Bilderreise entlang des Klosterbachs Entdeckungen vor der eigenen Haustür

Ein Ehepaar aus Kirchseelte lädt zu einer Bilderreise entlang des Klosterbaches ein. Am Sonntag, 15. November im Dorfgemeinschaftshaus.
05.11.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ute Winsemann

Ein Ehepaar aus Kirchseelte lädt zu einer Bilderreise entlang des Klosterbaches ein. Am Sonntag, 15. November im Dorfgemeinschaftshaus.

Warum eigentlich immer nur Rhein, Donau oder Elbe? Warum nicht auch mal das Gewässer vor der eigenen Haustür? Das haben sich Angelika und Reinhard Rambusch gefragt und geben nun ihre ganz eigene Antwort: Am Sonntag, 15. November, zeigt das Kirchseelter Ehepaar bei einer Veranstaltung des Vereins Dorf und Natur im Dorfgemeinschaftshaus eine Bilderreise entlang des Klosterbachs. Es geht von der Quelle bei Scholen südlich von Bassum über Kirchseelte selbst und das zu Varrel gehörende Tölkenbrück, wo er seinen Namen in Varreler Bäke ändert, bis zur Mündung in die Ochtum im Bremer Ortsteil Strom.

Früher wilder

Obwohl sie schon lange in Kirchseelte wohnen und der Bach nur wenige Hundert Meter von ihrem Haus entfernt durch sein flaches Tal fließt, sei er auch ihnen selbst erst vor einigen Jahren so richtig ins Bewusstsein gekommen, erzählen die beiden: Für die 800-Jahr-Feier des Orts im Jahr 2011 verfassten sie die Chronik. Dazu gehörte natürlich auch ein Kapitel über den Klosterbach.

„Der war früher viel wilder“, weiß Angelika Rambusch über das heute meist gemächlich dahinfließende, harmlos wirkende Wasser. Sogar Menschen seien darin ertrunken, Berichte darüber fanden sie in historischen Dokumenten. Auch politisch war der Klosterbach von Bedeutung, bildete er doch die Grenze zwischen dem Oldenburgischen und dem Hannoverschen Territorium. Das heutige Dreimädelhaus unweit der Brücke nach Kätingen habe seine Ursprünge in einer Zollstation, sagt Angelika Rambusch. „Erst war da nur eine Furt, später wurde dann einen Baumstamm drübergelegt und irgendwann eine Brücke gebaut.“ Und je besser die Verbindung von einem Ufer zum anderen wurde, umso nötiger wurde es offenbar auch, sie zu überwachen. Unter anderem seien Klagen über „ungebührliche Holzabfuhr“ aus den Harpstedter Wäldern Richtung Bremen aufgetaucht, zitiert Reinhard Rambusch aus jahrhundertealten Unterlagen.

All diese Entdeckungen weckten die Neugier der Rentner, und sie beschlossen, den gesamten Lauf zu erkunden. Da nur selten Wege oder Straßen direkt am Ufer entlangführen und sie ohnehin auch Landschaft und Orte im beiderseitigen Einzugsgebiet mit berücksichtigen wollten, teilten sie die 41,8 Kilometer reine Wasserstrecke in fünf Rundtour-Etappen auf möglichst verkehrsarmen Wegen ein. Die radelten sie dann nach und nach zu verschiedenen Jahreszeiten ab, oft auch mehrmals und immer wieder mit Abstechern, um weitere interessante Punkte mitzunehmen.

Manches kannten und schätzten die Rambuschs schon vorher, deshalb gehörten in der Gemeinde Stuhr etwa auch der Steller See und der Silbersee mit zur Route – obwohl sie nicht etwa vom Klosterbach gespeist werden, sondern durch Sandabbau entstanden sind. Auf vieles seien sie aber auch erst durch ihre Touren aufmerksam geworden. Zum Beispiel die Kirche in Scholen, „da wären wir sonst wahrscheinlich nie hingekommen“. Nun begeistern sich beide für die aufwendigen Wandmalereien in dem spätgotischen Saalbau. Und manches lief ihnen auch buchstäblich über den Weg: Etwa drei Hochzeitsbitterinnen, die sich selbst und ihre Fahrräder ganz traditionell geschmückt hatten.

Mit Gummistiefeln ins Moor

Am meisten schwärmen sie aber von der Natur – obwohl die teilweise sogar gefährlich wurde. „Mehrmals bin ich fast aufgefahren, wenn er so scharf gebremst hat, weil da irgendeine Blume war“, sagt Angelika Rambusch schmunzelnd, „jetzt fahren wir meistens gleich mit etwas mehr Abstand.“ Für die Naturaufnahmen gaben sich die Hobbyfotografen besonders viel Mühe. Das Geestmoor, in dem der Klosterbach entspringt, durchstapften sie mit Gummistiefeln, und auch an vielen anderen Stellen ließen sie die Räder stehen und machten sich zu Fuß auf den Weg. Oft hatten sie Glück und konnten etwa Knabenkraut, Mosaikjungfern, Frösche oder einen Fischreiher von ganz Nahem festhalten. Das freut Reinhard Rambusch besonders, denn oft biete erst das Foto die Gelegenheit, die Motive in Ruhe ganz genau zu betrachten. „Da sieht man manches, was einem vorher gar nicht aufgefallen ist.“

Wie viel Rohmaterial sie aufgenommen haben, wissen die beiden nicht. Aus Hunderten von Bildern und auch einigen kurzen Filmsequenzen wählten sie die treffendsten und schönsten aus, ergänzten sie mit der einen oder anderen Karte und einigen der historischen Dokumente, schrieben Texte, nahmen sie auf und suchten Musik aus. Das alles stellten sie dann am Computer so zusammen, dass nicht nur das Publikum, sondern auch sie selbst die Vorführung nur noch zu genießen brauchen.

Die Bilderreise am Sonntag, 15. November, im Dorfgemeinschaftshaus am Groß Ippener Weg 1 beginnt um 16 Uhr mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen. Damit die Mengen stimmen, ist eine telefonische Anmeldung unter der Nummer 0 42 06 / 92 22 erforderlich.

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