Fußball-Bezirksliga

FC Hude holt einen Hochkaräter

Der FC Hude hat Kenneth Eze verpflichtet. Der 22-Jährige wurde in der U19 des 1.FC Magdeburg ausgebildet, hat Oberligaerfahrung und spielte zuletzt drei Jahre mit einem Fußballstipendium in den USA.
05.07.2020, 14:28
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
FC Hude holt einen Hochkaräter
Von Michael Kerzel
FC Hude holt einen Hochkaräter

Kenneth Eze (rechts) spielte 2017 kurzzeitig für den TV Jahn Delmenhorst. Wenig später nahm er ein Fußball-Stipendium aus den USA an und lief dort drei Jahre für das Calumet College of St. Joseph in Chicago auf.

INGO MÖLLERS

Hude. Kenneth Eze wird ab der kommenden Spielzeit seine Fußballschuhe für den FC Hude schnüren. Der 22-Jährige spielte in den vergangenen drei Jahren für das Calumet College of St. Joseph in Chicago. Auf der Facebook-Seite des FCH steht er Rede und Antwort und erklärt, warum er sich für den Bezirksligisten entschieden hat.

Eze wurde in Oberhausen geboren und begann dort auch mit dem Kicken. Als er sieben Jahre alt war, zog seine Familie nach Norddeutschland. Noch in der Jugend wagte er den Schritt in Richtung professionellen Fußball. „Ich bin mit 17 Jahren von zu Hause ausgezogen und zum 1. FC Magdeburg gegangen. Das war meine erste große Station. Von der U19 bin ich dann zum FC Anker Wismar gewechselt“, berichtet er. Dort erzielte er in zehn Spielen in der Oberliga Nordost ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Nach einem kurzen Zwischenstopp beim TV Jahn ging es für ihn drei Jahre in die USA. „Ich hatte ein Fußballstipendium in Chicago, habe also mit meiner Uni gegen andere Unis gespielt“, teilt er mit.

In seiner Zeit in Magdeburg lernte er seinen Berater kennen, dieser stellte den Kontakt in die Vereinigten Staaten her. „Er selbst hatte dort Erfahrungen machen können und mir davon erzählt. Dann musste ich für die Bewerbung einige Eignungstests machen und ein Highlight-Video von meinen besten Szenen als Fußballer einschicken. Eines Tages bekam ich dann den Anruf aus Chicago, dass ich ein Stipendium erhalte“, erzählt Eze. In der „Windy City“ ging es professionell zu. „Dort war dann jeden Tag Fußballspielen und Studieren auf dem Plan. Der Tagesablauf war immer gleich: 5.45 Uhr aufstehen, 6.30 Uhr zum Training, danach nach Hause, frühstücken und von 8 bis 15 Uhr zur Schule. Nach der Schule dann ins Gym zum Extratraining. Hausaufgaben, studieren, lernen – das alles natürlich auch noch neben dem Fußball“, schildert Eze seine Erfahrungen.

Der Anfang in den USA lief alles andere als glatt. „In meinem ersten Jahr als Freshman kam ich wegen Papierproblemen erst drei Wochen später an als alle anderen. Dadurch musste ich mich erst mal herankämpfen an die Mannschaft. Das hat so circa eine halbe Saison gebraucht“, erinnert sich der 22-Jährige. Doch der gebürtige Oberhausener erhielt seine Chance und nutzte sie. „Ich durfte von Anfang an spielen und habe in diesem Spiel sofort zwei Tore geschossen“, sagt Eze. Von diesem Zeitpunkt an stand er in der Startelf. „Im zweiten und dritten Jahr war ich dann jeweils Torschützenkönig in meiner Mannschaft. In meinem Team lief es also sehr gut für mich. Die Qualität dort war so zwischen U19-Regionalliga und U19-Bundesliga würde ich sagen, wobei die Mannschaften mit den europäischen Trainern dabei meist etwas besser organisiert waren als die Teams mit einheimischen Trainern. Das Gleiche galt auch für die Spieler. Je mehr Europäer im Team, desto besser waren die Mannschaften“, ordnet Eze ein.

Mittlerweile kommt der 22-Jährige in das siebte Semester im Bereich Businessmanagement und Psychologie. Dazu ist er nach Oldenburg gezogen. Doch warum hat er sich für den FC Hude entschieden? „Eine lustige Geschichte: Ich hatte den FC Hude irgendwie im Gefühl, seit ich das erste mal wieder von dem Verein gehört hatte“, sagt Eze. In der Folge sprach er mit befreundeten Fußballern aus der Region. „Da wurde mir der FC Hude vorgeschlagen. Diese Freunde haben mir dann ein bisschen erzählt, was der Verein so macht und das der FC ein guter Klub ist. Daraufhin habe ich einen Freund angeschrieben, der beim FC Hude gespielt hat, und so kam der Kontakt zustande. Nach einem Gespräch und einem Treffen, bei dem mir die Anlage gezeigt und mir noch mal erzählt wurde, was der FC Hude vorhat und wofür der Verein steht, habe ich mich schnell dazu entschieden, die Herausforderung anzunehmen. Ich kann mich sehr gut mit der Ausrichtung des FC identifizieren und möchte dabei helfen, die Ziele zu erreichen“, erklärt Eze.

Er visiere an, so sagt er, sich als Fußballer weiterzuentwickeln und besser zu werden. „Ich habe mir auch ein Ziel für die Anzahl an Toren und Vorlagen gesetzt, das werde ich hier aber noch nicht preisgeben. Natürlich möchte ich damit der Mannschaft so gut es geht helfen. Außerdem werde ich versuchen, meine bisher gemachten Erfahrungen mit einzubringen und auch Verantwortung zu übernehmen“, blickt er voraus. Er sei zwar selbst noch ein junger Spieler, aber durch seine Stationen könne er den noch jüngeren Spielern ein wenig helfen, im Herrenbereich anzukommen. „Am besten funktioniert es aber immer, wenn meine Leistung stimmt und ich Tore und Vorlagen beisteuern kann. Einen Tabellenplatz kann ich ebenfalls nur schwer vorhersagen, aber sicher ist, dass wir in der nächsten Saison besser dastehen möchten als in der jetzt abgelaufenen. Es wäre schön, wenn wir in der oberen Tabellenhälfte mithalten könnten“, sagt der 22-Jährige.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+