Landgericht Oldenburg Wegen Aufrufen zur Tötung von Menschen: Prozess gegen "Commander"

Vor dem Landgericht Oldenburg hat der Prozess gegen einen 55-Jährigen begonnen, der als "Commander" eines angeblichen Militärhauptquartiers zur Tötung unter anderem von Politikern aufgerufen haben soll.
18.08.2022, 11:05
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Von dpa

Er soll als selbst ernannter „Commander“ eines angeblichen Militärhauptquartiers zur Tötung von Politikern und anderen Menschen aufgerufen haben - nun muss sich der 55-Jährige vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Zum Prozessauftakt am Donnerstag las die Staatsanwältin zahlreiche „Todesurteile“ vor, die der Mann zwischen April und November 2021 über einen Telegram-Kanal an seine Tausenden Follower geschickt haben soll. Demnach sollten die mit Namen genannten Menschen - darunter Politiker und Geschäftsleute - gehängt, zu Tode gespritzt oder erschossen werden.

Laut Anklage präsentierte sich der Mann als „Commander“ des Hauptquartiers der alliierten Streitkräfte in Nordwest- und Mitteleuropa (SHAEF). Die Institution SHAEF wurde allerdings nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aufgelöst.

„Es handelte sich um einen militärischen Account, das ist sehr wichtig“, sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt. „Ich bin Soldat, ich bin Major.“ Den behaupteten Dienstgrad sprach er dabei amerikanisch aus. Dem Vorsitzenden Richter warf der Deutsche vor: „Sie gehen hier gegen die US-Army vor, gegen Amerika.“ Der 55-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.

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