Reiten Hoher Besuch und niedrigklassige Prüfungen

Bei der jüngsten Ausgabe der Urban ClassX in der Messehalle der Landtage Nord in Wüsting standen keine hochklassigen Prüfungen im Mittelpunkt, sondern Wettbewerbe für Amateurreiter.
01.03.2021, 17:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Bettina Gnaß

Bei der jüngsten Ausgabe der Urban ClassX gab es dieses Mal zwar keine hochklassigen S-Springen, dafür aber hochrangigen Besuch: Otto Becker stattete der Wüstinger Winter-Turnierserie einen Besuch ab. Der Bundestrainer der deutschen Springreiter war aber nicht vor Ort, um Nachwuchstalente zu scouten, sondern um seine Tochter anzufeuern. Der hohe Besuch war dennoch motivierend für alle Teilnehmer, auch für die hiesigen Reiter.

Helena Becker (RV Albersloh), die Tochter des Cheftrainers, startete zum ersten Mal bei den Urban ClassX. Die 14-Jährige nahm unter anderem an der Springprüfung Klasse L teil und holte dabei den zweiten Platz. Natürlich gaben sich auch die anderen Teilnehmer in dem Wettbewerb besonders viel Mühe, da der Bundestrainer zu Besuch war. Am besten gelang dies in dieser Prüfung Clara Rulle (RUFV Rulle), die Beckers Tochter den Sieg mit fast fünf Sekunden Vorsprung vor der Nase wegschnappte. Nur knapp dahinter folgte mit Tabea-Marie Meiners aber auch schon der erste bekannte Name aus dem RV Ganderkesee. Die ältere der Meiners-Schwestern legte auf dem Wallach Luc M eine fehlerfreie Runde in 59,20 Sekunden hin. Auch Nina-Carlotta Meiners versuchte ihr Bestes auf der Stute Frieda M 4, hatte aber kein Glück und fabrizierte elf Fehlerpunkte in 80,78 Sekunden. Mit diesem Ergebnis war nicht mehr als der 41. Rang für sie drin.

Fleddermann holt Rang drei

Auch für die anschließende M*-Springprüfung hatten die beiden Schwestern aus Ganderkesee genannt. Doch hier lief es für keine von ihnen gut: Luc M riss ein Hindernis, bescherte seiner Reiterin damit vier Fehler und am Ende den 25. Rang. Nina-Carlotta Meiners, die dieses Mal auf dem Wallach Curt M 2 unterwegs war, schaffte es dagegen überhaupt nicht auf die Rangliste, sondern schied ganz aus. Der Sieg in der ersten Abteilung ging an Antonia Neuburg aus dem RFV Wunstorf vor Harm Lahde (RV Aller-Weser) und Lukasz Przybylski (RuFV Löningen-Böen-Bunnen v. 1927). Neuburg holte sich auch gleich noch den zweiten Platz in der zweiten Abteilung hinter Otto Vaske (RG Klein Roscharden). Auf dem dritten Platz landete Henrike-Sophie Boy (RFV Hildesheim).

Als nächstes stand mit der M**-Springprüfung schon die schwerste Prüfung des gesamten Turniers an. Auf der Ergebnisliste dieses Wettbewerbs waren dieselben Namen ganz oben zu finden wie beim M*-Springen zuvor: Harm Lahde holte den ersten Platz vor Antonia Neuburg. Als Drittplatzierter schloss Jannes Schultewolte (Stedinger RZFV Sturmvogel Berne) auf der Stute Corlina 6 ab. Als bestplatzierter, weil einziger, regionaler Teilnehmer landete der Huder Loort Fleddermann mit dem Wallach Sir Henrie auf dem 16. Rang.

Viel besser lief es für das Duo vom RC Hude beim M*-Punktespringen zum Turnierabschluss, für das 34 Teilnehmer genannt hatten. Zwei Reiter schieden aus, zwei weitere zogen zurück, die restlichen 30 schafften es auf die Rangliste. Ganz oben auf dieser Liste stand zwar am Ende Luzie Jüttner (RFV Greven) vor Lena Böning (RZFV Rulle), doch schon auf dem dritten Platz folgte Loort Fleddermann. Und direkt hinter ihm war Heike Jahncke zu finden. Die Reiterin vom RV Ganderkesee trat mit der Oldenburger-Stute Coco Spring bereits zuvor beim L-Punktespringen an. Auch hier lief es für das Duo recht gut: volle 65 Punkte und mit 58,81 Sekunden die fünftbeste Zeit in der zweiten Abteilung. Weniger Erfolg hatten ihr Vereinskamerad Cord Mysegaes und seine Stute Dekorateurin Baumeister bei ihrem einzigen Start in Wüsting: Sechs Punkte Abzug und eine Zeit von über 70 Sekunden katapultierten den Reiter auf den 33. Rang nach hinten.

Auch Hartmut Nürnberg (RV Ganderkesee) trat nur bei einer einzigen Prüfung an, und zwar bei der A*-Springprüfung. Vor den Richtern Birgit Bögel und Rainer Ahlers führte er den Wallach Lambrasco N über die Hindernisse in der umgebauten Messehalle in Wüsting. Doch war ihm das Glück nicht hold: Das Springpferd riss ein Hindernis, kassiert vier Fehler und bescherte seinem Reiter damit nur den 34. Rang. Mit derselben Fehlerzahl, aber etwas schneller, überholte Marie-Jolie Beyer ihren Vereinskollegen und landete auf Rang 32. Und noch eine dritte Vertreterin des RV Ganderkesee suchte den sportlichen Wettkampf in diesem Wettbewerb: Anna Sophia Meisel ritt mit der Stute Alison G durch den Parcours von Werner Tapken, sammelte aber acht Fehlerpunkte. Damit blieb es bei ihr am Ende bei Rang 52. Zu guter Letzt gesellte sich auch noch Tobias Jüchter vom RV Grüppenbühren zu den Reitern aus dem Delmenhorster Umland. Auf der Stute Loreida B reichte es für ihn mit vier Fehlern in 60,46 Sekunden aber auch nur zum 40. Rang.

Jüchter und seine Stute starteten zudem auch im anschließenden A**-Springen mit steigenden Anforderungen, für das insgesamt 75 Starter genannt hatten. Hier lief es für die beiden aber noch schlechter als zuvor: zwölf Fehler und damit Rang 66. Die fünf Vertreter des RV Ganderkesee, die ebenfalls an den Start gingen, schlossen dagegen allesamt besser ab: Lars Grimsehl und der Wallach Chacho K auf Rang 59, Nora Herrmann und Cuinn 4 auf Rang 46, Laurin Antz und der Wallach Neroli 4 auf Rang 26. Hendrik Buckenberger ritt mit zwei Pferden in den Parcours und landete mit Canyella Negra B auf Rang 34 sowie mit Brynja 8 auf dem zweiten Platz der zweiten Abteilung.

Weiter geht es am Freitag

Am kommenden Wochenende geht es in Wüsting nicht wie sonst bereits am Donnerstag weiter, sondern erst am Freitag. Der Turniertag am 4. März fällt aus. Die als Prüfungen 1, 2 und 4 ausgeschriebenen Wettbewerbe werden auf den 5. März verschoben, die Prüfungen 3, 5, 6 und 11 sind komplett aus dem Programm gestrichen. Weitere Informationen können Interessierte direkt bei den Veranstaltern einholen.

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