Reiten

Profi-Filmteam zeichnet Ritte auf

Auch das dritte Turnier der Urban-ClassX-Reihe in Wüsting lief trotz Corona-Auflagen ohne Probleme ab. Hiesige Reiter konnten sich in den Springen der Klassen S und M jedoch nicht weit vorne platzieren.
07.12.2020, 15:08
Lesedauer: 6 Min
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Von Bettina Gnaß

Am Nikolaus-Wochenende zog es gleich elf Mitglieder des Ganderkeseer Reitvereins zu den Urban ClassX. Beim dritten Termin der wöchentlichen Turnierserie in Wüsting gab es nicht nur Weihnachtsdeko und professionelle Videoaufnahmen aller Ritte, sondern auch „Catering to Go“ für die Teilnehmer.

Im Dezember sorgen ein sechs Meter hoher sowie mehrere kleinere Weihnachtsbäume für weihnachtliche Stimmung in der zum Turnierplatz umgebauten beheizten Mehrzweckhalle auf dem Gelände in Wüsting. Von der Idee bis zum Auftakt der Turnierreihe am 19. November haben die Veranstalter rund um das Team der LandTageNord-Erlebwas-Messe und Initiator Helmut Urban gerade mal acht Wochen benötigt. 30 Lastwagen-Ladungen Sand-Vlies-Gemisch wurden angekarrt, ein extra großes Abreitezelt organisiert, eine 21 Quadratmeter große LED-Leinwand installiert, ein regelmäßig wechselnder Parcours gemietet, Sicherheits- und Hygienekonzepte erarbeitet. Und Urban und Co. geben sich stetig weiter Mühe, um den Pferden und Reitern ideale Bedingungen zu bieten. Am jüngsten Wochenende konnten sich die Anwesenden auf dem Außengelände erstmals auch gastronomisch beim „Catering to Go“ mit belegten Brötchen, Pommes und Bratwurst oder Kaffee und Kuchen versorgen lassen.

Gastronomie und Analysevideos

Weihnachtsatmosphäre und Gastronomie-Angebot waren aber nicht der einzige Service, der den Reitern geboten wurde: Ein professionelles Filmteam zeichnete alle Ritte hochauflösend auf und stellte den Teilnehmern die Videoaufnahmen nach ihren Ritten für die heimischen Analysen zum Kauf zur Verfügung. Und das bei allen Ritten, vom Standard-Spring-Wettbewerb über die A*-Stilspringprüfung bis zum sportlichen Highlight, dem Springen der Klasse S*.

Angesichts der Bedingungen verwundert es nicht, dass die Nachfrage bei den durch Corona turniertechnisch unterversorgten Reitern auch in Woche drei ungebrochen ist. Zwar war dieses Mal kein großer Name am Start, wie es mit Sandra Auffarth oder Markus Beerbaum an den vergangenen Wochenenden der Fall war. Mit insgesamt 267 genannten Teilnehmern konnte sich das Team der Urban ClassX dennoch nicht über mangelndes Interesse beklagen.

Auch der RV Ganderkesee war wieder stark vertreten: Insgesamt elf Reiter hatten sich auf den Weg nach Wüsting gemacht, um sich an den vier Turniertagen sportlich zu messen. Direkt bei der ersten Prüfung des Turniers ritt Johanna Pohjonen auf Amelie M 2 in den Parcours. Mit einer Wertnote von 7,50 landete die Finnin auf Platz neun, den sie sich allerdings mit Wiebke Schwarting vom PS Petersfehn teilen musste. Als Sieger dieser international besetzten A**-Springpferdeprüfung ritt der Italiener Giovanni Fanti (RV Vechta) auf Skyhorse Black Balou vom Platz, gefolgt von der Schweizerin Lea Steinbrüchel (RV Diana Bad Rothenfelde) und Hergen Forkert vom RC Rosenbusch Oberneuland. Kai Gerloff vom RSV Schierbrok konnte sich nicht platzieren und beendete den Wettbewerb auf Johanna Blue mit einer Wertnote von 7,20 auf Rang 18.

Auch bei der Springprüfung der Klasse L waren Ganderkeseerinnen vertreten: Am erfolgreichsten von ihnen agierte Nora Herrmann, die auf Someone like you den vierten Platz belegte. Der Sieg ging an Saskia Kobe (RC Leichttrab Huntlosen) vor Laura Fittje (Ammerländer RC) und Tihomir Dyankov (RSC Handorf-Langenberg). Herrmanns Vereinskolleginnen, Maira Lachs und Sophie Engels, gelang es nicht, in die Platzierungen zu reiten. Am Ende mussten sie sich mit Rang 21 (Lachs) und 24 (Engels) begnügen.

Weiter ging es für Janne Grimsehl auf Nesquick 23 und Josephine Antz auf Haribo Colorado vom RV Ganderkesee im Stilspring-Wettbewerb mit erlaubter Zeit. Grimsehl ritt auf Platz vier aus dem Parcours. Bei Antz reichte es dagegen nur für Rang 16. Zeit zum Ausruhen blieb den beiden aber kaum, denn beim anschließenden Standard-Springen mussten die Gespanne Grimsehl-Nesquick und Antz-Haribo Colorado gleich wieder ran. Grimsehl blieb in 53,36 Sekunden fehlerfrei und belegte Platz acht, während Antz vier Fehler kassierte und mit einer Zeit von 56,30 Sekunden auf Rang 20 landete. Nicht ganz so gut lief es auch bei den folgenden Springreiterinnen aus Ganderkesee, Celina Cansu Kiran und Maira Lachs. Beim Zwei-Phasen-Springen der Klasse L kamen Kiran und ihr Pferd Condesito mit 23 Fehlern und einer Zeit von 71,20 Sekunden nur auf Rang 41. Maira Lachs und Big Buddy 3 schieden sogar ganz aus.

Die Springprüfung der Klasse S* ging ganz ohne Beteiligung aus der direkten Delmenhorster Umgebung über die Bühne – abgesehen vom Parcourschef: Der Ganderkeseer Werner Tapken war nämlich auch am jüngsten Wochenende wieder für die Hinderniskonstellation und Linienführung verantwortlich. Bei der anspruchsvollen Prüfung gab er sich besonders viel Mühe. Am besten meisterte die Herausforderung Hendrik Sosath (Stedinger RUFV Sturmvogel Berne) auf Casino Berlin OLD (null Fehler, 64,92 Sekunden). Für das S*-Springen hatten sich nur elf Teilnehmer angemeldet und so wurde das Preisgeld auf nur vier Plätze verteilt.

Die erste Prüfung am Nikolaus-Sonntag war dagegen wieder stärker gefragt: Beim Stilspringen der Klasse A* gab es insgesamt 63 Nennungen und dementsprechend 23 Platzierungen in zwei Abteilungen. Selbstverständlich war der RV Ganderkesee auch dabei. Einerseits in Person von Janne Grimsehl, die gleich doppelt startete, sowohl auf Qalito (Rang 24) als auch auf Chacho K (Rang 40). Außerdem ritt Anna Sophie Meisel auf Alison G mit und landete auf Rang 50.

Durchwachsene Ergebnisse

Bei der nachfolgenden A**-Springprüfung gesellte sich mit Werner Hargstedt der erste männliche Vertreter des RV Ganderkesee in die Runde. Auf Costoso WR blieb er in 56,54 Sekunden fehlerfrei und schloss in der zweiten Abteilung auf Platz elf ab. Ein wenig schneller ritt Anna-Lena Meinken vom RC Hude, die in der ersten Abteilung ebenfalls keinen Fehler einstrich und nur 53,09 Sekunden brauchte. Ohne Platzierung blieb dagegen Tabea-Marie Meiners, die zwar auf Conrad M3 ebenfalls fehlerfrei ritt, aber mit einer Zeit von 61,24 Sekunden nur Rang 30 erreichte.

Die Reiterin startete zum zweiten Mal bei den Urban ClassX. Nachdem sie beim Auftakt-Turnier der Reihe zusammen mit ihrer Schwester Nina-Carlotta angereist war, setzte sie beim zweiten Termin aus und ließ der jüngeren Meiners-Schwester den Vortritt. Beim dritten Turnier-Wochenende nannte nun wieder die ältere Schwester allein. Hinter der abwechselnden Teilnahme steckt allerdings keine besondere Strategie, wie Tabea-Marie Meiners versichert: „Grundsätzlich versuchen wir natürlich schon, dass wir gemeinsam hinfahren. Da spielen aber viele Faktoren mit rein: Zum Beispiel welche Pferde wir an den Start bringen, die zu welcher Prüfung in der Ausschreibung besser passen. Es ist nicht so, dass wir feste Wochenenden ausgemacht haben, wann wer fährt.“

Die Reiterin des RV Ganderkesee ist in den kommenden Monaten wieder dabei: „Im Januar oder Februar werden wir mit Sicherheit wieder fahren“, beteuert sie. Wie die meisten Teilnehmer ist auch die 22-Jährige begeistert von den Bedingungen in Wüsting: „Die Bedingungen könnten kaum besser sein. Ich bin schon sehr froh, überhaupt an Veranstaltungen teilnehmen zu können, und muss ehrlich sagen, dass das Team um Helmut Urban wirklich sehr gute Voraussetzungen geschaffen hat.“ Besonders angetan ist Meiners von der Prüfungsanlage: „So eine große Halle mit so super Parcours vom Team rund um Werner Tapken. Das ist schon ein Highlight und deshalb fahren auch viele Reiter hierher.“ Gerade für die Ganderkeseer wie Tabea-Marie Meiners ist der Weg nach Wüsting ja auch fast ein Katzensprung: „Es ist so schön, dass es quasi um die Ecke ist. Wir fahren selbst nur 20 bis 25 Minuten, glaube ich. Das ist echt gut.“ Da lohnt es sich auch, nur für einen Tag anzureisen, um dann gleich drei Prüfungen mitzunehmen. Neben der A**-Springprüfung ritt Meiners auch noch die beiden Punktespringwettbewerbe mit Elli M. Ein volles Nikolaus-Programm also, das ihr immerhin einen 15. Rang in der finalen M*-Prüfung bescherte.

Beim Punktespringen der Klasse L, das direkt davor an der Reihe war, reichte es dagegen nur für Rang 46. Dafür hatte Meiners hier mit Werner Hagstedt (Rang 27) und Celina Cansu Kiran (Rang 36) aber wenigstens Vereinsgesellschaft im Starterfeld. Und auch der RC Hude hatte einen Vertreter zu dieser Prüfung gesandt: Loort Fleddermann landete mit Virginia 219 auf Rang 26. Die Plätze gingen größtenteils an den RUFV Rütenbrock in Person von Marcel Kandziora (Platz eins und drei in der ersten Abteilung) und den RSV Neuenwalde in Person von Taja Kiesewetter (Platz zwei in der ersten Abteilung und Platz eins in der zweiten Abteilung). Der dritte Platz der zweiten Abteilung ging an Franca Clementine Kröly und ihr Pony Karim van Orchid’s.

Auch Ponyreiter zieht es also zu den Urban ClassX nach Wüsting, bei denen nicht nur die Bandbreite der Teilnehmer, sondern auch die der Prüfungen breit gefächert ist. Weiter geht es mit der Turnierreihe vom 10. bis 13. Dezember dementsprechend mit Standard- und Stilspring-Wettbewerben mit erlaubter Zeit sowie Prüfungen der Klassen A* bis S*. Mit dabei ist dann unter anderem Marius Horstmann (RV Ganderkesee), der am vorletzten Wochenende mit seinem ersten Null-Fehler-Ritt in einem S*-Springen einen persönlichen Erfolg feierte und diesen nun wiederholen möchte.

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