Wildeshauser Rettungsgesellschaft

DLRG hält an Neubauvorhaben fest

Weil die Baupreise in die Höhe geschossen sind, braucht die DLRG Wildeshausen nun finanzielle Hilfe für ihr geplantes Schulungszentrum. Welche Lösungsansätze der Vorstand sieht, erklärt Carsten Petermann.
15.09.2021, 14:07
Lesedauer: 3 Min
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DLRG hält an Neubauvorhaben fest
Von Kerstin Bendix-Karsten
DLRG hält an Neubauvorhaben fest

So soll das neue Rettungs- und Schulungszentrum der DLRG Wildeshausen an der Böttcherstraße aussehen. Für die Umsetzung braucht die Gesellschaft nun aber Hilfe.

DLRG

Es ist ein ehrgeiziges Vorhaben. Darüber ist sich die Wildeshauser Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bewusst. Doch: „Aufgeben ist keine Option“, erklärte Carsten Petermann, Vorsitzender der DLRG in Wildeshausen, auf der Jahreshauptversammlung den 36 anwesenden Mitgliedern und Gästen. Man wolle bei dem Vorhaben, ein Schulungs- und Rettungszentrum zu bauen, den Kopf nicht in den Sand stecken. 

Eigentlich wollte die DLRG Anfang September mit dem Bau ihres neuen Schulungs- und Rettungszentrums in Wildeshausen beginnen. Doch aufgrund der Kostenexplosion im Bauwesen hatten sich die Schätzungen für das geplante Gebäude nahezu verdoppelt. Rechnete die DLRG eigenen Angaben am Anfang der Planungen noch mit etwa 600.000 Euro, so steigerten sich die Schätzungen im vergangenen Jahr zusehends. „Diese Entwicklung war bis Ende 2020 nicht absehbar“, betonte Petermann. Statt 600.000 Euro müsse die DLRG nun mit 1,2 Millionen Euro rechnen. „Das ist gewaltig, das können wir uns nicht leisten“, erklärte Petermann bereits Mitte August (wir berichteten).

Der Vorstand stellte den Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung nun neue Lösungsansätze vor, die aber noch nicht spruchreif sind. Dazu gehört unter anderem, weitere Fördermittel aus den verschiedensten Finanztöpfen einzuholen. Der Kreditrahmen von 500.000 Euro über ein privates Darlehen werde in keinem Fall erhöht, versicherte Petermann.

Der Vorsitzende berichtete auf der Jahreshauptversammlung, dass das Bauprojekt der DLRG Wildeshausen bereits bundesweit verfolgt werde: „Ich hatte schon Anfragen aus Dortmund und Schleswig-Holstein, wann das Schulungszentrum fertig sei, um es nutzen zu können.“ Und dass die Ausbildung von Schwimmern und Rettungsschwimmern notwendiger ist denn je, hat die Corona-Krise gezeigt. Michael Lüken, Vorsitzender des DLRG-Bezirks Oldenburger-Land-Diepholz, sagte als Gast dieser Versammlung: „Wir haben durch die Pandemie zwei Generationen von Schwimmern verloren. Aufholen werden wir das wohl nicht mehr können.“

Moderater Mitgliederverlust

Bei den Mitgliederzahlen konnte Carsten Petermann auf der Jahreshauptversammlung durchaus Positives vermelden: „Im Gegensatz zu anderen Vereinen haben wir durch Corona relativ wenige Mitglieder eingebüßt.“ Die Zahl sei von 340 auf rund 300 gesunken. Das sei längst nicht so viel wie in der Zeit, als das Bad zwei Jahre geschlossen war. Sein Stellvertreter Marco Hake ergänzte: „Dass uns die meisten Mitglieder die Treue gehalten haben, ist das Schönste für uns, denn es ermöglicht uns, die Arbeit der DLRG fortzusetzen.“ 

Trotz aller coronabedingten Widrigkeiten hat der Wildeshauser Ortsverband versucht, "etwas möglich zu machen, vor allem für die Aktiven im Rettungsschwimmen“, sagte der Leiter Ausbildung, Henning Höffner, auf der Jahreshauptversammlung. Ausfallen musste indes die Anfänger-Schwimmausbildung. Auch die Erste-Hilfe-Ausbildung war durch Corona zum Teil zum Erliegen gekommen. „Das hat viele Betriebe in Nöte gebracht“, erklärte Höffner. Die Ortsjugend hielt den Kontakt zu den jungen Mitgliedern mit Online-Treffen, Bastelaktionen für zu Hause, dem Familienschwimmen im September 2020 und jetzt im Sommer mit einer Ferienpassaktion.

Drei Einsätze

Rettungseinsätze hatte die DLRG Wildeshausen im zurückliegenden Jahr drei, jeweils einen in Wildeshausen, Dötlingen und Huntlosen. Darüber hinaus hatte der Leiter Einsatz, Björn Barkemeyer, den Aufbau des Wildeshauser Impfzentrums mitorganisiert.

Zur Sache

Dank an Dötlinger Familie

Ohne zu zögern, hat Familie Wachtendorf aus Dötlingen der DLRG-Ortgruppe Wildeshausen Unterschlupf für ihre Fahrzeuge, Boote, Anhänger und etliches Material angeboten, nachdem im Sommer 2020 der Mietvertrag für die städtische Lagerhalle an der Glaner Straße gekündigt worden war und kein adäquater Ersatz gefunden werden konnte. Auch die dort gelagerten Habseligkeiten des Stadtjugendrings kamen in Dötlingen bis heute dort unter. „Und wir sind die ganze Zeit über einsatzfähig geblieben“, freute sich der DLRG-Vorsitzende Carsten Petermann. Zum Dank gab es ein Präsent. Auch der Wildeshauser Bürgermeister Jens Kuraschinski und Noch-Amtskollege aus Dötlingen, Ralf Spille, dankten Familie Wachtendorf für ihre Hilfsbereitschaft. „Wir haben zusammengelegt für einen Restaurant-Gutschein“, sagte Kuraschinski.

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