Der Politiker und TuSG-Vorsitzende Hinnerk Heidhoff ist gestorben

Abschied von einem Schlichter

Ritterhude. Wenn Hinnerk Heidhoff beim Hamme-Fest die Riesstraße runter ging, brauchte er für die kurze Strecke zwei Stunden. „Jeder wollte ihm die Hand schütteln; er war bei allen hoch angesehen“, erinnert sich Spartenleiter Achim Teichner an den Vorsitzenden der Turn- und Sportgemeinschaft (TuSG) Ritterhude.
12.05.2016, 00:00
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Abschied von einem Schlichter
Von Brigitte Lange

Wenn Hinnerk Heidhoff beim Hamme-Fest die Riesstraße runter ging, brauchte er für die kurze Strecke zwei Stunden. „Jeder wollte ihm die Hand schütteln; er war bei allen hoch angesehen“, erinnert sich Spartenleiter Achim Teichner an den Vorsitzenden der Turn- und Sportgemeinschaft (TuSG) Ritterhude. Am vergangenen Freitag ist Hinnerk Heidhoff im Alter von 67 Jahren überraschend gestorben.

38 Jahre lang war Hinnerk Heidhoff Vorsitzender der TuSG Ritterhude. 42 Jahre mischte er im Ritterhuder Rat mit, davon 15 als Ratsvorsitzender. Ebenfalls 15 Jahre vertrat er die Bürger auch im Kreistag; auch dort war er von 2005 bis 2011 Kreistagsvorsitzender. Zu den Auszeichnungen, die er verliehen bekam, gehört das Verdienstkreuz am Bande. „Er war ein Mensch, der jedem gerecht werden wollte; ein ehrlicher, aufrechter Partner, auf den jeder sich verlassen konnte“, sagt Teichner über seinen langjährigen Vorstandskameraden: „Er hat einen nie im Regen stehen lassen.“

Auch Ritterhudes Bürgermeisterin Susanne Geils hat mit Heidhoff, wie sie sagt, einen Freund und loyalen Weggefährten verloren. Als sie 2001 in die Politik gegangen sei, habe er ihr seine Hilfe auf eine sehr freundliche, unaufdringliche Art angeboten, sodass sie gern von seinem Wissen profitiert habe. „Er war ein lieber Mensch; ich habe mich in seiner Gesellschaft einfach wohlgefühlt.“ Konflikte waren dagegen nicht Heidhoffs Ding, berichtet sein SPD-Fraktionskollege Jürgen Kuck. Die konnte er schlecht aushalten. „Ihm ging es um den Ausgleich; er hat lieber geschlichtet als etwas durchgeboxt.“ Oder, wie es Achim Teichner für die TuSG beschreibt: „Er hat den Laden zusammengehalten.“ Auch Geils kann sich nicht erinnern, jemals mit ihm in Streit geraten zu sein. „Er war ein ganz weicher, warmherziger Mensch.“

Hinnerk Heidhoff war aber außerdem eine sehr engagierte, allem gegenüber aufgeschlossene Persönlichkeit. Für das, was ihm wichtig schien, setzte er jeden Hebel in Bewegung. „Er war mit großem Einsatz für die Sache und sehr viel Engagement für die Bürger dabei“, so die Kreisverwaltung. Dieses Engagement galt unter anderem den Partnerschaften der Gemeinde Ritterhude – ganz besonders der mit Bad Belzig.

Neben all diesen Ehrenämtern sei Hinnerk Heidhoff vor allem ein Familienmensch gewesen. „Seine Familie, sein Sohn und seine Tochter und das erste Enkelkind waren ihm ganz wichtig“, sagt Susanne Geils. Den Tod seiner Frau Christine vor wenigen Jahren habe Heidhoff nie verwunden. Geils ist sich sicher: „Er hinterlässt bei vielen Menschen eine Lücke.“

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