Oldtimer in Wildeshausen Kindheitserinnerungen werden zu Leidenschaft

Christian Wilmer aus Wildeshausen besitzt zwölf Oldtimer. In seiner Werkstatt unterstützt er auch andere Oldtimer-Freunde, ihre Träume auf vier Rädern zu verwirklichen.
05.08.2022, 11:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Florian Fabozzi

Das Hobby zum Beruf machen: Was für viele ein Traum ist, lebt Christian Wilmer aus Wildeshausen aus. Wilmer hat eine Vorliebe für alte Autos. So schraubt er in seiner Meisterwerkstatt „Go Gondzo“ am Nordring mit seinen Kollegen nicht nur an neueren Modellen, sondern auch an Oldtimern. Längst hat sich der 42-Jährige einen Namen gemacht: „Meine Kunden kommen von Berlin bis Aachen, von Dithmarschen bis München“, sagt er. Menschen aus allen Schichten setzen ihr Vertrauen in Wilmer, für den kein Auto zu viel Arbeit bedeutet.

„Wenn alte Autos in die falsche Hände geraten, können sie kaputt repariert werden“, erklärt Wilmer. Die Herausforderung und Faszination liege daher darin, die Technik alter Autos zu verstehen und sich hineinzudenken. „Die Autobauer aus den 50er-Jahren kann man leider nicht mehr fragen“, so Wilmer, „daher muss man selbst herausfinden, welche Absichten hinter dem technischen Aufbau stehen.“ Der älteste Wagen, an den Wilmer geschraubt hat, war ein Ford Modell A aus dem Jahr 1925.

"Schrottkisten" lassen sich retten

Selbst alte „Schrottkisten“ lassen sich noch retten: „Zunächst geht die Karosse ins Säurebad, wird dann mit einem Rostumwandler und mit einer Tauchbadgrundierung behandelt.“ Nach einem Zwischenstopp beim Lackierer werden die Motoren generalüberholt, Bodenplatten instandgesetzt und der Wagen wieder komplettiert.

Auf ähnliche Weise wurden auch die zwölf Oldtimerwagen repariert, die in Wilmers privaten Besitz sind. Dazu gehören unter anderem ein Käfer Cabriolet, ein Opel Kadett und zwei BMW E12. Acht davon sind straßentauglich, vier werden aktuell restauriert. Sein Liebling ist der Jaguar XJ 12 der Serie 3, Baujahr 1990. „Der Wagen hat mich schon überall hingebracht – sogar an die Cote d’Azur.“ Mit 32 Jahren ein junger Oldtimer, schließlich darf ein Auto erst ab 30 Jahren als Oldtimer bezeichnet werden. Autos im Alter von 20 bis 30 Jahren werden indes als Youngtimer bezeichnet. Wilmer hatte den Wagen einst einem Rechtsanwalt aus Frankfurt abgekauft. „Ganze 27 Mängel habe ich dort vorgefunden.“ Drei Wochen hätten die Arbeiten an dem Motor des knapp 300 PS starken Gefährts gedauert, 6500 Euro Eigenanteil seien in die Reparaturen geflossen, „aber die Arbeit war es wert“.

Es ist das zeitlos klassische und zugleich zurückhaltende Design, das Wilmer an dem Wagen schätzt. „Mit dem Modell bekommt man von allen Seiten Zuspruch und Anerkennung, aber trotzdem erregt es keinen Neid“, erklärt der Wildeshauser. Dabei ist Zuspruch für Wilmer gar nicht so wichtig. „Ich protze mit meinen Oldtimern nicht rum“, sagt er. „Es geht mir darum, ein Stück Kindheit zurückzuholen.“ Schließlich hatten seine Eltern ab 1992 ebenfalls einen Jaguar XJ 12 besessen, der Wilmer prägend in Erinnerung geblieben war.

Anstieg von Altauto-Reparaturen

Da viele Oldtimer-Freunde durch Kindheitserinnerungen zu ihrer Leidenschaft gekommen sind, übernimmt er gerne die Rolle als „Wunscherfüller“ und unterstützt Menschen darin, ihre Träume auf vier Rädern zu verwirklichen. Wilmer hat den Eindruck, dass es immer mehr Leute gibt, die an alten Autos interessiert sind. „Wir verzeichnen einen Anstieg von Altauto-Reparaturen.“ Die Autos seien für viele entspannte Rückzugsorte, in denen man sich den Alltagsstress vom Leib halten könne.

Auch aus diesem Grund ist Christian Wilmer mit seiner Suche nach neuen Oldtimern noch nicht am Ende: „Irgendwann mal hätte ich gerne einen alten Rolls Royce.“

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