Galerie am Stall Hude Große Lyrik spannend gezeichnet

Außergewöhnliche zeitgenössische Kunst zu präsentieren, hat sich Galerist Frank L. Giesen zur Aufgabe gemacht. In seiner Galerie am Stall in Hude zeigt er ab Sonntag Werke des Künstlers Udo Rathke.
11.11.2021, 15:10
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Derke

Dem Huder Galeristen Frank L. Giesen gelingt es immer wieder, außergewöhnliche zeitgenössische Kunst in seiner Galerie am Stall in Kirchkimmen zu präsentieren. Auch die letzte Ausstellung des Jahres ist etwas ganz Besonderes. Gezeigt werden Udo Rathkes Zeichnungen „zu Hölderlin“. Die Vernissage findet am Sonntag, 14. November, ab 15 Uhr unter Einhaltung der 2G-Regel statt. In einem Gespräch zwischen dem Künstler und dem Galeristen werden die Zeichnungen erläutert. Peter Holz aus Bremen wird drei Gedichte aus der Feder von Friedrich Hölderlin vortragen.

Udo Rathke (66) hat die Zeit des Corona-Lockdown sehr kreativ genutzt. In seinem Atelier in Plüschow (Mecklenburg) beschäftigte er sich erneut intensiv mit klassischer Literatur, nachdem er zuletzt 2015 seinen viel beachteten Zyklus zu „Dantes Inferno“ präsentiert hatte. Diesmal stehen die Werke von Friedrich Hölderlin im Mittelpunkt. Rathke hat für diesen Zyklus Textzeilen aus Hölderlins Gedichten und aus seinem Roman „Hyperion“ als Grundlage genommen für seine Zeichnungen mit Grafit, Acryl und Ölkreide auf hochwertigem Büttenpapier.

Klang der Sprache

Die Textpassagen, von Hand geschrieben, sind dabei mehr als grafisches Element zu sehen. Der Künstler hat vor allen Dingen versucht, den Rhythmus und Klang der Sprache Hölderlins aufs Papier zu bringen. „Obwohl die Art und Weise seiner Arbeitsweise immer gleich ist, sind sehr abwechslungsreiche Werke entstanden. Das ist das Tolle“, sagt Galerist Giesen über Udo Rathke.

Die Ausstellung bietet Kunstfreunden die Gelegenheit, sich mit den Werken Hölderlins auf eine ganz besondere Weise auseinanderzusetzen. Rathke will in seinen Zeichnungen mit großer Ausdruckskraft und Ausstrahlung die Brüche, die Zerrissenheit und Lebensnot des Lyrikers aufzeigen. Er hat die Stimmung, die Hölderlins Zeilen bei ihm auslösten, gezeichnet. Mal in intensiven Farben, mal auch nur in Schwarz-Weiß.

Friedrich Hölderlin (1770-1843) wird als einer der bedeutendsten Lyriker seiner Zeit gesehen. Wer mehr über Hölderlin erfahren möchte, findet auch Bücher über den Lyriker, die die Huder Buchhändlerin Gerburg Schaller (Lesen & Mehr) auslegt. Udo Rathke präsentiert einen Katalog zur Ausstellung.

Matinee geplant

Die Ausstellung in der Galerie am Stall, Am Ebenesch 4, ist bis 12. Dezember zu sehen. Mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung. Ein Highlight wird am 1. Advent (28. November) geboten. Dann gebe es in der Scheune der Galerie ab 11 Uhr eine Matinee mit einer Hölderlin-Performance von vier Künstlern aus Bremen, verrät Galerist Giesen.

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