Jahr 2012 zu OT Bremen in die Bremen-Liga, um dort noch mal den nächsten Schritt zu machen. Doch eine Verletzung an der Patellasehne bremste ihn aus und zwang ihn letztlich zum Aufhören.

Dann war relativ schnell klar, dass Klein gerne als Trainer tätig sein möchte. In Arsten hatte er schon immer Aufgaben im Jugendbereich übernommen. Im Jahr 2013 ergab sich für ihn schließlich „eine sehr gute Möglichkeit“, ins Nachwuchsleistungszentrum des SV Werder zu wechseln. Dort entwickelte er laut eigener Aussage den Ehrgeiz, seine Lizenzen zu erwerben, und sammelte viele Eindrücke als Coach.

Mit seiner Tätigkeit sei er nach wie vor absolut zufrieden. „Es macht mir viel Freude, mit den Jungs auf dem Platz zu stehen. Das ist auch das, was man momentan als Ausgleich total vermisst“, bemerkt Klein, der nun die Entwicklung beim FC Hude begleiten und mitgestalten möchte. Hierfür bringt er seine Trainer-Erfahrung gerne ein – ohne sich etwas darauf einzubilden. „Ich bin nie der Meinung, dass ein guter Trainer der ist, der eine höhere Lizenz hat. Entscheidend ist für mich, dass man sich auf die jeweilige Mannschaft einstellt, die Spieler fördert und weiterbringt. Das ist in Hude eine attraktive Aufgabe“, meint Klein.

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Thies Hermann ist erster Neuzugang

Der FC Hude hat den ersten Neuzugang für die kommende Saison in der Fußball-Bezirksliga bekannt gegeben. Thies Hermann kommt vom VfL Stenum aus der A-Junioren-Landesliga zurück nach Hude. Er spielte acht Jahre für den FCH, bis er 2018 in die B-Jugend des VfL wechselte, mit der er direkt in die Landesliga aufstieg. „Thies ist ein absoluter Wunschspieler. Er hat sehr gute Eigenschaften im defensiven Bereich und bringt das Potenzial mit, einmal Leistungsträger bei uns zu werden. In der Hinrunde wird es aber erst einmal darum gehen, Erfahrungen im Herrenbereich zu sammeln. Das neue Trainerteam um Nikolai Klein wird ihn dabei unterstützen. Er soll sich bei uns weiterentwickeln und sein Potenzial, welches zweifelsohne vorhanden ist, weiter ausbauen. Wir freuen uns sehr, Thies wieder in der FC-Familie begrüßen zu dürfen“, lässt Ralf Buß, Sportlicher Leiter des Teams, via Pressemitteilung verlauten.

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