Weihnachtsgeschichten Träume im Dezember

Die Huder Autorin Inge Ried bringt ihr neues Buch „Dezemberträume“ mit zwölf Weihnachtsgeschichten heraus. Den Anstoß dazu gaben ihre beiden Enkelkinder.
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Von Kerstin Bendix-Karsten

Der Spekulatius und Lebkuchen in den Supermarktregalen sind die ersten Vorboten. Sie deuten es an: Nicht mehr ganz sechs Wochen bis zum ersten Advent und neun Wochen bis Heiligabend. Sicher wird es nicht mehr lange dauern, bis „Last Christmas“ – sowie „Alle Jahre wieder“ – aus den Radios ertönen und die Menschen in Weihnachtsstimmung versetzt. Bereits den ganzen Sommer über in einer solchen Stimmung war Inge Ried. „Mein Mann hat mich für verrückt erklärt, weil ich im Sommer Weihnachtslieder gesungen habe“, sagt sie. Doch sie tat dies aus gutem Grund: Die Huder Autorin hat an ihrem neuen Buch gearbeitet, das nun erschienen ist. Unter dem Titel „Dezemberträume“ sind zwölf kurze Weihnachtsgeschichten – zehn für Kinder und zwei für Erwachsene – mit kleinen Illustrationen auf 96 Seiten zusammengefasst, die die 59-Jährige in den vergangenen 29 Jahren geschrieben hat.

Den Anstoß zu diesem Buch hat die familiäre Situation gegeben. „Ich bin Oma von zwei Enkelkindern. Für sie wollte ich die Geschichten, die im Laufe der Zeit entstanden sind, in ein Buch bringen. Ich wollte ihnen etwas an die Hand geben“, erklärt Ried. Durch Corona, als ohnehin nur wenige Unternehmungen möglich waren, habe sie dann auch endlich die Zeit und Muße gefunden, das Buch fertig zu stellen. „Es war aber schon ungewöhnlich, an einem Weihnachtsbuch über den Sommer zu arbeiten“, gibt die Huderin zu.

„Es kann in der ganzen Welt spielen“

Eine Lieblingsweihnachtsgeschichte hat Inge Ried nicht. Jede habe etwas Persönliches und Privates. „Es hat rund herum mit mir zu tun“, sagt die 59-Jährige. Einen regionalen Bezug gibt es allerdings nicht. „Es kann quasi in der ganzen Welt spielen“, erklärt sie. Etwas ganz besonderes sind für die Huderin die beiden Geschichten, die in diesem Jahr entstanden sind. Denn diese hat Ried für ihre beiden Enkel geschrieben. Da diese noch sehr klein sind – zwei und ein halbes Jahr – habe sie die Geschichten aus der Fantasie heraus geschrieben. „Ich weiß natürlich noch nicht, wie es sein wird“, gibt sie zu. Aber so stellt sie sich es vor. Ebenfalls etwas Besonderes ist die Weihnachtsgeschichte, die die Huder Autorin 1991 geschrieben hat, in der Kinder den Weihnachtsmann suchen. „Die musste unbedingt mit in das Buch. Denn das war der Anfang. Es ist meine erste Weihnachtsgeschichte, mit der ich bei einem Wettbewerb den ersten Preis gewonnen habe“, sagt Ried. Zwischen den Geschichten finden sich neben kleinen Illustrationen, die sie selbst am Computer erstellt hat, auch Weihnachtslieder mit Noten. „So kann man mit den Kindern beim Vorlesen zwischendurch auch singen“, erklärt sie.

Egal, wann eine der zehn Geschichten für Kinder ab drei Jahren entstanden ist, wichtig war der Schriftstellerin beim Schreiben vor allem eines: „Der Zauber und die Faszination von Weihnachten muss darin erhalten bleiben.“ Anders sei dies hingegen bei den zwei Weihnachtsgeschichten für Erwachsene, die sie bewusst ans Ende des Buches platziert hat, weil sie zum Vorlesen für Kinder ungeeignet sind. Hier erzählt Ried etwa, wie schwierig es für einen Erwachsenen sein kann, den perfekten Baum zu finden, oder wie es ist, wenn der Chef einen zur Weihnachtsfeier einlädt. „Es sind Geschichten mit Augenzwinkern. Ideal, um eine Weihnachtsfeier damit aufzupeppen“, meint die Huderin.

Roman bevorzugte Ausdrucksform

Mit ihrem neuen Buch „Dezemberträume“ zeigt Inge Ried abermals eine andere Seite ihres schriftstellerischen Schaffens. Auf ein Genre lässt sich die Huderin nicht festlegen, wenngleich der Roman ihre bevorzugte Ausdrucksform ist. So hat die 59-Jährige beispielsweise 2005 mit ihrer Geschichte „Alles aus Liebe“ den Krimi-Schreibwettbewerb „Tatort Wardenburg“ gewonnen und 2015 das Buch „Nachts“ mit Kurzen, knackigen Krimis mit regionalem Bezug herausgebracht. Auch von ihrer Arbeit in der Altenpflege hat sich die Huderin inspirieren lassen und Anfang 2013 einen „Begleiter in der Trauer“ herausgebracht. „Mit diesem Buch möchte ich einen Begleiter an die Hand geben, der den Umgang mit dem Sterben erleichtert, der tröstet, Mut macht und Hoffnung gibt“, erklärt sie. Auch in einer Science-Fiction-Geschichte für die Anthologie „ZeiTraum“ hat Ried eine Zukunftsvision entworfen, in der pflegebedürftige Menschen per Computer versorgt und mit Bildschirmen überwacht werden.

Schon als Jugendliche hat Inge Ried mit dem Schreiben begonnen. Ihr erster Roman erschien schließlich 2001. In „Simone – eine Frau kämpft sich durch“ geht es um eine Mutter, die ein Kind aufnimmt, das ausgesetzt worden ist. Irgendwann soll eine Fortsetzung erscheinen. „Sie liegt schon fertig in der Schublade“, verrät die Schriftstellerin. Das Ganze müsse nur noch ins Reine geschrieben werden. Dazu sei sie bisher nicht gekommen. „Ich schiebe das ein bisschen vor mir her“, räumt sie ein. Das verwundert allerdings nicht. Schließlich ist sie mit ihrer Arbeit im Altenpflegeheim und ihren beiden Enkeln gut ausgelastet. „Dahinter rückt alles andere zurück“, sagt Inge Ried. Doch spätestens mit der Rente werde sie das Manuskript zur Fortsetzung von „Simone“ in die Hand nehmen, verspricht die 59-Jährige.

Info

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Dezemberträume

enthält zehn Weihnachtsgeschichten für Kinder und zwei für Erwachsene. Dazwischen finden sich Weihnachtslieder zum Singen und kleine Illustrationen, die die Huder Autorin Inge Ried selbst gemacht hat.

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