Tischtennis

Sören Dreier ist zurück an der Platte

Tischtennis-Nachwuchstalent Sören Dreier fällt in die Spitzensportler-Kategorie des Landes Niedersachsen und darf trainieren. Der Teenager lebt normalerweise im Sportinternat und schlägt für den TV Hude auf.
20.05.2020, 12:07
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Lehmkuhl
Sören Dreier ist zurück an der Platte

Anders als die meisten Tischtennisspieler in Deutschland darf Sören Dreier vom TV Hude bereits wieder trainieren. Der U15-Nationalspieler gehört zu den Spitzensportlern, für die in Niedersachsen besondere Regeln gelten.

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Weiterhin geschlossen sind die Sporthallen in Niedersachsen, anders als zum Beispiel teilweise in Nordrhein-Westfalen oder Hessen. Für die einheimischen Tischtennisspieler heißt das, wie für alle anderen Hallensportler, sehnsüchtig weiter auf die ersten Trainingseinheiten seit Mitte März zu warten. Ein Spieler des Oberliga-Aufsteigers TV Hude hat allerdings in der vergangenen Woche bereits wieder trainiert: Sören Dreier aus der ersten Mannschaft darf in Hannover zurück an den Tisch.

Zwar wurde in der Niedersächsischen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vom 5. Mai die Öffnung von Sporthallen weiter untersagt, allerdings ist „(...) der Betrieb und die Nutzung öffentlicher und privater Sportanlagen zum Zweck des Trainings durch Sportlerinnen und Sportler des Spitzen- und Profisports, deren Trainerinnen, Trainer, Betreuerinnen und Betreuer sowie durch Personen des medizinischen und physiotherapeutischen Personals zulässig.“ Und als Spitzensportler gelten alle Mitglieder von Olympia-, Perspektiv- und Nachwuchskadern, und somit auch U15-Nationalspieler Dreier. Der ist naturgemäß „sehr froh, endlich wieder spielen zu können“.

Dabei muss sich der 14-Jährige wie seine Trainer und Mitspieler an so manche Änderung im Vergleich zum gewohnten Trainings-Alltag einstellen. „In jedem abgetrennten Hallendrittel dürfen nur maximal fünf Personen sein, meist vier Spieler und ein Trainer. Schwierig für die Trainer ist, dass sie dabei nicht in die Box dürfen, in der dürfen sich nur die zwei Spieler aufhalten“, erzählt Dreier. Trainiert werde, berichtet das Talent, zwar mit mehreren Bällen, diese dürften sich aber nicht mit denen am anderen Tisch mischen. Außerdem gibt es keinen Wechsel der Trainingspartner, nach jeder Übung werden die Tische desinfiziert und die Spieler müssen sich die Hände waschen. Die Gemeinschaftsduschen der Halle sind abgeschlossen. Das obligatorische Abklatschen vor dem Training fällt genauso aus wie gesellige Gespräche danach.

Die Spieler müssen zudem erklären, in den vergangenen 14 Tagen keine Kontakte zu an Corona infizierten Personen gehabt zu haben, alle Kontakte am Trainingstag zu Mitspielern oder Trainern werden erfasst. „Das ist natürlich alles ungewohnt, aber wir können uns nicht beschweren. Immerhin dürfen wir schon wieder spielen und andere nicht. Da überwiegt natürlich die Freude darüber, wieder an den Tisch zu dürfen“, meint Dreier.

Ins Sport-Internat, in dem der Linkshänder sonst während der Schulzeit wohnt, geht es erst in dieser Woche zurück, da dort nur die Schüler wohnen dürfen, die jeweils auch die Schule besuchen. In der vergangenen Woche war der Neuntklässler darum bei seinen Großeltern in Hannover untergebracht. Da für ihn noch keine Schule anstand, gab es dafür zwei Trainingseinheiten pro Tag. „In den ersten Einheiten habe ich schon deutlich gemerkt, dass ich eine längere Pause hinter mir hatte. Aber so langsam kann ich wieder Tischtennis spielen“, berichtet Dreier schmunzelnd. An einem allerdings mangelt es dann doch: „Normalerweise trainiert man ja immer auf irgendein Ereignis hin. Das fehlt momentan, darum ist es manchmal schwierig, sich voll zu motivieren“, gesteht Dreier.

Sein Saisonhöhepunkt sollten eigentlich die Deutschen Meisterschaften der Jungen U15 Mitte März sein, bei denen sich der Huder den Einzug ins Viertel- oder Halbfinale zugetraut hätte. Einen Tag vor der Meisterschaft war diese auf unbestimmte Zeit verschoben worden, am 8. Mai wurde sie nun ersatzlos gestrichen. „Der erste Ausfall war schon sehr enttäuschend, die Streichung jetzt natürlich noch mehr“, bedauert Dreier. Immerhin: Nach seiner Beobachtung ist Training unter den neuen Hygiene-Vorschriften zwar ungewohnt, aber doch irgendwie machbar. Eine Beobachtung, die den niedersächsischen Hobby-Spielern, die weiter ungeduldig auf ihr erstes Training warten, Mut machen kann.

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