Rämmi-Dämmi-Kinderland in Wildeshausen

Neue Betreiber wollen Halle lieber kaufen

Zum Beginn der Sommerferien haben neue Betreiber das Rämmi-Dämmi-Kinderland in Wildeshausen übernommen. Sie würden die Halle auch gerne kaufen, was für die Pläne einer Mehrzweckhalle nicht folgenlos bliebe.
01.08.2021, 11:00
Lesedauer: 2 Min
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Von lli
Neue Betreiber wollen Halle lieber kaufen

Seit Ferienbeginn hat das Rämmi-Dämmi-Kinderland wieder geöffnet – jetzt unter neuer Regie.

Schelling

Fröhliches Kindergeschrei hallt durch die große Halle, im Hintergrund hängen drei Jungen am Klettergerüst, weiter vorne auf dem großen Luftkissen springen ein paar Mädchen herum, und zwei ganz Kleine kurven mit dem Bobby-Car über den Teppichflor. Eltern und Großeltern unterhalten sich unterdessen an den Tischen im Gastrobereich, wo die Pommes der Kinder langsam kalt werden. Es herrscht wieder Leben im „Rämmi–Dämmi-Kinderland“.

Fast eineinhalb Jahre war die Spiel- und Spaßhalle am Krandel geschlossen. Zuerst stoppte das Coronavirus im März 2020 jäh den Betrieb, und als es im vergangenen Sommer wieder losgehen sollte, machte ein Wassereinbruch die Neueröffnung zunichte. Im September gab es einen zweiten Wasserschaden – das war ein harter Schlag für die Pächterin Christine Bierans, die das „Rämmi–Dämmi“ in der früheren Tennishalle seit 2005 betrieben hatte. Ende Juni lief nun ihr Pachtvertrag aus, Halleneigentümer Carsten Segelken hat ihn nicht verlängert, sondern einen neuen Mieter gefunden: Die Bero GmbH mit Sitz im rheinischen Willich, die bereits zwei Indoor-Spielhallen in Mönchengladbach und Köln betreibt, besitzt nun in Wildeshausen einen dritten Standort.

Am Donnerstag vor einer Woche, pünktlich zum Beginn der Sommerferien, war die Neueröffnung – ohne dafür groß die Werbetrommel zu rühren. „Wir wollen einfach erst mal anfangen und den Familien in den Sommerferien etwas bieten“, sagt Sascha Ropertz, einer der beiden Bero-Geschäftsführer. Täglich von 10 bis 19 Uhr ist die Halle geöffnet.

Die ersten Renovierungsarbeiten seien abgeschlossen, weitere sollen im laufenden Betrieb vorgenommen werden, kündigt Ropertz an. Die Einrichtungen und Spielgeräte wurden größtenteils von Christine Bierans übernommen. Es wurden aber auch schon neue angeschafft wie das große grün-gelb-weiße Luftkissen, „Wabbelberg“ genannt, oder eine aufblasbare Hindernisbahn.

Sascha Ropertz und sein Co.-Geschäftsführer Nico Berger haben noch viel vor am Krandel. Nicht nur weitere Attraktionen für Kinder sind geplant, sondern auch eine Erweiterung der Gastronomie. Ein Biergarten neben der Halle soll bis zum nächsten Sommer entstehen, ohnehin gibt es gerade für den Außenbereich allerhand Ideen.

Um investieren zu können, möchten die neuen Betreiber die Halle allerdings gern kaufen. Verhandlungen mit dem Eigentümer laufen. Das hätte dann allerdings Auswirkungen auf die Pläne, aus dem „Rämmi-Dämmi“ eine multifunktionale Veranstaltungshalle zu machen. Entsprechende Überlegungen hatten Segelken und sein Schwiegervater Uwe Leinemann, Vorsitzender des Musikkorps Wittekind, mit ihren Mitstreitern von der Initiativgruppe Mehrzweckhalle Wildeshausen Anfang Juni öffentlich gemacht. Hintergrund ist der absehbare Verlust der Widukindhalle als Veranstaltungsort: Sie wird bei der Sanierung zur reinen Sporthalle umgebaut.

„Bis September muss der Verkauf festgezurrt sein“, setzt Segelken der Bero GmbH ein zeitliches Limit, „sonst würde ich den Plan einer Multifunktionshalle weiterverfolgen.“ Komme es zu dem Geschäft, sei das Hallen-Thema an diesem Ort wohl vorerst vom Tisch. „So ist das“, sagt Segelken, „wenn Plan B schneller kommt als Plan A.“

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