Ritterhude

Abschied und Neubeginn

Das war nun wahrlich kein Empfang wie jeder andere: Der 13. Neujahrsempfang des OSTERHOLZER KREISBLATT hat am Mittwochabend weit mehr als 650 Menschen in der Stadthalle von Osterholz-Scharmbeck zusammengeführt.
12.01.2017, 12:00
Lesedauer: 2 Min
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Von bko

Das war nun wahrlich kein Empfang wie jeder andere: Der 13. Neujahrsempfang des OSTERHOLZER KREISBLATT hat am Mittwochabend weit mehr als 650 Menschen in der Stadthalle von Osterholz-Scharmbeck zusammengeführt.

Ein neuer Rekord – sehr zur Freude der Gastgeber. Angelika Saade, neue Geschäftsführerin des Osterholzer Zeitungsverlags, machte daraus keinen Hehl. In ihrem Grußwort strich sie die Besonderheit dieses Abends heraus, der gleichermaßen für Wandel und für Kontinuität stehe: „Ich möchte bewahren und fortführen.“

Nach dem Tod ihres Mannes Heiner Saade im September 2016 hat sich die Verlegerwitwe an die Seite von Mitgeschäftsführer David Koopmann berufen lassen, während Hanno Saade die Geschäftsanteile seines Vaters geerbt hat (wir berichteten). Auf diesen Feldern stehe ihre Familie gemeinsam mit den Partnern vom WESER-KURIER für Kontinuität, betonte Angelika Saade und fügt unter dem Applaus der Gäste hinzu: „Ich bin fest davon überzeugt, dass es im Sinne meines verstorbenen Mannes ist, dass wir auch die Tradition des Neujahrsempfangs des Osterholzer Kreisblatts fortsetzen.“ Tatsächlich gab es nicht wenige unter den Besuchern, die ihre Teilnahme ausdrücklich auch als Zeichen der Verbundenheit und Wertschätzung der lokalen Zeitung verstanden wissen wollten. Beim Defilée auf dem roten Teppich, wo Angelika Saade und der kommissarische Redaktionsleiter Bernhard Komesker jeden Gast persönlich begrüßten, wurde das ein ums andere Mal betont. Das Kreisblatt sei, ebenso wie der Empfang selbst, tatsächlich ein wichtiges Forum für Begegnung, Meinungs- und Informationsaustausch - gerade so, wie es die neue Verlagsgeschäftsführerin in ihrem Grußwort dann auch bekräftigte.

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In ihrer Ansprache ging Saade auch auf die Herausforderungen ein, die sich für eine moderne Heimatzeitung aus den Sozialen Netzwerken – Stichwort Fake News – aktuell ergäben. „Zeitungsverlage übernehmen Verantwortung dafür, dass das Publizierte, der Inhalt der Zeitung auch stimmt“, betonte sie. Das gesellschaftliche Leben vor Ort brauche die Lokalzeitung als Informationsorgan, für Teilhabe und Meinungsbildung, als Stifterin von Bürgersinn, auf den die Demokratie angewiesen sei. Dafür wolle das Kreisblatt auch die nächste Lesergeneration gewinnen, „sei es analog oder digital, als gedruckte Zeitung oder als E-Paper“.

Die Repräsentanten des öffentlichen Lebens aus dem Verbreitungsgebiet des Osterholzer Kreisblatts sah man im Anschluss an das offizielle Programm des Abends in angeregte Gespräche vertieft. Gesprächsstoff hatte ihnen zuvor unter anderem auch der Auftritt von Überraschungsgast Dirk Böhling geliefert. Nach dem Weggang des langjährigen Ressortleiters, dessen Ansprache in der Vergangenheit sonst stets einige Diskussionsthemen geliefert hatte, war dieses Mal der Autor, Regisseur und Schauspieler in die Rolle des Chronisten geschlüpft.

Auch auf diesem Feld also Kontinuität und Wandel zugleich: Der 52-jährige Bremer bot einen satirisch gefärbten Jahresrückblick auf einige Schlagzeilen des Jahres 2016, der das Publikum wiederholt mit einbezog und der mit musikalischen Einlagen einen neuen Akzent setze. Böhling interviewte junge Leser zu ihrer Mediennutzung und zum E-Paper und befragte die Lilienthaler Floorball-Finalisten zu ihrem Sport

Begleitet vom Pianisten des Abends, Marcus Seifert, intonierte der Bühnen-Profi einen Song auf die Umgehungsstraße „B 74 neu“ (zur Melodie von Joachim Witts Goldener Reiter), an dessen Ende die anwesenden Bundestagsabgeordneten bereits das nötige Werkzeug für den ersten Spatenstich überreicht bekamen. Und zur umstrittenen Sammelverordnung erklang schmachtend Leo Sayers „More Than I Can Say“. Es war eben manches anders als sonst an diesem Abend, und doch vieles auch wie immer.

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