Beachhandball

Eine große Ehre

Der Harpstedter Maurice Dräger ist ein Kandidat bei der Wahl zum „Beachhandballer des Jahrzehnts“. Mit den Nordlichtern feierte er Erfolge, zudem lief er schon für Deutschland bei Europameisterschaften auf.
07.08.2020, 17:32
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Eine große Ehre
Von Justus Seebade
Eine große Ehre

Maurice Dräger nahm schon zweimal an der Beachhandball-Europameisterschaft teil.

Julia Nikoleit

Die Nachricht kam dann doch ziemlich überraschend. Sie traf Maurice Dräger im Grunde völlig unvorbereitet. Doch das änderte nichts daran, dass die Botschaft eine der ausgesprochen frohen Art war. Die Internetseite www.handball-world.news will es wissen: Wer wird Beachhandballer des Jahrzehnts? Fünf Sportler aus ganz Deutschland stehen zur Wahl – und einer von ihnen ist Maurice Dräger.

„Ich wusste vorher auch noch nichts von der Wahl. Ich habe von meiner Nominierung selber erst erfahren, als ich das gelesen habe. Daher habe ich mir im Vorhinein keine Gedanken darüber gemacht, ob ich nominiert werden könnte“, erzählt der 26-Jährige. Als dann klar war, dass er einer der fünf Kandidaten ist, „habe ich mich natürlich riesig gefreut“. Das sei definitiv eine Ehre.

Verdient hat er sich die Nominierung ohne Frage. Dräger, der aus Harpstedt stammt, kann in seiner Beachhandball-Vita auf viele Erfolge verweisen. Er gewann mit den Nordlichtern 2014 die German Beach Open und nahm im gleichen Jahr am ersten EHF Champions Cup teil. In den Jahren 2015 und 2017 lief er für Deutschland bei der Europameisterschaft auf, 2019 verletzte er sich im Abschluss-Trainingslager und verpasste deshalb seine dritte EM.

Der Triumph mit den Nordlichtern, die Partien im Nationaltrikot – das waren natürlich die Höhepunkte in seiner bisherigen Beachhandball-Laufbahn. Die Deutsche Meisterschaft 2014 bildete dabei den Startpunkt einer Erfolgsgeschichte. „Da fing es bei uns an, dass das in die professionelle Schiene geriet. Da haben wir gesehen, was geht“, blickt Maurice Dräger zurück.

Beim EHF Champions Cup auf Gran Canaria, für den sich die Nordlichter mit dem Titelgewinn qualifiziert hatten, sammelte das Team dann erstmals internationale Erfahrung. Am Ende reichte es zum siebten Platz. „Da haben wir auf jeden Fall gesehen, dass wir noch ganz weit weg sind“, erinnert sich Dräger. Beim Finale der European Beach Tour 2018 in Polen scheiterte er mit seinen Mannschaftskollegen unglücklich im Viertelfinale, das Team wusste aber zu überzeugen. „Das war eine sehr coole Erfahrung, weil wir da selber konkurrenzfähig waren“, sagt Dräger.

In diesem Sommer werden keine spektakulären Erlebnisse dazukommen. Die Corona-Krise sorgt dafür, dass natürlich auch keine Beachhandball-Turniere ausgetragen werden können. Gänzlich verzichten muss Dräger auf sein Hobby aber trotzdem nicht. Mittlerweile gibt es unter der Leitung von Marten Franke wieder Stützpunkttraining in Arsten, an dem der Student teilnimmt. Und das ist zumindest besser als nichts. „Es ist halt Training. Es macht zwar Spaß, im Sand zu stehen, aber natürlich wäre es schöner, unter Wettkampfbedingungen zu spielen“, bekennt Dräger. Er hofft, dass das im kommenden Jahr wieder möglich sein wird. Sollte es so kommen, könnte der in Hannover studierende Dräger 2021 wieder den „Ausgleich im Sommer“, wie er es nennt, genießen – und viele Freunde von zu Hause bei den Nordlichtern treffen, um sich mit ihnen im Sand auszupowern.

Weil er das so gerne macht – und außerdem ziemlich gut ist –, kann er nun sogar auf den Titel „Beachhandballer des Jahrzehnts“ hoffen. Allerdings glaubt Dräger nicht, dass er die Wahl am Ende tatsächlich gewinnt. „Ich gehe da ganz entspannt ran und habe keine besonderen Erwartungen. Ich hoffe natürlich, dass ich nicht Letzter werde“, meint der angehende Wirtschaftsingenieur und schmunzelt. Dramatisch wäre das für ihn im Endeffekt auch nicht. Aber Platz drei würde er schon gerne belegen.

Unter den ersten beiden sieht Dräger sich jedenfalls nicht. Als Favoriten nennt er einen anderen Kandidaten: „Ich denke, dass Jörn Wolterink sich das verdient hätte.“ Der ist Spielführer der deutschen Nationalmannschaft und der einzige Akteur, der bei den jüngsten drei Europameisterschaften (2015, 2017 und 2019) mit von der Partie war.

Bis zum 31. August um 23.59 Uhr können alle Beachhandball-Fans auf www.handball-world.news ihre Stimme abgeben. Die Vorschläge wurden von den letztjährigen Teilnehmern der Deutschen Meisterschaft sowie den vier Nationaltrainern eingereicht. Anschließend wurde die Kandidatenliste auf fünf Spieler beziehungsweise Spielerinnen reduziert. Das Ergebnis wird am 1. September bekannt gegeben.

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