Umfrage unter Kaufleuten Weniger kauffreudige Kunden

Schwieriges Geschäft in Corona-Zeiten: Die Kaufleute in Wildeshausen spüren die Auswirkungen der Pandemie. Das zeigte eine Umfrage.
22.11.2020, 17:17
Lesedauer: 2 Min
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Von Jana Budde und Svenja Gabriel-Jürgens

Einen Lockdown für den Einzelhandel gibt es zwar nicht. Aber wenn Restaurants und Cafés geschlossen sind, wirkt sich das auch auf andere lokale Geschäfte aus. Eine Umfrage unter Wildeshauser Kaufleuten bestätigt, wie schwierig das Geschäft derzeit ist.

Immer unterschiedlich sei der Kundenandrang in der Parfümerie Schuback an der Westerstraße. „Uns geht es nicht schlecht. Trotzdem bemerken wir hier manchmal weniger Kunden. Ab 16.30 Uhr ist hier aber meistens doch mehr los“, sagt Angestellte Emine Mohamad. Die Menschen würden sich eben doch auch für zu Hause schön machen, sich schminken und eben auch mal „für das eigene Gefühl einen schönen Duft auflegen“.

Doch es gibt auch Einschränkungen, mit denen die Parfümerie leben muss. Mohamads Kollegin, Kosmetikerin Iris Janssen, darf aktuell nicht in ihrem eigentlichen Aufgabenfeld arbeiten. „Augenbrauen zupfen oder färben, die Kunden schminken – das entfällt. Deshalb unterstütze ich jetzt den Verkauf“, sagt Janssen. Für ihre Kunden bietet die Parfümerie neben dem Filialverkauf auch einen Online-Shop an. „Die Produkte können so direkt nach Hause bestellt werden oder zu uns ins Geschäft“, führt Emine Mohamad aus.

„Man merkt schon, dass weniger los ist, die Innenstadt ist nicht mehr so belebt wie sonst“, bemerkt auch Janika Meyer, Filialleiterin des Blumengeschäfts Zaubergarten in Wildeshausen. Im Umsatz mache es sich bisher aber nur minimal bemerkbar, sagt sie, und kann sich auch einen Grund vorstellen: „Viele möchten es zu Hause schön haben.“ Einen Lieferservice innerhalb von Wildeshausen bietet das Geschäft generell an. Falls es doch wieder zu einer Schließung käme, „würde uns das natürlich sehr treffen“, sagt Meyer. Ob es dann Angebote wie einen ausgedehnten Lieferservice oder Online-Shop geben würde, müsste man dann schauen. Bis dahin hofft sie, dass es mit den Hygieneregeln so weitergehen kann, wie es derzeit ist, denn: „Zu tun ist eigentlich immer genug.“

„Es bereitet uns noch keine Sorgen, aber es ist wenig los“, merkt auch Nina Harting von Optiker Harting. Schwierig ist für sie zurzeit eher die Beratung für eine Brille: „Manchmal ist es ein bisschen schwierig, mit der Maske das Brillenmodell zu betrachten“, sagt Harting. Daher gebe sie die Brillen jetzt vermehrt mit nach Hause, damit Kunden sie dort in Ruhe anprobieren können. Bei einem möglichen Lockdown dürfe der Optiker zwar weiterhin geöffnet bleiben – die Arbeit würde laut Nina Harting dann jedoch nur noch sehr eingeschränkt funktionieren. So seien Sehtests dann beispielsweise nicht mehr durchführbar. „Reparaturen wären noch möglich. Aber das macht nicht unser eigentliches Geschäft aus“, erklärt die Optikerin.

Etwas anders sieht es in den Modegeschäften Baute aus. „Wir spüren das ein Stück weit natürlich, die Kundenfrequenz lässt nach“, sagt Inhaber Nasmi Alkanat. Allerdings sagt auch er: „Wir können nach wie vor nicht klagen.“ Vor allem lebe das Geschäft von Stammkunden, und die kämen weiterhin. „Unsere Kunden suchen das persönliche Gespräch“, freut sich Alkanat. Er erklärt damit auch, warum der Lieferservice, den das Geschäft sowieso schon angeboten hat, nicht viel mehr in Anspruch genommen wird als vor der Pandemie.

Um auf eine mögliche Schließung vorbereitet zu sein, aber auch, um sich für die Zukunft noch besser aufzustellen, ist man laut Nasmi Alkanat aktuell dabei, einen Online-Shop für die Kunden einzurichten. „Man muss sich breiter aufstellen und Attraktivität schaffen“, begründet Nasmi Alkanat den Schritt.

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