Neue Krippe in Harpstedt geplant

Mehr Plätze für Kleinstkinder

Die Samtgemeinde Harpstedt plant eine neue Krippe mit zwei Gruppen. Diese soll als Anbau an der Kita „Zwergnase“ entstehen. Der Schullausschuss hat am Donnerstagabend grünes Licht gegeben.
09.11.2018, 18:11
Lesedauer: 3 Min
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Von Kerstin Bendix-Karsten

Neben der Kindertagesstätte „Zwergnase“ will die Samtgemeinde Harpstedt eine Krippe mit zwei Gruppen anbauen. Die ersten Weichen für dieses Bauprojekt hat am Donnerstagabend der Schulausschuss gestellt. Einstimmig sprachen sich die Ausschussmitglieder für einen Anbau aus.

Wieso die Verwaltung den Bedarf für weitere Krippenplätze sieht, obwohl erst im August 2017 in Dünsen eine neue Krippe mit zwei Gruppen eröffnet hatte, machte zuvor Edda Masemann, Fachbereichsleiterin für Ordnung und Soziales, deutlich. So seien alle 70 Krippenplätze für ein- bis dreijährige Kinder in der Samtgemeinde Harpstedt belegt. „Es gibt einige Anmeldungen, die wir im Moment nicht bedienen können – entweder, weil die Kinder noch nicht ein Jahr alt sind oder weil kein Platz ist“, erklärte Masemann. Sie geht davon aus, dass die Nachfrage nach Krippenplätzen noch weiter zunehmen wird. Denn die Geburtenrate in der Samtgemeinde liege bei rund 80 Kindern im Jahr. Ausgehend von einer Versorgungsquote von 45 Prozent, mit der die Samtgemeinde laut Landkreis Oldenburg derzeit planen soll, macht dies für zweieinhalb Geburtsjahrgänge einen Platzbedarf von etwa 90. Und selbst das könnte knapp bemessen sein. „Immer mehr Eltern wünschen sich einen Krippenplatz“, führte Masemann aus. Allein aufgrund neuer Baugebiete sei mit mehr Nachfrage zu rechnen.

Ein passendes Grundstück für eine neue zweigruppige Krippe gibt es neben der Kindertagesstätte „Zwergnase“ in Harpstedt, die der Flecken 2008/09 errichtet hat und an die Samtgemeinde vermietet. „Wenn ein Anbau gewollt ist, müssten wir dann das Gespräch mit dem Flecken suchen“, erläuterte die Fachbereichsleiterin. Die Gesamtkosten für den Anbau veranschlagt die Verwaltung bei rund 1,2 Millionen Euro. Das ist deutlich mehr als bei der 2015 schon einmal für diesen Standort aufgestellten Kostenschätzung, die von 860 000 Euro ausging. In den damaligen Planungen war jedoch nicht berücksichtigt, dass auch ein angemessenes Mitarbeiterzimmer und eine größere Heizungsanlage benötigt werden. „Außerdem hat die Baukonjunktur angezogen“, fügte Masemann hinzu.

Die 1,2 Millionen Euro müsste die Samtgemeinde nicht alleine stemmen, wenn es gelingt, Fördermittel abzugreifen. So gewährt etwa der Landkreis Oldenburg einen Zuschuss von 3100 Euro pro geschaffenem Krippenplatz. Bei zwei Gruppen mit je 15 Plätzen wären das 93 000 Euro. Darüber hinaus gibt auch das Land Zuwendungen. Diese liegen bei 12 000 Euro pro Platz. Der Haken: „Bis zum 30. Juni 2022 müsste der Bau stehen“, erklärte Masemann. Um den Fördertopf des Landes anzuzapfen, muss die Samtgemeinde also Gas geben. Dessen ist sich auch die Verwaltung bewusst. „Wir sollten 2020 mit dem Bau beginnen. Wenn wir es immer vor uns herschieben, kann es knapp werden“, sagte Masemann. Deshalb schlägt die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage vor, mit der Planung 2019 zu beginnen. Die Kosten hierfür – 200 000 Euro – sind in den Haushalt des kommenden Jahres einzustellen. Für 2020 sieht die Verwaltung dann eine Verpflichtungsermächtigung über eine Millionen Euro vor.

Im Schulausschuss kam die Idee für den Anbau einer Krippe gut an. „Wir sind uneingeschränkt dafür“, sagte Saskia Kamp (SPD). Ihre Fraktion habe den Standort an der Kita „Zwergnase“ schon immer favorisiert. „Harpstedt ist der Dreh- und Angelpunkt“, ist sie überzeugt. Auch in den anderen Fraktionen gab es Anerkennung für den Vorstoß. So lobte Hartmut Post (CDU) das vorausschauende Agieren der Verwaltung: „Es ist gut, dass ihr nicht wartet, bis die Warteliste mit 30 oder 40 Kindern voll ist.“ Ihm ist allerdings wichtig, dass der Anbau unter der Ägide der Samtgemeinde erfolgt und nicht des Fleckens. „Wir wollen nicht wieder Mieter sein“, sagte Post. Auch sein CDU-Fraktionskollege Stefan Wachholder, der Bürgermeister des Fleckens ist, sprach sich für den Anbau aus. Er lehnte sich sogar so weit aus dem Fenster und versprach: „Es ist selbstverständlich, dass Harpstedt eine Fläche kostenlos zur Verfügung stellt.“

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