Fußball-Landesliga

VfL Wildeshausen rutscht in die Abstiegszone der Landesliga

Die Krandelkicker kommen bei einer nicht unverdienten 0:1-Heimniederlage gegen BV Essen kaum zu Torchancen und verlieren bereits zum vierten Mal in Folge. Zudem beklagt der VfL mehrere verletzte Spieler.
24.11.2019, 20:06
Lesedauer: 3 Min
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VfL Wildeshausen rutscht in die Abstiegszone der Landesliga
Von Michael Kerzel
VfL Wildeshausen rutscht in die Abstiegszone der Landesliga

Steven Müller-Rautenberg (links) hatte die einzigen beiden Torchancen des VfL Wildeshausen. Kurz vor Schluss verletzte er sich.

INGO MÖLLERS

Es war ein mehr als gebrauchter Tag für die Landesliga-Fußballer des VfL Wildeshausen. Mit 0:1 (0:1) verloren die Krandelkicker daheim gegen den BV Essen. Dieser überholte damit den VfL, welcher dadurch auf einen Abstiegsplatz abrutschte. Zudem musste Patrick Meyer, der den beruflich in Afghanistan weilenden Chefcoach Marcel Bragula vertritt, Alexander Kupka und Maximilian Seidel mit kleineren Blessuren sowie Steven Müller-Rautenberg vom Platz nehmen. Bei Letzterem besteht die Sorge, dass er sich erneut schwerer am Sprunggelenk verletzt hat. Die Wildeshauser haben nun vier Spiele in Folge verloren, die vergangenen drei allesamt zu Hause, die vergangenen beiden ohne eigenen Treffer.

Unverdient war diese Niederlage nicht in einem insgesamt auf sehr mäßigem Niveau ausgetragenen Match. Wildeshausen fand über die gesamte Spieldauer kein Mittel, um zu Torchancen zu kommen. Die Gäste nutzten die einzige Großchance der Partie und sackten so die drei Punkte ein. „Die erste Hälfte war noch ausgeglichen und von uns teilweise okay. In der zweiten Hälfte war es zu wenig. Wir haben nicht mit Überzeugung gespielt, es wirkte fahrig. Das können wir so nicht machen“, analysierte Meyer. Das Ergebnis gehe in Ordnung, da Essen etwas mehr für das Spiel getan habe.

BVE-Coach Mohammad Nasari war entsprechend zufrieden. „Es war eine Mannschaftsleistung. Wir sind über das Kollektiv gekommen, alle haben zusammen gebissen. Wir wussten, dass wir hier nicht zu vielen Chancen kommen würden, und mussten daher geduldig sein“, berichtete er. Das nötige Glück sei aufseiten seiner Mannen gewesen. „Aber das muss man sich auch erarbeiten. Es war ein Kampfspiel“, sagte er.

In den ersten zehn Minuten entwickelte sich zunächst ein schnelles Spiel. Vor allem die Gäste versuchten es mit Kombinationsfußball und kamen damit immerhin in Strafraumnähe. Bei einer ersten Halbchance schoss Nikita Kirik aus der Distanz über den Wildeshauser Kasten (3.), nach acht Minuten traf Vafing Jabateh eine Flanke von Michael Schaubert nicht richtig. Bis auf zwei weitere harmlose Versuche aus der Distanz (Kirik/30. und Jabateh/33.) war es das jedoch auch schon mit den Angriffsbemühungen der Gäste bis zur spielentscheidenden 40. Minute. In dieser landete ein weiter Ball bei Jabateh, der alleine vor David Lohmann die Ruhe bewahrte und zum 1:0 einschob. Den langen Ball hatte Thorben Schütte erst falsch eingeschätzt und dann die Orientierung verloren.

Offensiv gelang den Wildeshausern nicht besonders viel: Ein Versuch von Seidel wurde geblockt (9.), kurz darauf verpasste es Lennart Feldhus, frei stehend aus 16 Metern zu schießen, und produzierte stattdessen einen Fehlpass. Bis zur 36. Minute dauerte es, ehe es gefährlich wurde für die Gäste: Ein Freistoß von der Mittellinie flog an diversen Akteuren beider Teams vorbei und landete am langen Pfosten bei Müller-Rautenberg. Dieser setzte das Leder jedoch über die Latte. Nur eine Minute später spielte er von rechts den Ball flach vor das BVE-Tor, doch niemand kam heran. Mehr passierte im ersten Durchgang nicht – und das waren immer noch mehr Höhepunkte als in den zweiten 45 Minuten.

Dieser zweite Durchgang ist schnell erzählt: Essen stand defensiv sicher und hatte die Kontrolle, kam selbst jedoch zu keinen Chancen. Bei Wildeshausen versuchten es Jan Lehmkuhl (60.) und Müller-Rautenberg (64./68.) aus der Distanz, Torgefahr entstand daraus jedoch nicht. Der VfL zeigte im zweiten Durchgang genau einen guten Angriff: Ole Lehmkuhl setzte sich auf links durch, zog Richtung Strafraum und legte klug zurück, Müller-Rautenbergs Abschluss von innerhalb des Strafraums wurde zur Ecke geblockt (67.). „Wir hätten mutiger sein und mit mehr Überzeugung auftreten müssen. Wir hätten uns trauen müssen, Fußball zu spielen. So haben wir vor allem mit langen Bällen agiert und die waren alle weg“, sagte Meyer. Einen großen Anteil daran hatte Ivan Buzynnikov: Der BVE-Verteidiger ist zwar eineinhalb Köpfe kleiner als Feldhus, setzte sich im Luftkampf aber dennoch häufig durch oder hinderte den VfL-Stürmer zumindest daran, das Leder kontrolliert weiterzuleiten oder abzulegen. „Wir hatten ja oft den Ball, haben damit aber kein Spiel hinbekommen“, fasste Meyer zusammen.

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