Elterngeld

Mehr Möglichkeiten beim Elterngeld

Die Elterngeld-Reform zum 1. September 2021 erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das findet der CDU-Abgeordnete Andreas Mattfeldt. Der Landkreis Osterholz bestätigt ihn mit aktuellen Zahlen.
30.03.2021, 05:33
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Mehr Möglichkeiten beim Elterngeld
Von Bernhard Komesker
Mehr Möglichkeiten beim Elterngeld

Das Familienministerium informiert im Internet über das Thema Elterngeld.

Bodo Marks

Landkreis Osterholz. Die Reform des Elterngelds zum 1. September 2021 bringt nach den Worten des CDU-Bundespolitikers Andreas Mattfeldt weniger Bürokratie und noch mehr Teilzeitmöglichkeiten. Die erlaubte Wochenarbeitszeit während des Elterngeldbezugs steige von 30 auf 32 Stunden, so der Wahlkreis-Abgeordnete. Der sogenannte Partnerschaftsbonus, der die parallele Teilzeitarbeit beider Eltern ermöglicht, könne künftig bei 24 bis 32 Wochenstunden (statt wie bisher bei 25 bis 30) beantragt werden.

Mattfeldt erklärt, die Änderungen sollen zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen. Hinzu kommt: Werde ein Kind mehr als sechs Wochen vor dem errechneten Termin geboren, können künftig zusätzliche Elterngeld-Monate beantragt werden (Info unter www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/familienleistungen). Im vergangenen Jahr seien im Landkreis Osterholz etwa 8,8 Millionen Euro an junge Familien ausgezahlt worden, so der Wahlkreis-Abgeordnete. Das sei ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr von mehr als zwölf Prozent.

Frank Bohling, Sozialamtsleiter im Osterholzer Kreishaus, bestätigte die Zahlen wenig später im Sozialausschuss. das Geld verteilte sich auf 889 Mütter und 475 Väter mit 899 Kindern. Dem neuen Rekordwert des Vorjahres sei über Jahre hinweg ein ziemlich kontinuierlicher Anstieg der Kinderzahlen und Antragsteller vorausgegangen. Im Jahr 2012 seien 5,25 Millionen Euro für 717 Mütter und 207 Väter mit 717 Kindern verteilt worden, so Bohling. Je nach vorherigem Netto-Einkommen, das mit dem 2007 eingeführten Elterngeld zu ungefähr zwei Dritteln aufgefangen werden soll, gibt es zwischen 300 und 1800 Euro pro Monat.

Inzwischen werde im Landkreis Osterholz für mehr als 90 Prozent der geborenen Kinder auch Elterngeld in Anspruch genommen, sagte der Amtsleiter. Dabei steigt zwar der Anteil der Väter in Elternzeit allmählich an, doch noch immer lässt es die Mehrheit bei zwei Vätermonaten bewenden, die beim sogenannten Basis-Elterngeld oft auf ein Jahr Elternzeit der Mutter folgen. Sozialdemokrat Gerd Brauns (SPD) sagte dazu: „Es ist für einen Mann leider immer noch schwierig, im Betrieb zu sagen, ,Ich gehe jetzt in Elternzeit'.“ Dabei würden Brauns zufolge alle davon profitieren: Männer, Frauen und Kinder

Immerhin: Schon vor Corona hatte der Gesetzgeber die Wahlmöglichkeiten stark erweitert. Wird nur in Teilzeit gearbeitet, kann sich die Bezugsdauer seit 2015 bei halbiertem Anspruch verdoppeln: das sogenannte Elterngeld plus. Wenn dann beide Teilzeit arbeiten, sind mit dem „Partnerschaftsbonus“ bis zu 28 Monate drin. „Die Materie ist sehr kompliziert“, räumte Bohling ein. „Unsere drei Mitarbeiterinnen beraten die Eltern aber, welche Lösung jeweils günstiger ist.“ Auch telefonisch sei die Abteilung erreichbar, denn es ist auch möglich, dass noch während des Elterngeldbezugs die Varianten gewechselt werden.

Die Richtlinien zu dem Gesetz umfassen nach den Worten des Amtsleiters inzwischen 459 Seiten, seit nämlich im ersten Lockdown die Einkommensberechnung für die Bezieher von Kurzarbeitergeld je nach Vorbeschäftigung weiter flexibilisiert wurde. „Das wurde im April sehr schnell und handwerklich sehr gut umgesetzt“, lobte Bohling das Haus von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD).

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