Kreissportbund wird 75 Jahre alt Der größte Wunsch: Mehr Platz

Es begann1946 mit 45 Vertretern aus 18 Vereinen. Heute, 75 Jahre später, vertritt der Kreissportbund Osterholz die Interessen von über 47.000 Sportlern aus 124 Vereinen. Deshalb wünscht man sich mehr Platz.
30.03.2021, 05:31
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Von Christa Neckermann

Landkreis Osterholz. Die Anfänge des Kreissportbundes 1946 waren noch recht bescheiden, berichtet Edith Hünecken, Vorsitzende des Kreissportbundes Osterholz. 45 Vertreter aus 18 Vereinen, die 1800 Mitglieder vertreten, gründeten damals den „Turn- und Sportbund für den Kreis Osterholz“. Unter dem Vorsitz von August Schlüter ging es in der Nachkriegszeit vor allem darum, die Verteilung von Bezugsscheinen für Sportkleidung und -geräte an die Vereine zu regeln. In den frühen 50er-Jahren bildeten dann die sportärztlichen Untersuchungen den Schwerpunkt der ehrenamtlichen Arbeit des Kreissportbundes, und 1954 fand nach langer Zeit das erste Kreissportfest statt - in Ritterhude. Turner, Fußballer und Schützen stellten schon damals die meisten Vereine im neugegründeten Kreissportbund, ab 1958 kamen auch Reitvereine hinzu. Als 1962 mit dem FC Osterholz-Scharmbeck das 50. Mitglied aufgenommen wurde, beschloss der Vorstand, einen Sportabzeichen-Wettbewerb einzuführen.

Die Sorgen der Vereine hätten sich im Laufe des vergangenen Dreivierteljahrhunderts kaum geändert, muss Edith Hünecken feststellen. „Schon 1964 mahnte der damalige Vorsitzende Heinz Nieburg den Mangel an Übungsleitern an", erinnert sie sich.

Bauboom in den 50ern

Im Landkreis werden neue Sportstätten gebaut. 1956 wird das Schwimmbad in Ritterhude eingeweiht, ein Jahr später das Stadion und das Schwimmbad in Osterholz. Damit wächst auch die Mitgliederzahl in den Sportvereinen der jeweiligen Ortschaften. Anfang der 70er-Jahre geht die Sportlerehrung auf den Landkreis über – der seinerseits seit 1977 den Vorsitzenden des Turn- und Sportbundes als Kreissportreferenten an den Sitzungen des Sportausschusses des Kreistages teilnehmen lässt. Erstmals 1980 werden die Sportschützen in der Mitgliederstatistik mitgezählt. Im Folgejahr ändert sich der Name: Der „Turn- und Sportbund des Kreises Osterholz“ heißt nun „Kreissportbund Osterholz“. Und zwei wichtige Personalentscheidungen fallen außerdem: Gudrun Corus wird erste hauptamtliche Sportlehrerin in Diensten des Kreissportbundes, Lenchen Garbade Geschäftsführerin. „Lenchen Garbade residierte damals in einer kleinen Fahrerhütte am Kreishaus. Ganze sechs Quadratmeter umfasste ihre Geschäftsstelle“, erinnert Edith Hünecken.

Immer mehr rücken die Unterhaltungsarbeiten und Renovierungen beim Sportstättenbau der 80er-Jahre in den Vordergrund. Sportfördermittel der Kommunen und des Landkreises werden dafür eingesetzt. „Diese Maßnahmen nehmen auch weiterhin großen Raum in unseren Planungen ein“, bestätigt Hünecken.

Frühe Kontakte in die DDR

1989 findet in Pennigbüttel das letzte Kreissportfest statt. Im selben Jahr, gleich nach der Grenzöffnung, werden Gespräche mit Vertretern des Kreissportbundes Grimmen aufgenommen; und 1990 besucht eine Osterholzer Vorstandsdelegation die Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern.

Ab 1992 finden die Übungsleiter-Lehrgänge in der Bildungsstätte Bredbeck statt. 1000 Übungsleiter haben über den Kreissportbund bisher die Übungsleiter-C-Lizenz erworben, 500 die Übungsleiter-B-Lizenz.

Ende der 90er-Jahre machten die aufkommenden Fitnessstudios den Sportvereinen Konkurrenz: Sie warben nicht nur Mitglieder ab, sondern auch Übungsleiter. 1999 änderte der Landkreis seine Sportrichtlinien und stellte jene Vereine besser, die mehr Jugendarbeit betreiben. Im Jahr 2000 waren dann bereits 47.347 Sportler aus 124 Vereinen Mitglied im Kreissportbund. Die winzige „Geschäftsstelle“ am Kreishaus war endgültig zu klein. Am 24. November 2001 zog der Kreissportbund in die Bahnhofstraße 97 um - dort auf 80 Quadratmetern, mit E-Mail und Internet-Auftritt.

Die erste Frau an der Spitze

2007 wurde nach Ausscheiden des Vorsitzenden Heinz Flathmann mit Edith Hünecken erstmals eine Frau an die Spitze des Kreissportbundes gewählt – in niedersächsischen Kreissportbünden immer noch eine Seltenheit. 2010 wurden erstmals auch im Kreis Osterholz die „Sterne des Sports“ ausgezeichnet, mit denen der Deutsche Olympische Sportbund und die Volks- und Raiffeisenbanken „gesellschaftlichen Einsatz innerhalb des Breitensports“ würdigen wollen. Erster Sieger im KSB-Bereich wird der VSK Osterholz-Scharmbeck mit den Handicappern.

Inzwischen umfassen die 33 im Kreissportbund vertretenen Sparten auch Sportarten wie Kickboxen, Petanque, American Football und Unihockey oder Floorball. „2020 betrug die Anzahl der Mitgliedsvereine noch 261, durch Corona ist die Zahl auf 257 zurückgegangen“, bedauert Edith Hünecken. Auch die lange geplante Jubiläumsfeier wird nicht stattfinden. „Wir hoffen aber, im nächsten Jahr einige Feierlichkeiten nachzuholen." Einen großen Wunsch zum Geburtstag gibt es jedenfalls: „Eine neue Geschäftsstelle! Wir brauchen mindestens 120 Quadratmeter, um hier nicht nur einen Sitzungsraum, sondern auch bessere Arbeitsmöglichkeiten für die Mitarbeiter schaffen zu können!“

Mehr zum Kreissportbund unter http://ksb-osterholz.de/.

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