Fußball-Landesliga

BV Essen zieht sich aus Landesliga zurück

Durch den Rückzug des BV Essen hat der VfL Wildeshausen lediglich noch acht Gegner. Ob dadurch nur noch ein Absteiger gesucht wird, bleibt unklar. VfL-Trainer Marcel Bragula nahm die Nachricht negativ auf.
18.11.2020, 13:39
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Von Michael Kerzel und Niklas Johannson
BV Essen zieht sich aus Landesliga zurück

In der vergangenen Spielzeit traten Michael Eberle (rechts) und der VfL Wildeshausen noch gegen BV Essen an. Durch den Rückzug werden sich die Krandelkicker in der laufenden Landesliga-Saison nur noch mit acht Mannschaften duellieren müssen.

FOTOS: INGO MÖLLERS

21 Teams gingen zum Saisonstart in der Fußball-Landesliga Weser-Ems ins Rennen, sieben von ihnen sollten am Ende absteigen. Aufgrund der Menge an Mannschaften wurde die Liga in zwei Staffeln aufgeteilt, der VfL Wildeshausen landete in einer Elfer-Gruppe. Die jeweils drei Letztplatzierten beider Staffeln sowie der Verlierer aus einem Duell der Viertletzten sollten in ihre jeweiligen Bezirksligen absteigen.

Aus der Elfer- ist mittlerweile eine Neunerstaffel geworden: Der BV Cloppenburg bekam schon zu Saisonbeginn keine elf Spieler zusammen, trat zweimal nicht an und meldete daher seine Mannschaft ab. Nun hat auch der BV Essen zurückgezogen. Zwei Partien absolvierte die Elf aus dem Landkreis Cloppenburg bislang, beide endeten unentschieden. Gegen Wildeshausen trat der BVE noch nicht an. Das vorerst letzte Landesligaheimspiel der Klubhistorie stand im November 2019 an. Durch die fehlenden Einnahmen aus Heimspielen und die fortlaufenden Kosten in der Corona-Zeit hat der Verein nicht mehr die finanziellen Mittel, um weiterhin in der Landesliga anzutreten, teilte Essens Präsident Paul Kolker mit.

Der BVE geht künftig in der Kreisliga auf Punktejagd. Marcel Bragula, Trainer des VfL Wildeshausen, betont dazu: „Es ist schon komisch, dass es außerhalb des Platzes nicht mehr gepasst hat und die Gelder ausgegangen sind. Aber was ich genau davon halte, behalte ich für mich.“ Damit gibt es nur noch 16 Partien pro Team, der VfL Wildeshausen hat bereits sechs absolviert und steht mit je zwei Siegen, Unentschieden und Niederlagen solide da. Mit Essen und Cloppenburg sind zudem bereits zwei von sieben Absteigern gefunden. Ob sie beide als Absteiger der Wildeshausen-Staffel angesehen werden und somit nur noch ein Team sicher runtergehen muss und eines in der Relegation antritt, ist derweil noch unklar.

„Wir haben noch nicht final entschieden, wie wir damit umgehen“, berichtet Stefan Brinker, Vorsitzender des Bezirksspielausschusses und Staffelleiter der Landesliga, auf der Homepage des Niedersächsischen Fußballverbandes. Man müsse ausarbeiten beziehungsweise sich mit der Rechtsabteilung in Barsinghausen abstimmen, ob es bei dieser ungeraden Zahl noch ein Abstiegsspiel geben werde. „Auch mit den Vereinen müssen wir noch mal sprechen“, teilt Brinker mit. Er gehe davon aus, dass in der nächsten Saison 19 Vereine in der Landesliga spielen werden. „Es sei denn, es gibt einige, die von vornherein sagen, dass sie nicht wollen.“ Eventuell muss die Landesliga auch noch einen Oberliga-Absteiger aufnehmen.

Der Ansicht, dass der Essener Rückzug positive Auswirkungen für den VfL haben könne, wenn nur noch ein Team aus der Wildeshauser Staffel absteigt, widerspricht Bragula: „So eine Nachricht ist für mich grundsätzlich negativ, weil es mir für die Kollegen einfach leid tut.“ Einen neuen Spielplan wird es für diese Saison nicht geben, teilt Brinker mit. Da man den Spielplan so begonnen habe, sei es nicht möglich, einen neuen zu erstellen. „Damit ist er rechtsgültig“, erklärt Brinker. Natürlich sei es ärgerlich, wenn drei Mannschaften spielfrei seien. Die einzige Möglichkeit sei es deshalb, das Ganze manuell zu steuern. „Dass man da noch Spiele reinsetzt, wo noch spielfreie Tage sind“, erläutert der Staffelleiter.

Weil der NFV alle Spiele bis Jahresende abgesetzt hat, soll die Landesliga-Saison planmäßig Ende Februar fortgesetzt werden. „Für mich war diese Entscheidung überhaupt keine Überraschung. Spiele im Dezember, Januar und Februar auszutragen, ist doch Träumerei. Da sind die Plätze doch gar nicht bespielbar“, sagt Bragula, der zudem nicht mehr an die geplante Auf- und Abstiegsrunde glaubt: „Wie soll das denn gehen? Mit Friesoythe und Bevern haben zwei Mannschaften erst zwei Spiele bestritten. Die müssten trotz der Neuner-Staffel noch bis Juni 14 Spiele absolvieren.“

Für die Krandelkicker soll es am 28. Februar mit dem Gastspiel beim SV Bevern weitergehen. Bis dahin sollen sich die VfL-Akteure individuell fit halten. „Dieses Mal haben wir ihnen keine Pläne mitgegeben, irgendwann ist damit auch mal gut. Aber meine Spieler wissen genau, dass der Tag X kommen wird. Und dann wäre es ein No-Go, unfit zum Trainingsauftakt zu erscheinen.“

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