Fest der Pferde Aus Wohlde in die Welt

Auf der Anlage von Sören Pedersen traten am Wochenende die wohl besten fünf- bis siebenjährigen Pferde des Landes an. Der Veranstalter war mit der Qualität sehr zufrieden.
10.08.2020, 15:31
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Aus Wohlde in die Welt
Von Michael Kerzel

Es ist sicherlich nicht übertrieben, den Ortsteil Wohlde in der Gemeinde Winkelsett, die wiederum in der Samtgemeinde Harpstedt beheimatet ist, als kleines Dorf zu bezeichnen. Umso erstaunlicher ist, dass Sören Pedersen es Jahr für Jahr schafft, internationale Topreiter mit deren talentiertesten Nachwuchspferden auf seine Anlage zu einem mehrtägigen Turnier zu locken. Beim Fest der Pferde am vergangenen Wochenende ist das dem Reiter der RG Wohlde wieder gelungen. „Wir haben unglaublichen Sport gesehen. Ich glaube, wir haben hier den größten Teil der besten jungen Pferde des gesamten Landes im Alter von fünf bis sieben Jahren gehabt“, meint Pedersen. Er ist sich sicher, dass einige dieser Tiere in den kommenden Jahren bei internationalen Turnieren für Furore sorgen werden. „Solche Qualität habe ich lange nicht mehr gesehen“, fügt er hinzu. Kein Problem seien die hohen Temperaturen gewesen. „Ich denke, die Pferde fühlen sich wohl in der Sonne. Dem einen oder anderen Reiter ist vielleicht etwas warm gewesen, aber auf der Anlage gibt es viele Bäume und Schatten“, sagt der Däne.

Bedauerlich ist, dass lediglich die Sportler sowie die Pfleger und Begleiter vor Ort sein konnten. Zuschauer waren wegen der Corona-Krise nicht erlaubt. Rund 2000 wären es wohl geworden. So verfolgten jedoch viele Interessierte das Event auf www.clipmyhorse.tv. „Die genauen Zahlen habe ich noch nicht, aber es waren so 20 000 bis 25 000 aus zehn Ländern. Aus Wohlde in die Welt – das kann man schon so sagen“, berichtet Pedersen. Er ist stolz darauf, „dem Sport etwas zurückzugeben“, und darauf, Wohlde zu repräsentieren. Vor Ort dabei war unter anderem Paul Schockemöhle. Der ehemalige Weltklassereiter ist seit langer Zeit auch ein weltbekannter Züchter. „Er hat hier sehr viele Pferde dabei gehabt. Es ist ein unglaublicher Jahrgang. Die fünfjährigen Pferde werden immer besser, die Reiter auch“, erzählt Pedersen. Auch die Pferde anderer Züchter seien beeindruckend gewesen. „Ich bin stolz, dass diese tollen Pferde hier waren“, sagt der Veranstalter.

Die Qualität des Turniers zeige sich, sagt Pedersen, auch in den hohen Wertnoten. So erreichte die Bergedorferin Sandra Auffarth auf Comcador bei der Springpferdeprüfung der Klasse L der fünfjährigen Pferde eine 9,5. Für die Doppelolympiasiegerin des RV Ganderkesee reichte das für Platz drei, es siegte hier Rene Dittmer (RV Harsefeld) auf Armigo mit der Wertnote 9,80. Auffarth durfte somit in der Klasse M* starten, holte hier eine 9,15 und wurde Fünfte. Nicht ins Finale schaffte es die Bergedorferin mit Tornado MT bei den Sechsjährigen der Klasse M*. Sie belegte Rang 19 (Wertnote 8,15). Im Finale setzte sich hier der japanische Olympiateilnehmer Eiken Sato durch. Sein Pferd Obelix Van’t Merelsnest gehört Schockemöhle.

Bei den Höhepunkten des Turniers spielten die Reiter aus dem Landkreis Oldenburg keine Rolle. Marvin Drenkhahn auf „Die is et“ riss eine Stange beim Deister-Championatsfinale der siebenjährigen Pferde (S*-Springen) und verpasste als 28. das Stechen. Es siegte die US-Amerikanerin Chloe Reid (RV Aller-Weser) auf Crossover – dieses Duo gewann im vergangenen Jahr bereits bei den Sechsjährigen.

Den Großen Preis – ein S***-Springen – sicherte sich Guido Klatte Junior mit Asagan M. Er blieb im ersten Umlauf wie auch im Stechen fehlerlos und sicherte sich so die 2500-Euro-Siegprämie. Die Ganderkeseerin Laura Voigt sammelte 20 Strafpunkte und beendete den Wettkampf auf Platz 44.

Pedersen hofft, dass im kommenden Jahr auch wieder Zuschauer erlaubt sind. „Wir werden aber wohl zweigleisig planen“, sagt er. Zunächst steht in knapp 14 Tagen ein kleineres Turnier auf seiner Anlage an. „Dann haben wir unsere Aufgabe für den Sport erst mal erfüllt. Es hat in diesem Jahr alles gut geklappt mit der Organisation. Das wird von Jahr zu Jahr besser. Ein großer Dank geht an mein Team und die Helfer“, fasst Pedersen zusammen.

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