Typisierungsaktion in Lilienthal 164 potenzielle Lebensretter

Astrid und Martin Kreß aus Lilienthal wollten nicht tatenlos zusehen. Sie organisierten in Lilienthal eine Typisierungsaktion für ihre an Leukämie erkrankte Freundin Kirsten Dollen. 164 Menschen folgten ihrem Aufruf.
12.10.2016, 00:00
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164 potenzielle Lebensretter
Von Undine Zeidler

Astrid und Martin Kreß aus Lilienthal wollten nicht tatenlos zusehen. Sie organisierten in Lilienthal eine Typisierungsaktion für ihre an Leukämie erkrankte Freundin Kirsten Dollen. 164 Menschen folgten ihrem Aufruf.

Ein genetischer Zwilling wird gesucht. Auch wenn die Chance nur bei 0,01 Prozent lag, diesen in Lilienthal zu finden, machten sich die Kreß' auf den Weg. Sie wussten schließlich: Andere Leukämie-Erkrankte können von dieser Aktion ebenfalls profitieren. 164 Menschen folgten dem Aufruf „Lebensretter gesucht“ und ließen sich am Sonnabend im Christus-Centrum Oasis per Speichelprobe als mögliche Spender erfassen.

Auf etwa 100 Leute hatte Martin Kreß gehofft und wäre damit schon zufrieden gewesen. Aber 164 Menschen und noch dazu Sachspenden örtlicher Einzelhändler – da hat es ihm dann doch fast die Sprache verschlagen. In seinem noch leicht süddeutschen Akzent sagt er: „Mich hat das mit dem Ort noch viel mehr verbunden.“ Und er schwärmt beispielsweise vom ersten Ehepaar, das am Morgen da war. Das Paar, beeide Ende 40, hätte sich schon lange erfassen lassen wollen. Oder der Vater, der mit seiner Tochter gekommen war. Mütter mit Kindern auf dem Schoß saßen an den Tischen, und es kamen sogar Spender aus Celle, um Kirsten Dollen eine Chance zu geben. Martin und Astrid Kreß haben sich ebenfalls typisieren lassen, so der Initiator. Diese ganze Aktion habe auch ihn umdenken lassen.

Die Atmosphäre sei an dem Tag ebenfalls richtig gut gewesen, erzählt Kreß. Bei Kaffee und Brötchen wurde im Christus-Centrum Oasis viel über das Thema Stammzellspende diskutiert. Mit den Mitarbeitern des Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Registers (NKR) aus Hannover waren nicht nur professionell aufgestellte Typisierer vor Ort, sondern auch kompetente Ansprechpartner rund um das Thema Typisierung und Stammzellspende.

Ein Paar kam zu spät. Kein Problem. „Man kann die Typisierung auch per Post durchführen“, sagt Martin Kreß. Der NKR gab ihnen ein Set mit, um die Speichelproben per Post einzusenden. So kann es jeder halten, der sich auch als Stammzellspender erfassen lassen will. Informationen dazu auf www.nkr-hannover.de. Ob ihre Aktion einem Menschen auf dieser Welt helfen kann, wird Martin Kreß noch erfahren.

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