Huder Sammler Sein Herz schlägt für alte Radiogeräte

Hans-Werner Ellerbrock hat mehr als 100 Rundfunkempfänger zusammengetragen. Seit 2009 hat er ein kleines Privatmuseum für sich. Jetzt muss er diese Räume allerdings aufgeben und ist auf der Suche nach Ersatz.
12.03.2021, 15:39
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Derke

Vielleicht hat es so früher einmal in einem Radioladen der 1950er-Jahre ausgesehen. Als die Menschen in Deutschland sich in den Nachkriegsjahren jede Mark absparten, um endlich auch ein Röhrenradio ihr Eigen nennen zu können und damit die ganze Welt in ihr Wohnzimmer zu holen. Es sind weit mehr als hundert Geräte, die der Huder Sammler Hans-Werner Ellerbrock im Laufe der vergangenen Jahre zusammengetragen hat. Ein eigenes kleines Radiomuseum hat er sich in gemieteten Räumen aufgebaut.

Die Technikbegeisterung wurde bei dem 71-Jährigen früh geweckt. Er war 13 Jahre, als ihm sein Onkel Willi ein Radio schenkte, erinnert er sich. Das Philetta-Radio hatte in den Kriegsjahren wegen seines Aussehens den Spitznamen „Kommissbrot“ erhalten. Der junge Hans hat gleich mal geschaut, wie es drinnen aussieht. Dass er einen gewischt bekam, als er hinten reinfasste, hat er bis heute nicht vergessen. Doch die Begeisterung blieb. Das wussten auch die Leute im Dorf. Ellerbrock trug als Schüler Zeitungen in seinem Heimatort in Schleswig-Holstein aus. Die Leute stellten ihm alte Geräte schon mal an die Gartenpforte.

Er baute die alten Radios oft zu Gitarrenverstärkern um. Sie bekamen ein modernes Spanplattengehäuse und hatten einen super Sound, sagt er. Der Sammler erinnert sich auch an das erste Gerät von Nordmende mit dem Namen „Carmen“, das sich seine Eltern zulegten. So um die 300 Mark musste man dafür ausgeben. Das war damals eine Menge Geld. Hans durfte tagsüber kein Radio hören. Er baute sich also kurzerhand sein eigenes Gerät in einer Zigarrenkiste. Es war einfach faszinierend, Stimmen aus der fremden Welt zu lauschen. Gerade auch auf der Kurzwelle entdeckte er immer wieder neue Radiosender. Und wenn es knisterte und rauschte, war das überhaupt nicht störend.

Klar, dass auch der berufliche Werdegang von der großen Technikbegeisterung geprägt war. Hans-Werner Ellerbrock wurde Elektromechaniker und später Elektroingenieur. Beruf und Familie ließen dann die Sammelleidenschaft erst einmal zum Erliegen kommen. Doch als der Ruhestand näher rückte, kam auch die Begeisterung für die alte Technik zurück.

Neben den alten Röhren- und Kofferradios sammelt Ellerbrock auch Grammophone und Platten. Weil es zu Hause zu eng wurde für all die Schätze, suchte er sich günstige Räume zur Miete, um zumindest seine riesige Radiosammlung auszulagern. Schon seit 2009 hat er sein kleines Privatmuseum, ganz für sich. Jetzt muss er diese Räume allerdings aufgeben und ist dringend auf der Suche nach Ersatz. So um die 40 Quadratmeter müssten es ungefähr sein, trocken und mit Stromanschluss, sagt Hans-Werner Ellerbrock.

Sein sehenswertes Radiomuseum auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sieht Ellerbrock eher als schwierig an. „Die Menschen haben dazu heute leider kaum einen Bezug“, ist seine Erfahrung. Er habe auch schon mal vorsichtig bei der Gemeinde angefragt. Doch auch dort sei wohl wenig Interesse. Wegen der Folgekosten, die ein solches Museum verursache.

So wird es, wenn denn passende Räume gefunden werden, wohl weiter eine private Ausstellung bleiben. Dabei hätte Hans Ellerbrock auch viel zu erzählen zu den Ausstellungsstücken. Denn auch die Heimatgeschichte ist ein großes Hobby des umtriebigen Pensionärs.

Hans-Werner Ellerbrock ist zu erreichen unter der Rufnummer 0 44 08 / 80 95 11.

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