FC Hude "Kunstrasen ist ein enormer Vorteil"

Trainer Lars Möhlenbrock spricht im Interview über die Saisonvorbereitung, den Kader und die Ziele. Der Aufsteiger will in der Bezirksliga einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.
13.07.2018, 17:41
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Kerzel

Herr Möhlenbrock, wer kommt und wer geht beim FC Hude?

Lars Möhlenbrock: Zu den schon länger feststehenden Neuzugängen Marko und Jannik Schrank (TSV Ganderkesee), Andy Brinkmann (SF Wüsting), Dennis Lange (TuS Vielstedt), Nico Faulhaber (TuS Heidkrug) und Torwart Timo Hertlein (BTS Neustadt) kommen noch Marvin Müller und Sirus Timouri aus unserer A-Jugend. Philipp Witte und Patrick Wunder gehen. Mit dem Kader bin ich zufrieden. Er sieht gut aus, wir haben 24, 25 Leute dabei, darunter drei Torhüter. Es ist schon super, mehr als 21 Leute im Kader zu haben, das merkt man im Training. Der Altersschnitt liegt bei 23,4 Jahren, da können immer mal Leute wegen Ausbildung oder Studium nicht und dann sind es immer noch 15 oder 16 Mann.

Welche Rolle können und sollen die Neuen einnehmen?

Sie sind alle in einer ziemlich ähnlichen Situation, weil sie alle aus Ligen unterhalb der Bezirksliga kommen. Sie haben zuletzt in der Kreisliga oder der 1. Kreisklasse gespielt und möchten sich jetzt auf einer Stufe höher bei uns beweisen. Darauf zählen wir. Sie sollen frischen Wind reinbringen und sich richtig reinhauen. Das schafft auch neue Reizpunkte für die Spieler, die schon länger dabei sind. Alle Neuen sollen versuchen, sich durchzusetzen und den anderen Spielern damit Druck zu machen. Ich hoffe, dass dadurch die Leistung von allen besser wird.

Nach Abstieg und Aufstieg unter Ihrer Regie zuletzt: Wie wollen Sie verhindern, dass Hude zur Fahrstuhlmannschaft wird?

Das kann man vorher schlecht beurteilen, gerade in der Bezirksliga gibt es viele Wundertüten. In der Kreisliga wussten wir, wer was kann. Das war transparenter. Viele Mannschaften in der Bezirksliga sind schwer einzuschätzen. Wir gehen von einer 17er-Staffel aus. Für den Klassenerhalt reichen schätzungsweise 40 Punkte. Aber diese Gedanken um den Nicht-Abstieg wollen wir uns gar nicht machen. Die Jungs haben selber ein Ziel festgelegt: einstelliger Tabellenplatz. Wir haben letzte Saison gemerkt, dass es besser ist, ein positives Ziel zu verfolgen. Und Nicht-Abstieg klingt schon negativ. Von der Mannschaft, die 2017 aus der Bezirksliga abgestiegen ist, sind 99 Prozent noch da. Die sind um die Erfahrungen Abstieg und Aufstieg reicher. Sie wissen, welche Einstellung es braucht, auch neben dem Platz. Als ich damals das Team übernommen habe, gab es viele Probleme. Da haben zu Beginn mehrere Spieler den Kader verlassen, wir haben mit Leuten aus der A-Jugend und der Zweiten Herren aufgefüllt. Die Voraussetzungen sind dieses Mal doppelt so gut.

Welchen Eindruck haben Sie nach den ersten Einheiten und Tests?

Beim 0:4 gegen BSC Hastedt aus der Bremen-Liga haben wir eine Defensivvariante ausprobiert. Die hat auch ganz gut funktioniert. Die Gegentore sind nach individuellen Fehlern passiert, das ist vollkommen okay zum aktuellen Stand der Vorbereitung, wo es darum geht, die Jungs an die Belastungsgrenze zu bringen. Konzentrationsschwächen im Spiel sind da normal. Wir haben uns gegen Hastedt aber in der Offensive schwergetan. Wir müssen Wege finden, mit unserer Defensivvariante trotzdem Tore zu erzielen. Wir haben aber quasi zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren mit einer Viererkette gespielt. Gegen Jeddeloh II, das zwei Ligen tiefer als wir spielt, haben wir wieder mit Dreierkette und viel offensiver gespielt. Mit dem 6:3 bin ich da zufrieden, man hat gesehen, dass die Jungs sich in dem System wohlfühlen.

Worauf liegt der Schwerpunkt in der Vorbereitung?

Durch das Freilos in der ersten Pokalrunde haben wir quasi eine Woche mehr. Es geht natürlich darum, dass die Mannschaft körperlich fit wird und auf ein gesundes körperliches Level kommt. Es ist so, dass mehrere Spieler in der Vorbereitungszeit Urlaub haben. Daher ist es auch Unsinn, im Training die ganze Zeit Systeme einzuüben. Am Anfang sind mal 20 Leute da, dann mal 16, am Ende wieder 24 da. Systeme üben wir vor allem bei Testspielen ein.

Worauf wird es in der Liga ankommen?

Es ist ganz entscheidend, wie man in die Saison reinkommt. Startet man gut und ist oben dabei, dann will man da auch bleiben, vieles läuft dann einfacher und besser. Wenn man erst mal unten drinsteckt, läuft man gleich hinterher und es wird schwer. Das gilt für die Rückrunde noch mal. Im Grunde spielt man zwei Saisons. Der Start in die Hin- und der Start in die Rückrunde sind enorm wichtig.

Ist der Kunstrasenplatz schon voll einsatzbereit? Und wie groß ist der Vorteil, einen zu haben?

Am 21. Juli soll der Kunstrasenplatz mit einem Turnier unserer Mannschaften, den SF Wüsting und dem TuS Vielstedt eingeweiht werden. Dann ist er freigegeben, sowohl für die Schlechtwetterperioden als auch dann, wenn die Rasenplätze im Sommer gesperrt sind. Das ist schon ein enormer Vorteil, dass wir auch im Winter trainieren können. In der letzten Vorbereitung auf die Rückrunde konnten wir nicht auf den Rasen, mussten alles auf Kleinfeld im Soccerpark machen. Dabei sind gerade Spielformen auf dem großen Platz wichtig. Man kann noch so kreativ sein, nichts ersetzt Training auf dem großen Platz.

Das Interview führte Michael Kerzel.

Info

Zur Person

Lars Möhlenbrock (31)

übernahm das Traineramt beim FC Hude nach dem sechsten Spieltag der Bezirksligasaison 2016/17. Die Mannschaft stieg mit 39 Punkten ab, holte in der folgenden Kreisligasaison jedoch souverän die Meisterschaft und feierte die damit verbundene Bezirksligarückkehr.

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