Parknot am Huder Kloster

Mehr Parkplätze im Klosterbezirk

Planer Jens Gerdes hat im Fachausschuss am Mittwochabend zwei Varianten für einen neuen Parkplatz an der Kirchstraße in Hude vorgestellt. Grundsätzlich kam dies gut an, es gab aber auch Kritik.
15.11.2018, 15:55
Lesedauer: 4 Min
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Von Kerstin Bendix-Karsten

Hude. Dass es im Klosterbezirk in Hude an Parkplätzen mangelt, ist kein Geheimnis. Um die angespannte Parkplatzsituation zu entschärfen, hat der Verwaltungsausschuss bereits vor fünf Jahren beschlossen, die Freifläche beim evangelischen Friedhof zu einem Parkplatz umzugestalten. Getan hat sich lange nichts. Doch nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Im Ausschuss für Gemeindeentwicklung stellte Jens Gerdes von einem Oldenburger Planungsbüro am Mittwochabend zwei Varianten vor, wie ein Parkplatz an der Kirchstraße aussehen könnte.

Den Planungsauftrag für das 2200 Quadratmeter große Areal hatte die Gemeindeverwaltung im vergangenen Jahr an Gerdes vergeben. Dieser umfasste nicht nur, zusätzlichen Parkraum im Klosterbezirk zu schaffen, sondern auch eine Wendemöglichkeit für Fahrzeuge, die die Eisenbahnbrücke höhenbedingt nicht durchfahren können. Außerdem sollte Gerdes die Anforderungen des Vereins „Freunde des Klosters Hude“ in seinen Planungen berücksichtigen, die sich laut Sitzungsvorlage auch Stellmöglichkeiten für Busse und Wohnmobile sowie E-Ladesäulen wünschten.

Gestalterisch hat sich Jens Gerdes in seinen beiden Entwürfen an dem bestehenden Parkplatz an der Von-Witzleben-Allee mit unbefestigten Parkbuchten orientiert. Seinen ersten Vorschlag nennt er die „geometrische Gestaltungsvariante“, die mit einem Einbahnstraßensystem nur eine Einfahrt zum Parkplatz vorsieht. Die Parkbuchten sind links und rechts in Schrägaufstellung angeordnet. Insgesamt sollen 24 neue Stellplätze für Autos entstehen, davon zwei behindertengerechte. Auch E-Ladesäulen sind an einigen der Autoparkplätze angedacht. Darüber hinaus hat Gerdes sechs Stellplätze für Motorräder und drei Abstellmöglichkeiten inklusive Versorgungsanschluss für Wohnmobile geplant. Vorgesehen sind im hinteren Bereich des Parkplatzes auch zwei Buswarteplätze, der Ein- und Ausstieg soll explizit nicht auf dem Parkplatz erfolgen. Auch wenn beide Busstellplätze besetzt sind, soll es an dieser Stelle ausreichend Platz geben, damit Schwerlastverkehr auf dem Parkplatz wenden kann.

Der Einmündungsbereich des Parkplatzes soll befestigt werden, weil dort die Schwerkräfte des Lastenverkehrs wirken. Der restliche Parkplatz soll hingegen geschottert werden. „Der Parkplatz selbst wird stark begrünt. Es reiht sich nicht ein Stellplatz an den anderen“, erklärt Gerdes. Es soll Rasenflächen mit großkronigen Bäumen wie Eichen, Linden oder Buchen geben. Ihm sei es in seinen Planungen bewusst nicht um die maximal mögliche Anzahl von Parkplätzen gegangen. „Ich habe Wert darauf gelegt, dass sich das Ganze gut ins Gesamtbild einfügt“, fügt er hinzu.

Das gilt auch für die zweite Planungsvariante, die Gerdes die „organische Lösung“ nennt. Diese ist nicht gravierend anders als die erste Variante, wie er einräumt. Allerdings seien zwei Einfahrten für Autos vorgesehen. Möglich sei dies, weil die Stellplätze rechtwinklig angeordnet sind. Insgesamt würden 26 Auto-, vier Wohnmobil- und sechs Motorradstellplätze sowie zwei Buswarteplätze entstehen. Die Kosten für diese Variante veranschlagt der Planer auf 190 000 Euro. Die erste Variante würde 200 000 Euro kosten. „Zuzüglich der Planungsleistungen liegt die Gesamtsumme des Projektes somit bei schätzungsweise 230 000 Euro“, berichtete die Gemeindeverwaltung. Die Kosten für E-Ladesäulen sind in der Planung noch nicht enthalten. Für die Umsetzung der Maßnahme strebt die Verwaltung eine Förderung mit Leader-Mitteln an, maximal 100 000 Euro wären möglich. „Das Projekt wird in der nächsten LAG-Sitzung, die am 22. November stattfindet, vorgestellt“, führt die Gemeindeverwaltung aus.

Mit dem neuen Parkplatz an der Kirchstraße werden allerdings nicht netto 24 oder 26 neue Stellplätze für Autos gewonnen, wie man zunächst glauben könnte. Jens Gerdes wies in der Ausschusssitzung ausdrücklich darauf hin, dass „bis zu elf Stellplätze verloren gehen“. Konkret geht es um den Parkstreifen an der Kirchstraße, wo einige Stellplätze wegfallen werden, um ein freies Sichtfeld zu ermöglichen. Wie viele Plätze konkret betroffen sind, liegt in der Hand der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die bei den Planungen zu dem Parkplatz einbezogen werden muss, da die Kirchstraße eine Landesstraße ist.

„Wir geben eine Viertelmillion Euro aus, um am Ende 15 neue Parkplätze zu haben?“, kritisierte Wilfried Siems (CDU), der sich mit der Planung überhaupt nicht anfreunden konnte. Auch die zwei Busstellplätze, die nicht zum Ein- und Ausstieg genutzt werden sollen, missfielen dem CDU-Politiker. Unterstützung erhielt er in diesem Punkt von Wolfgang Schaller, erster Vorsitzender der Klosterfreunde. Zur Lösung dieses Problems schlug er vor, den vorgesehenen Platz für Zweiräder zu befestigen und zum Ein- und Ausstieg für die Busse zu nutzen. Schaller ist überzeugt, dass die Plätze für Motorräder überflüssig sind, weil sie nicht genutzt würden. „Motorradfahrer sind fußfaul. Sie parken direkt am Kloster, der Kirche oder Kulturhof“, sagte er. Ansonsten lobte er die Planung von Gerdes. In diese sei das Konzept seines Vorstandskollegen Klaus Rademacher weitgehend eingeflossen.

Lob für den Vorentwurf zu einem Parkplatz an der Kirchstraße gab es aus der SPD-Fraktion. So zeigte sich Ulrike Janz-Janzen erfreut, dass sich die Planungen am Parkplatz an der Von-Witzleben-Allee orientieren. Auch Karin Rohde (Grüne) fand beide Varianten ansprechend. „Prima, dass Sie auf eine Versiegelung verzichten“, sagte sie. Andreas Otte (CDU) sprach sich spontan für die zweite Variante aus. Diese ist seines Erachtens besser, „weil Autofahrer oft die Einbahnstraßenregelung nicht hinkriegen.“ Letztendlich traf der Fachausschuss am Mittwochabend aber noch keine Entscheidung, welche Variante umgesetzt werden soll. Darüber soll in den Fraktionen erst beraten werden.

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