Markt in Hude

Kunsthandwerk mit Musik

Nach einem Jahr Pause gab es in Hude wieder die Veranstaltung „Musik & Kunst-Hand-Werk“ als Teil des „Gartenkultur-Musikfestivals“. Mehr als 80 Aussteller boten auf dem Huder Klostergelände ihre Exponate feil.
11.08.2019, 18:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Ilias Subjanto

Nicht zu heiß, nicht zu kalt, kein Regen. Ideales Wetter also für einen Ausflug an einem Sonntagmittag in den Huder Klosterbezirk. Hunderte von Besuchern lockte die Veranstaltung „Musik & Kunst-Hand-Werk“ am Sonntag an, die dort zum zehnten Mal stattfand. Bei Sonnenschein und angenehmen 23 Grad konnten die Gäste über das Klostergelände schlendern und an den vielen Ständen stöbern, die allerlei kunsthandwerkliche Exponate anboten.

Mehr als 80 Aussteller waren auf dem Kunsthandwerkermarkt vertreten. Eine davon war Katja Priebe aus Verden. Die gelernte Technikerin für Raumgestaltung und Innenausbau verkaufte ihre Handzeichnungen. Strände, Türme, Landschaften sind auf den Werken zu sehen, die Priebe als „Sehnsuchtsbilder“ bezeichnet. „Orte, an denen man sich wünscht, dort sein zu können“, erklärte die Künstlerin. Daneben bot sie „Bilder mit Weitblick“ – etwa den Querschnitt einer Bar mit vielen kleinen und witzigen Details.

Aus der Fantasie

Sie habe alles aus der Fantasie gezeichnet, sagte Priebe. Insgesamt rund drei Tage würde sie an einer Zeichnung sitzen. Auf dem Huder Kunsthandwerkermarkt sei sie zum zweiten Mal, die Geschäfte würden gut laufen, sie habe bereits viele Bilder verkauft. „Teilweise kommen Kunden, die schon ein Bild von mir haben und ein zweites möchten“, berichtete sie zufrieden.

Wenige Meter weiter stand Hans Harder an einem kleinen Metallofen, in den er mit einer Eisenstange flüssiges Glas schob. Wenige Momente später nahm er den Glasklumpen aus der Hitze und machte sich mit einer Zange und einem Käsemesser an die Detailarbeit: Er fügte Kerben und Rundungen hinzu. Auf einmal war ein Schnabel zu erkennen. Immer wieder hielt der Glasmacher aus Petershagen das entstehende Kunstwerk in den Ofen und formte das Glas anschließend weiter. Nach rund zehn Minuten hatte sich der Glasklumpen am Ende der Eisenstange in einen Eisvogel verwandelt. Die umstehenden Marktbesucher staunten und applaudierten.

70 Euro kostet das Glastier, das Harder in seiner mobilen Glaswerkstatt da erschaffen hat. Die Kunden goutieren seine Handwerksfähigkeiten; an diesem Tag habe Harder bereits zwölf Eisvögel und sechs große Weingläser verkauft.

Da die Veranstaltung in Hude Teil des „Gartenkultur-Musikfestivals“ war, gab es nicht nur Kunsthandwerkliches zu bestaunen, auch Gastronomie und Livemusik gehörten zum Gesamtkonzept. Imbiss- und Getränkestände verschiedener Art sorgten für das leibliche Wohl, die Klosterschänke bot in ihrer Außenbewirtschaftung Kaffee und Kuchen. Das Trio „Lounge Live“ um den Huder Pianisten Josef Barnickel sorgte im Pavillon an der Klostermühle für angenehme musikalische Untermalung mit Keyboard, Saxofon und Soulsängerin. Zudem gab es Führungen durch den privaten Landschaftspark der Familie von Witzleben, und der Verein „Freunde des Klosters Hude“ öffnete sein Museum und bot eine Besichtigung der Klosterruine an.

Klostergelände „besonders schön“

Verantwortlich für die Organisation des Kunsthandwerkermarkts ist Dietlinde Zacher von der Bremer Agentur „arte factum“. Bereits seit 1993 veranstaltet sie solche Märkte in Bremen und im norddeutschen Raum. Die Veranstaltung habe sich inzwischen gut etabliert, sagte Zacher. In Hude findet sie das Ambiente auf dem Klostergelände besonders schön. „Das wissen auch die Besucher zu schätzen“, sagte sie.

Gelungen findet sie auch die Kombination mit dem „Gartenkultur-Musikfestival“. Hier lobte Zacher die gute Zusammenarbeit mit der Touristik-Palette Hude, die die Band organisiert hat. Sie betonte, dass auf ihrer Veranstaltung keine Handelsware feilgeboten werde. „Auf diesem Kunsthandwerkermarkt ist alles handgemacht. Wenn wir feststellen, dass ein Aussteller irgendwelche Chinaware verkauft, schmeißen wir ihn sofort raus“, sagte die Organisatorin.

Zacher ist froh, dass der Kunsthandwerkermarkt dieses Jahr wieder in Hude stattfindet, nachdem er im vergangenen Jahr ausfallen musste. Die Familie von Witzleben hatte als Eigentümerin das Klostergelände für eine eigene Veranstaltung benötigt. Im August 2020 soll es den nächsten Huder Kunsthandwerkermarkt geben, kündigte sie an.

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