Storchennachwuchs im Landkreis Osterholz

30 Junge wachsen in den Nestern heran

Landkreis Osterholz. Der Landkreis Osterholz ist in diesem Jahr ein gutes Pflaster für den Storchennachwuchs: 30 Junge hat der Nabu-Storchenbeauftragte Ortwin Vogel in den Horsten gezählt.
08.07.2010, 04:50
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Der Landkreis Osterholz ist in diesem Jahr ein gutes Pflaster für den Storchennachwuchs: 30 Junge hat der Nabu-Storchenbeauftragte Ortwin Vogel in den Horsten gezählt. 'Man muss schon sehr lange in der Storchenchronik nachschlagen, um solch ein stattliches Brutergebnis zu finden', schreibt der Nabu-Mann aus Ritterhude.

1964 erbrüteten 14 Storchenpaare 34 Junge, 1966 zogen zehn Paare 27 Junge groß. Ab da ging es nach Angaben von Vogel rasant abwärts. Der Tiefpunkt war 1995 erreicht, als sich nur noch zwei Storchenpaare im Landkreis Osterholz blicken ließen und diese ohne Nachwuchs blieben. 15 Jahre später sieht die Bilanz ganz anders aus: Zehn Storchenpaare haben besagte 30 Junge ausgebrütet.

Je drei Jungstörche sind in den Nestern Hammelwarder Sand, bei Familie Swoboda in Rade und auf den Baumnestern bei Meyerhoff und dem Tierpark Ludwigslust gezählt worden. Im Dreierpack kommen auch die Jungstörche an der Campinggemeinschaft Teufelsmoor, bei Kolke in Osterholz-Scharmbeck und bei Familie Lohmann in Lilienthal-Seebergen daher. Je vier Jungstörche wachsen direkt im Tierpark Ludwigslust und bei Heiner Melloh in Viehland auf.

Und ein Jungstorch hat bei Cronjäger in Moorhausen das Licht der Welt erblickt. Auf dem Dammgut in Ritterhude herrscht dagegen in diesem Jahr gähnende Leere im Horst: Das Altvögel ließen sich zu unterschiedlichen Zeiten blicken, zogen es dann aber offensichtlich vor, anderweitig zu brüten.

Das sehr gute Brutergebnis ist nach Auffassung von Ortwin Vogel unter anderem auf die Witterung zurückzuführen. Während der Schlupfzeit wechselten sich Sonnen- und Regentage kontinuierlich ab. Das führte dazu, dass ausreichend Regenwürmer für die Kleinen zur Verfügung standen. Auf der anderen Seite wurde das Gefieder nicht klamm. Es gab genug Sonnenschein zum Trocknen.

Erst Regenwürmer, dann Mäuse

Durch die Hitzeperiode haben sich die Regenwürmer zwar in das Erdreich zurückgezogen, doch als Ersatz gibt es viele Mäuse im Angebot, die durch die Heuernte und den Grasschnitt auf den Feldern aufgeschreckt wurden. Mit zum positiven Brutergebnis beigetragen haben auch die Menschen mit einem Herz für Störche: Hausbesitzer und Nabu-Leute waren im Frühjahr unterwegs, um fast alle Nester einer Grundreinigung zu unterziehen. Damit konnte die mögliche Staunässe vermieden werden.

Nach unserem Bericht über die Störche bei Meyerhoff hat Ortwin Vogel noch ein Kapitel aus deren Leben zu erzählen: Nicht nur, dass sie den Brand mehrerer Autos unbeschadet überstanden haben, auch dem Angriff eines Marders konnten sie trotzen. Ein kurzer Schnabelhieb durch den Storchenvater Aaron ließ den ungebetenen Gast schnell auf den Boden der Tatsachen ankommen - und das ist wahrsten Sinne des Wortes.

Ortwin Vogel ist optimistsich, dass alle Jungvögel des Jahrgangs 2010 durchkommen werden: Man solle zwar den Tag nicht vor dem Abend loben, aber dadurch, dass alle Jungvögel schon sehr gut befiedert seien, könnte dies mal wieder ein 'glatter Durchlauf' werden. Erfahrungsgemäß komme dies alle fünf Jahre vor.

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