Klimaaktion in Wildeshausen

600 Bäume für den Klimaschutz

Im Rahmen der Initiative „Plant-for-the-Planet“ haben Schüler der Schule Spascher Sand Hunderte von Weiden und Hainbuchen im Pestruper Moor gepflanzt. Die Aktion fand zum zweiten Mal in Wildeshausen statt.
03.12.2019, 14:55
Lesedauer: 3 Min
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Von Martin Siemer
600 Bäume für den Klimaschutz

Maurice Pak (von links), Steve Ruschlau, Niklas Raker, Lena Marie Haskamp, Emma Ficks und Clara Barrelmann pflanzten gemeinsam über 60 Bäume.

INGO MOELLERS

Am Montag haben über 60 Schüler vermutlich mehr für den Klimaschutz getan als die 25 000 Teilnehmer der Weltklimakonferenz in Madrid. Bei der Plant-for-the-Planet-Akademie pflanzten die Jungen und Mädchen mehr als 600 Bäume im Pestruper Moor in Wildeshausen. Zum zweiten Mal fand die Plant-for-the-Planet-Akademie in Wildeshausen statt. Organisiert vom Landkreis Oldenburg und dem Waldpädagogikzentrum Weser-Ems der Landesforsten Niedersachsen.

Die Initiative „Plant for the Planet“ wurde 2007 vom damaligen Drittklässler Felix Finkbeiner gegründet. Inzwischen hat die Schülerinitiative weltweit über 15 Milliarden Bäume gepflanzt. Auch in Wildeshausen hielt das durchwachsene Wetter die Schüler nicht davon ab, kräftig in die Hände zu spucken und die Sal- und Asch-Weiden sowie Hainbuchen in die Erde zu bringen. Die Bäume bilden eine natürliche Barriere zu einem angrenzenden Eichenwald und verhindern, dass zu viel Stickstoff von den umliegenden Ackerflächen in den Wald gelangt, erklärt Horst Wieting vom Waldpädagogikzentrum. Gemeinsam mit Forstwirt Heino Werner leitet er die jungen Umweltschützer an.

Unter ihnen sind auch Maurice Pak, Steve Ruschlau, Lena Marie Haskamp, Niklas Raker, Emma Ficks und Clara Barrelmann aus den fünften und sechsten Klassen der Wildeshauser Schule Gut Spascher Sand. „Wir haben bestimmt 60 oder 70 Bäume gepflanzt“, berichtete Steve Ruschlau am späten Nachmittag im Sitzungsaal des Kreishauses. Dort fand die Abschlussveranstaltung der Akademie statt.

Auf der eintägigen Akademie werden Themen wie Klimawandel, Klimagerechtigkeit und Globalisierung besprochen. Die Teilnehmer bekommen darüber hinaus über altersgerecht vermittelte Übungen auch das nötige Rüstzeug an die Hand, um dieses Wissen an andere Kinder und Jugendliche, aber auch an Erwachsene weiterzugeben. Christian Wolf, Erster Kreisrat des Landkreises Oldenburg, war schwer begeistert vom Engagement der Jungen und Mädchen. „Es geht um unser aller Überleben. Wir können froh sein, dass so viele junge Menschen dabei sind.“ Er forderte die Teilnehmer auf, ihren Einsatz und ihre Einstellung zum Klimaschutz in die Welt hinaus zu tragen. „Denn dieser Effekt ist noch wichtiger als das, was wir aus Madrid hören werden.“

Zuvor hatten sich die jungen Aktivisten in den Sitzungsräumen des Kreishauses mit verschiedenen Themen zum Klima- und Umweltschutz auseinandergesetzt. Auf Plakaten hatten sie Aktionen notiert, die sie möglicherweise in ihren Schulen oder auch zuhause umsetzen wollen. Die Spascher Sand Schüler wollen zum Beispiel noch mehr Bäume auf dem Schulgelände pflanzen und viel mehr mit dem Fahrrad fahren. Die Gruppe aus der Waldschule in Sandkrug möchte sich aktiv bei der Umgestaltung des Lehrparkplatzes einbringen und auch dort mehr Bäume pflanzen. Außerdem wollen sie einen Schulgarten anlegen.

Gleich mehrere Gruppen planen sogenannte Pflanzpartys. „Dazu müsst ihr Leute zusammenbringen, die müssen Spaten dabei haben. Und dann pflanzt man halt Bäume“, war die kurze, aber treffende Erklärung aus den Reihen der Teilnehmer. Da wusste dann auch Christian Wolf, was eine Pflanzparty ist. Der Erste Kreisrat war übrigens bei der Baumpflanzaktion selbst nicht dabei. Sein Beitrag für den Klimaschutz ist aber das Fahrrad. Täglich radelt er von seinem Wohnort Dötlingen an der Hunte entlang ins Kreishaus nach Wildeshausen.

Zum Abschluss der Plant-for-the-Planet-Akademie wurden alle Teilnehmer als „Botschafter" für Klimagerechtigkeit ausgezeichnet. Die Schülerinitiative Plant-for-the-Planet hat mittlerweile weltweit über 67 000 Klimabotschafter ausgebildet. Und auch die Teilnehmer in Wildeshausen werden künftig als Multiplikatoren agieren. Dafür erhielt jeder eine Stofftasche mit Infomaterialien und eine CD, damit sie eigene Vorträge und Aktionen gestalten können.

Das Waldpädagogikzentrum der Niedersächsischen Landesforsten hat mittlerweile sieben Akademien zusammen mit Plant-for-the-Planet durchgeführt.

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