Reiten Weiterhin viel Zuspruch bei Urban ClassX

Mehr als 300 Reiter sind beim vierten Teil der Urban-ClassX-Reihe in Wüsting an den Start gegangen. Erneut waren viele Aktive aus der Region dabei.
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Von Bettina Gnaß

Bei den 19 Prüfungen des vierten Turniers der Urban ClassX in Wüsting sind wieder viele Reiter aus der Region am Start gewesen. Zu den insgesamt 334 genannten Teilnehmern zählten unter anderem zehn Reiter des RC Hude und sogar elf des RV Ganderkesee. Heike Jahncke, Marius Horstmann und der erst 17-jährige Moritz Baum traten in den anspruchsvollsten Wettkämpfen, den S*-Springen, an.

Tobias Kreye vom Team der LandTageNord-Messe ist glücklich mit dem, was er und das ganze Veranstalterteam rund um Helmut Urban auf die Beine gestellt haben: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Turnierreihe. Das sieht man auch auf Facebook und den anderen Plattformen, wo wir viel gelobt werden. Wir haben eine sehr gute Plattform geschaffen, was zum Beispiel den Boden in der Halle betrifft, und wir setzen auch sehr gewissenhaft die Corona-Maßnahmen um.“ Die Urban ClassX bekommen seit Beginn der wöchentlichen Turnierserie viel Lob und Zuspruch aus der Reiterschaft, die in diesem Jahr auf viele Turniere verzichten musste. Auch beim vierten Termin der Reihe flachte die Zahl der Nennungen nicht ab. Über 300 Amateur- und Profi-Springreiter meldeten sich an, um in der umgebauten Mehrzweckhalle in Wüsting ihr Können zu zeigen.

Mit dabei waren Carsten Raschen, Svenja Hempel, Loort Fleddermann, Anna-Lena Meinken, Keno Hermann, Jule Freericks, Anne Strothotte, Kathryn Wolgast, Emily Deuble und Moritz Baum vom Huder Reitclub. Und auch aus Ganderkesee fuhren wieder viele Reiter nach Wüsting: Laura Voigt, Nora Herrmann, Tabea-Marie Meiners, Maira Lachs, Johanna Pohjonen Janne Grimsehl, Anna Sophie Meisel, Josephine Antz, Marie Xenia Bergmann sowie Heike Jahncke und Marius Horstmann.

Jahncke und Horstmann hatten unter anderem für das S*-Springen am Sonnabend genannt und blieben beide fehlerfrei im Wettkampf der anspruchsvollsten Klasse des Turniers. Horstmann und seinem Oldenburger Wallach Cedric K gelang es dieses Mal dennoch nicht, sich zu platzieren. Mit einer Zeit von 79,53 Sekunden schrammten sie knapp an den Plätzen vorbei und landeten nur auf dem zehnten Rang. Auf ihrer neunjährigen Stute Lillemor S war Heike Jahncke etwas schneller unterwegs. Sie brauchte nur 74,20 Sekunden für den Parcours und erreichte damit Platz acht. Das S-Springen war bereits der dritte erfolgreiche Ritt für das Duo bei diesem Turnier. Nach einem siebten Platz in der ersten Abteilung der M*-Springprüfung holte es am Freitag zudem den dritten Platz in der zweiten Abteilung der M**-Prüfung.

Moritz Baums dritter Besuch

Auch Moritz Baum vom RC Hude hatte für eines der beiden S*-Springen in Wüsting genannt, sich aber für die Prüfung am Sonnabend entschieden. Nachdem er mit seiner Oldenburger Stute All in 10 beim M*-Springen am frühen Nachmittag noch mit einem fehlerfreien Ritt geglänzt hatte, kassierte das Duo beim abendlichen Highlight acht Fehler und landete mit einer Zeit von 74,00 Sekunden auf Rang 25. Dennoch war der erst 17-Jährige mit seinem Auftritt einverstanden: „Die erste Prüfung ist eigentlich für mich und die Stute vor allem eine Aufwärmprüfung gewesen und deshalb bin ich da auch eher verhalten geritten. Beim S-Springen hatten wir dann ein bisschen Pech, aber insgesamt bin ich ziemlich zufrieden.“

Es war schon sein dritter Besuch bei den Urban ClassX: Nach einem M-Springen am allerersten Termin der Serie startete er vor zwei Wochen bereits beim S-Springen. Damals kassierte er fünf Fehler und landete auf Rang 17. Dieses Mal waren beide Klassen an einem Tag dran. „Ich versuche, einfach immer gute Runden zu liefern, und gucke von Runde zu Runde, wie es läuft. Wenn ich mich sicher genug fühle, gehe ich auch immer mal wieder ein kleines Risiko ein. Je nachdem, wie mein Bauchgefühl mir das sagt“, beschreibt er seine Planungen und führt weiter aus: „Für mich ist das eine Gelegenheit, Erfahrung zu sammeln und ein bisschen Routine zu erlangen.“

Im gleichen Atemzug hebt Moritz Baum die guten Bedingungen vor Ort in Wüsting hervor: „Ich finde es überhaupt toll, dass uns Reitern trotz Corona so eine super Anlage zur Verfügung steht und dass wir richtig reiten können.“ Dabei hätte er sich vor nicht allzu vielen Jahren wahrscheinlich noch kaum Gedanken über Hallen- und Turnierbedingungen gemacht, denn der Vereinskollege von Carsten Raschen und Loort Fleddermann hat vor gerade einmal fünf Jahren mit dem Reiten angefangen. Dass er jetzt schon bei Wettkämpfen der S-Klasse mitreiten kann, führt Baum auf drei entscheidende Faktoren zurück: „Mir macht der Sport unheimlich viel Spaß, weshalb ich dafür auch viel trainiere. Zum anderen hatte ich immer sehr gute Trainer und meine Familie unterstützt mich komplett. Ich denke, wenn das alles zusammenkommt, kann man schon was erreichen.“

Das Konzept scheint aufzugehen, denn vor den Urban ClassX waren er und seine Stute All in 10 dieses Jahr sogar schon bei einer Zwei-Sterne-S-Prüfung in Harsum-Hüddessum am Start. „Das war schon ein Highlight, weil ich das zuvor noch nie geritten bin, und das ist dann schon was anderes. Das war ein Zwei-Phasen-Springen und ich hatte leider in der zweiten Phase einen ärgerlichen leichten Fehler, aber da bin ich trotzdem echt super happy gewesen, dass sonst alles so geklappt hat.“

In der Zukunft will sich der junge Huder weiteren Herausforderungen stellen. So würde er zum Beispiel gerne zur Deutschen Meisterschaft fahren und bei weiteren nationalen sowie internationalen Turnieren starten. „Vielleicht klappt es auch, im Nationenpreis mitzureiten. Aber wir müssen ja erst mal gucken, wie das alles überhaupt wird mit Corona auch nächstes Jahr“, bleibt Moritz Baum realistisch. Dementsprechend rational blickt er auch auf das kommende Wochenende in Wüsting: „Ich hatte genannt, dieses Mal am Freitag wieder im Ein-Sterne-Springen im S, aber es wird wahrscheinlich ja abgesagt. Das kann man nun leider nicht ändern.“

Lockdown-Folgen noch unklar

Was der ab Mittwoch geltende Lockdown für die Urban ClassX wirklich bedeutet, ist noch unklar. „Wie sich das ab nächster Woche entwickelt, das können wir momentan nicht sagen“, hieß es am Sonntag vonseiten der Veranstalter. „Wir werden das Gespräch mit dem Ordnungsamt suchen und dann wird es da eine entsprechende Reaktion unsererseits geben.“ Kaum dass die Verschärfungen der Corona-Maßnahmen bekannt gegeben worden waren, hatten schon die ersten verunsicherten Reiter beim Team der LandTageNord-Messe angerufen, berichtet Holger Kreye: „Wir hatten schon Anrufe von einigen Teilnehmern, die für das Turnier zwischen Weihnachten und Neujahr genannt hatten, die mich um 13 Uhr anriefen. Das muss man jetzt vor allem in Ruhe angehen und genau lesen, was die neuen Regelungen bedeuten.“

Wenn die Turnierreihe trotz des Lockdowns weiterhin stattfinden kann, geht sie vom 17. bis 20. Dezember wie gehabt mit Springprüfungen der Klassen A* bis S* weiter. Danach würde die Halle zum Dressurviereck umgebaut – für das erste Dressurturnier nach Weihnachten. „Inwieweit das verwirklichbar ist, da kann ich momentan nichts zu sagen. Da müssen wir uns mit der Geschäftsführung zusammensetzen und mit dem Ordnungsamt und besprechen, wie man damit umgeht. Man hat ja auch eine gewisse Verantwortung gegenüber anderen, alles sorgsam abzuwägen und die richtige Entscheidung zu treffen“, erklärt Kreye. Aktuelle Informationen werden nach der Entscheidung voraussichtlich auf der Homepage der Veranstaltungsreihe (www.urban-classx.de) und bei Facebook zu finden sein.

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