Fußball Ein neues Kapitel

Nach sieben Jahren beim SV Atlas hütet David Lohmann nun beim VfL Wildeshausen das Tor. Der 30-Jährige freut sich auf die neue Herausforderung.
15.07.2019, 15:44
Lesedauer: 3 Min
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Ein neues Kapitel
Von Justus Seebade

Wildeshausen. Noch gut dreieinhalb Wochen – dann ist es so weit. Der SV Atlas Delmenhorst trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den SV Werder Bremen. Viele Leute wollen hin, sehr viele sogar, die Ticketnachfrage hat alle Erwartungen übertroffen. Die Partie im Weserstadion zieht die Massen derart an, dass nicht mal alle Interessierten eine Karte bekommen. Für David Lohmann gilt das indes nicht. Der Torhüter wird live dabei sein, wenn sein Ex-Klub gegen den großen Nachbarn aus der Hansestadt antritt. Und obwohl er nicht als Aktiver auf dem Platz steht, sondern als Zuschauer auf der Tribüne Platz nimmt, schmälert das seine Vorfreude auf das ganz besondere Pokalduell nicht. „Ich kann da sehr gut mit umgehen. Es ist keine Wehmut dabei. Ich freue mich darauf, im Stadion zu sitzen“, sagt Lohmann.

Es ist für ihn nach eigener Aussage in gewisser Weise ein passender Abschluss seiner Atlas-Zeit. Und die war für ihn zweifelsfrei eine ganz besondere. Der Keeper war in Bezug auf den „neuen“ SV Atlas sozusagen ein Mann der ersten Stunde. Er erlebte vom Start in der 1. Kreisklasse im Jahr 2012 bis hin zum Aufstieg in die Oberliga und zum Triumph im Niedersachsenpokal, der dem Verein die Teilnahme am DFB-Pokal bescherte, alles mit. „David war von der ersten Sekunde an dabei und hat geholfen, Atlas aus der Kreisklasse nach oben zu führen. Er geht in die Vereinsgeschichte ein“, würdigte SVA-Präsident Manfred Engelbart die Verdienste des Schlussmanns bei dessen Verabschiedung.

Lohmann denkt gerne an das langjährige blau-gelbe Kapitel in seiner Laufbahn zurück. „Es war eine schöne Zeit. Wenn man irgendwann aufgehört hat, wird man noch sein ganzes Leben von den Erlebnissen erzählen“, ist sich der 30-Jährige sicher. Anfangs, als es für den neu gegründeten SVA in den Niederungen des Amateurfußballs losging, sei der Verein von vielen Leuten belächelt worden. „Die holen sich jetzt alle eine Karte für das Pokalspiel“, vermutet Lohmann. Atlas belehrte sie alle eines Besseren, schaffte einen Aufstieg nach dem anderen. Und der Torwart war stets ein zentraler Bestandteil des ganzen Gefüges.

In den vergangenen eineinhalb Jahren lief es für Lohmann persönlich aus sportlicher Sicht nicht mehr ganz so rund. Er kam kaum noch zum Einsatz, war häufig verletzt und musste Florian Urbainski den Vortritt lassen. „Flo hat das gut gemacht“, erkennt Lohmann die Leistungen seines ehemaligen Konkurrenten an. Und da das so gewesen sei, habe er sich eben in die Warteschlange einreihen müssen.

Das mit der Warteschlange hat sich mittlerweile erledigt. Lohmann hat die Delmenhorster bekanntlich verlassen und sich dem Landesliga-Aufsteiger VfL Wildeshausen angeschlossen. Eine neue Herausforderung also nach sieben Jahren Atlas.

Dass seinem Team aller Voraussicht nach eine harte Saison in der höheren Spielklasse bevorsteht, weiß der Neue im Kasten des VfL natürlich. Das Ziel lautet Klassenerhalt, und das ist aus Lohmanns Sicht auch absolut realistisch. „Die Qualität haben wir auf jeden Fall“, betont er. „Ich bin in meiner Laufbahn noch nicht ein Mal abgestiegen. Das soll auch so bleiben.“

Die Eindrücke, die er bislang von seiner neuen Mannschaft gesammelt hat, stimmen Lohmann äußerst positiv. „Wir haben einen sehr guten Teamgeist. Im Verein ist alles gut strukturiert und organisiert“, findet der Schlussmann lobende Worte. Er sei in eine funktionierende Mannschaft gekommen. Die wird seine höherklassige Erfahrung in der Landesliga sicherlich gut gebrauchen können. „Ich bin aber kein Lautsprecher in der Kabine“, bemerkt Lohmann, der auf dem Platz hingegen selbstredend seine Anweisungen von hinten gibt. „Und wenn es darauf ankommt und es mal nicht so läuft, bin ich einer, der vorangehen will“, sagt der 30-Jährige.

Nach den oftmals langen Auswärtsfahrten in der Oberliga freut er sich nun auf kürzere Wege innerhalb des Bezirks Weser-Ems. Ob BV Cloppenburg, VfL Oythe, TuS BW Lohne oder SV Bevern – auf die Wildeshauser warten viele Trips, die sie in etwas mehr als einer halben Stunde zurücklegen können. Im Fall von Oythe ist der Weg sogar noch kürzer. „Das wird ein anderer Schnack“, meint Lohmann. Einige Partien hätten einen gewissen Derbycharakter.

Den hat, na klar, auch das DFB-Pokalspiel Atlas gegen Werder. Ein Derby aus der Zuschauer-Perspektive also für David Lohmann, bevor die Duelle auf dem Platz anstehen. Und das im neuen Dress.

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