Fußball SV Baris gewinnt Pokalspiel beim FC Hude und zieht in zweite Runde ein

In einem spektakulären Zweitrundenmatch des Bezirkspokals hat der SV Baris Delmenhorst beim FC Hude die Oberhand behalten. Acht, teilweise sehr schöne, Treffer fielen am Mittwochabend.
11.08.2022, 12:37
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SV Baris gewinnt Pokalspiel beim FC Hude und zieht in zweite Runde ein
Von Michael Kerzel

Acht Tore sahen die Zuschauer in der zweiten Bezirkspokalrunde in der Partie zwischen dem FC Hude und dem SV Baris Delmenhorst. In dem schnellen und fairen Spiel setzten sich die Delmenhorster auf dem Kunstrasenplatz an der Halle am Huder Bach mit 5:3 (3:2) verdient durch. Die Huder fabrizierten schlicht mehr und gröbere Fehler, während Baris die stabilere Leistung zeigte.

Nach einer etwas zehnminütigen Abtastphase waren es die Gastgeber, die zunächst trafen: Eine Ecke verlängerte Hudes Abwehrchef Torben Hellemann am kurzen Pfosten, sodass Hendrik Ramke aus kurzer Distanz zum Abschluss kam, jedoch nur die Latte traf. Niklas Reich staubte mit dem Kopf zum 1:0 ab (11.). Die Baris-Defensive stand gleich mehrfach zu weit weg und schaltete zu langsam. In der Folge vergaben beide Teams Chancen: so bekam Hude-Torwart Timo Hertlein seinen Fuß gerade noch an einen Querpass von Dennis Kuhn heran – der im ersten Durchgang auf der Sechs spielte – und spitzelte diesen zu Tolga Caki, der beim Nachschuss jedoch zu lange brauchte (26.). Auf der Gegenseite behielt Orhan-Can Karakaya die Oberhand im Eins-gegen-eins, nachdem sich Ramke das Leder etwas zu weit vorgelegt hatte (32.).

Hude verliert den Faden

In der ersten halben Stunde hatte Hude die Partie weitestgehend unter Kontrolle, verlor diese dann jedoch komplett. "Das hatten wir in der bislang ja recht kurzen Saison schon häufiger: Wir werden in der ersten Halbzeit fahrig. Wir haben da zu viele ungezielte lange Bälle gespielt und Fehler im Aufbau gemacht und Baris so eingeladen", sagte Hude-Coach Nikolai Klein. Zudem bemängelte er, dass seine Mannen die Gelegenheiten zum 2:0 nicht konsequenter ausspielten beziehunsgweise nutzen. Um die 1:0-Führung brachte die Huder der Innenverteidiger Thies Herrmann, der an der Außenlinie viel Zeit hatte, den Ball aber dennoch an Sinan Özutemiz verlor. Dieser lief daraufhin frei in den Strafraum ein und legte auf Mert Caki ab, der auch nicht wirklich attackiert wurde und mit links zum 1:1 einschob (35.).

Baris machte nun Druck, Hude schaute zu: Der sehr auffällige Can Colak, der vergangene Saison noch in er A-Jugend des JFV Delmenhorst spielte, schob immer wieder aus dem Mittelfeld an. Nach mehreren kurzen Pässen stand Özutemiz in der 37. Minute links im Strafraum frei, verzog jedoch. Nur eine Zeigerumdrehung später klärte die Abwehr einen Querpass von ihm in höchster Not zur Ecke. Diese spielte Baris kurz aus, sodass Mert Caki am kurzen Pfosten völlig frei stand, sich den Ball zurechtlegen und einschießen konnte – 2:1 für Baris (38.).

Wilde Schlussphase

Beide Teams rannten nun mit offenem Visier an, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen gegen den Ball stimmten überhaupt nicht mehr und so kam es wiederholt zu Überzahlsituationen. Zwei Treffer fielen noch vor der Pause: Zunächst nahmen Alexander Pelman und Karakaya Hudes Ramke in die Zange, woraufhin der insgesamt souveräne Schiedsrichter Pascal Gebken folgerichtig auf den Punkt zeigte. Karakaya war am Flachschuss von Ingmar Peters zwar noch dran, verhinderte das 2:2 jedoch nicht (44.). Mert Caki mit seinem dritten Tor stellte die Führung postwendend wieder her. Erneut fehlte bei Hude bei einer Ecke die Zuordnung. Die lange Variante landete bei Kuhn auf der gegenüberliegenden Seite, der hart in die Mitte flankte, wo Mert Caki zum 3:2 einköpfte (45.).

Baris stellte gegen die Dreier-Sturmreihe der Huder nach der Pause auf eine Viererkette um, kassierte aber dennoch schnell den Ausgleich. Einen hohen und sehr lange in der Luft stehenden Ball von Cüneyt Yildiz nahm Mirco Ruge am Fünfmeterraum volley und versenkte das Leder zum 3:3 (48.). Erneut dauerte es aber nicht lange, bis Baris zurückschlug: An der Strafraumkante spielte Cuma Caliskan einen gefühlvollen Lupfpass hinter die Abwehr. Dennis Kuhn, der strafstoßwürdig festgehalten wurde, blieb auf den Beinen und schoss zum 4:3 für die Gäste ins lange Eck (54.). Kuhn war nach der Umstellung wieder auf seine angestammte Position im Sturm gewechselt und hier an jedem Angriff beteiligt.

Torchancen auf beiden Seiten

Hude vergab mehrfach die Chance zum 4:4. Zunächst scheiterte Ramke nach einem Querpass von Luca Schneider erst mit dem Fuß und dann mit dem Kopf (62.), dann lenkte Karakaya einen Flachschuss von Lennart Erren zur Ecke (73.). Stattdessen fiel die Vorentscheidung. Murat Aruk schickte Kuhn, der sich mit seinem Tempo durchsetzte und das Leder an Hertlein vorbeispitzelte. Zana Ibrahim musste aus einem Meter nur noch das leere Tor anvisieren – 5:3 (78.).

Hude machte nun noch weiter auf, Baris vergab mehrere Überzahlsituationen durch ungenaue Pässe, doch der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr. "Das war insgesamt schon verdient. Wir haben eine gute Spielanlage gezeigt und mit wenig langen Bällen agiert. Zudem hat die Mannschaft eine gute Moral gezeigt und die vielen Umstellungen gut umgesetzt", bilanzierte Maik Hannebauer, der den verhinderten Coach Ceylan Balikci vertrat. Angetan zeigte er sich von den Neuzugängen, allen voran Colak: "Gerade in der zweiten Halbzeit, als er alleine auf der Sechs gespielt hat, war das richtig stark."

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