Fußball-Landesliga Wildeshauser Wohlfühlfaktor

Die beiden ehemaligen Atlas-Spieler David Lohmann und Steven Müller-Rautenberg haben sich beim VfL schnell eingelebt. In der Rückrunde wollen sie mit den Krandelkickern den Klassenerhalt schaffen.
31.01.2020, 17:28
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Wildeshauser Wohlfühlfaktor
Von Justus Seebade

Bei David Lohmann und Steven Müller-Rautenberg herrscht Einigkeit. Die beiden lassen keine Zweifel daran aufkommen, dass sie sich richtig wohlfühlen. Seit dem Sommer vergangenen Jahres heißt ihre sportliche Heimat VfL Wildeshausen – ein Klub, der für seinen ausgeprägten Zusammenhalt bekannt ist. Und diesen spüren die zwei ehemaligen Spieler des SV Atlas Delmenhorst praktisch seit ihren ersten Tagen bei den Krandelkickern.

„Der Verein ist total familiär. Ich brauchte nicht lange, um aufgenommen zu werden und mich wohlzufühlen. Es ist ein sehr gutes Miteinander“, sagt David Lohmann, der nach der Saison 2018/19 bereits an der Abschlussfahrt seines neuen Teams teilnahm, um die künftigen Mannschaftskollegen kennenzulernen. „Das war Gold wert“, meint der Torhüter rückblickend. Auch sportlich gesehen lief es für ihn schnell wie erhofft. Er ging als Nummer eins in die Spielzeit und hat in der Hinrunde den Großteil der Spiele bestritten.

Letzteres gilt für Steven Müller-Rautenberg nicht – aus altbekannten Gründen. Kurz nach seinem Wechsel von Delmenhorst nach Wildeshausen zog er sich einen doppelten Außenbandriss zu und fiel wochenlang aus. Es ist eine Verletzung, die den Offensivmann immer wieder heimsucht. Damals erlitt er sie bereits zum dritten Mal, Ende November folgte das vierte Mal. Daher kommt Müller-Rautenberg bislang lediglich auf sieben Einsätze für den Landesligisten. Verständlich, dass ihn das ungemein nervt. „Das geht mir schon gegen den Strich. Es ist schwierig, sich immer wieder neu aufzubauen und Motivation zu schöpfen“, sagt er. Zumindest ist die jüngste Entwicklung positiv. Müller-Rautenberg trainiert wieder mit dem Team und zeigt sich optimistisch, dass er zum Beginn der Restserie wieder mit an Bord sein kann.

Wenngleich es bezüglich der Einsätze bei ihm noch nicht so wunschgemäß lief wie bei Lohmann, kann er dessen warme Worte hinsichtlich des Vereins nur bestätigen. „Man merkt schon, dass es wie in einer Familie zugeht. Man wird gut aufgenommen und sofort integriert“, lobt Müller-Rautenberg den Teamgeist der Krandelkicker. Auch das Verhältnis zu den Trainern Marcel Bragula und Patrick Meyer gefällt ihm gut. „Wenn mal eine Ansage sein muss, haben alle Respekt davor. Aber sie sind trotzdem Kumpeltypen. Sie reden nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe mit den Spielern“, schildert Müller-Rautenberg.

Momentan vertritt Co-Trainer Meyer den Chefcoach Bragula, der seit November und noch bis März als Berufssoldat im Auslandseinsatz ist. Durchaus eine kleine Prüfung, die Meyer laut David Lohmann jedoch prima meistert. „Patrick hat uns ganz gut im Griff. Er ist noch relativ jung, wird aber als voller Trainer angesehen. Es hat alles Hand und Fuß, was er mit uns macht“, betont der Keeper. Auch die Vorbereitung sei gut durchdacht und abwechslungsreich.

Für die Wildeshauser geht es in der Landesliga planmäßig am 23. Februar mit der Aufgabe beim Schlusslicht SV Union Lohne weiter. Bragula hatte vor der Saison mit Blick auf die neue Spielklasse von einem „Haifischbecken“ gesprochen – ein Vergleich, der sich als absolut zutreffend beschreiben lässt. Es geht enorm eng zu, der VfL hat als Achter mit 21 Punkten nur einen Zähler mehr als der SV GW Mühlen, der auf Platz 14 und damit mitten in der Abstiegszone rangiert. „Wir sind als Mannschaft gar nicht so zufrieden mit der Punkteausbeute. Aber wir sind voll im Rennen“, sagt Lohmann. In der letzten Partie vor der Winterpause holte der VfL nach zuvor vier Niederlagen in Folge zumindest mal wieder einen Punkt. „Darauf müssen wir aufbauen“, fordert der Schlussmann.

Vor dem zwischenzeitlichen Negativlauf hatten die Wildeshauser eine richtig gute Rolle gespielt. Nach dem zwölften Spieltag belegten sie gar den vierten Tabellenplatz. Doch schon damals verhielt es sich eben so, dass das Feld enorm eng beisammen war. „Das ist das Phänomen in der Landesliga. Wenn man ein, zwei Spiele verliert, rutscht man ziemlich weit runter, aber wenn man sie gewinnt, ist man oben dabei. Das macht die Liga so interessant“, findet Steven Müller-Rautenberg.

Zugleich ist es aber eben eine riesige Herausforderung. Bei der Mission Klassenerhalt wird der von den beiden Neuzugängen hervorgehobene Teamgeist mit Sicherheit eine wichtige Rolle spielen. „Von dieser Stärke lebt Wildeshausen“, verdeutlicht Müller-Rautenberg.

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