Breddorf und Hanstedt sind an Klärwerk angeschlossen / Klärteiche werden als Regenrückhaltebecken genutzt Abwasser fließt jetzt nach Tarmstedt

Tarmstedt·Breddorf. Nun ist es offiziell: Das Abwasser aus Hanstedt und Breddorf wird jetzt nicht mehr in den Klärteichen der Gemeinden gereinigt, sondern im Tarmstedter Klärwerk.
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Von Ulrike Prange

Tarmstedt·Breddorf. Nun ist es offiziell: Das Abwasser aus Hanstedt und Breddorf wird jetzt nicht mehr in den Klärteichen der Gemeinden gereinigt, sondern im Tarmstedter Klärwerk.

Bereits seit Oktober wird das Abwasser nach Tarmstedt geleitet. Jetzt, gut sechs Wochen später, sei die Testphase abgeschlossen, vermeldete gestern Gemeindebauingenieur Heiner Rosenbrock. "Es funktioniert reibungslos." Dass im Tarmstedter Klärwerk Schmutzwasser ankommt, blieb auch dem Geruchssinn nicht verborgen: In einem Rechen, der ersten Reinigungsstufe, landet nun alles, was in Hanstedt und Breddorf in den Ausguss und durch die Spülung gelangt. Neu sind die beiden Rohre, die das Abwasser ins System einspeisen - allerdings erst nach etwa zwei Tagen. Neues Rohrsystem hin oder her - so lange braucht das Abwasser. Am Computer im Klärwerk nahm gestern Samtgemeindebürgermeister Frank Holle mit einem Mausklick offiziell die neuen Pumpen in Betrieb und ließ sich von Abwassermeister Joachim Holsten grob die Funktionsweise der Anlage am Bildschirm erklären.

15 Kilometer Rohre verlegt

Die Druckrohrleitung, die von Hanstedt über Breddorf und Hepstedt nach Tarmstedt verlegt wurde, hat eine Länge von etwa 15 Kilometern. Einige Teilstrecken, auf denen Rohre verlegt wurden, seien gebohrt worden, erklärte Rosenbrock. So zum Beispiel zwischen Hepstedt und Tarmstedt entlang der Kreisstraße sowie in Tarmstedt dort, wo Bebauung ein offenes Arbeiten unmöglich gemacht hatte. Ansonsten sei - schon aus Kostengründen - offen gearbeitet worden. Das sei günstiger, sagte Rosenbrock.

Weil das Gefälle nicht ausreicht, um das Abwasser zu transportieren, wurden in Breddorf neue Pumpwerke installiert, in Hanstedt wurde zusätzlich zur Pumpe ein neuer Stromanschluss gelegt. Zudem wurde das Pumpwerk am Hepstedter Schullandheim modernisiert und im Tarmstedter Klärwerk die notwendigen Anschlüsse für die Rohrleitungen geschaffen.

Die Kosten für das gesamte Projekt betragen rund 1,4 Millionen Euro, es wird jedoch mit etwa 266000 Euro gefördert, so dass die Samtgemeinde einen Anteil von etwas über 1,1 Millionen zu tragen hat.

Die Klärteiche in Breddorf und Hanstedt bleiben aber als Regenrückhaltebecken bestehen. Landet zum Beispiel durch starken Regen viel Wasser in den Rohren, wird das Regenwasser durch einen Überlauf in den Teich geleitet. Derzeit blubbert der Umwälzer noch vor sich hin, bis das Wasser sauber ist und der Klärteich als solcher endgültig stillgelegt werden kann. Ziel sei es, so die Gewässersituation in den beiden Gemeinden zu verbessern, erklärte Ingenieur Bernd Meyer, mit seinem Büro verantwortlich für die Planung.

Mit der Abwasserreinigung in der Kläranlage wird das Wasser so gereinigt, wie es derzeit dem Standard entspreche, machte Rosenbrock deutlich. "Die Klärteiche haben die Mindestanforderung erfüllt", fügte Meyer hinzu, in einem Klärwerk sei es jedoch möglich, das Wasser nicht nur von Kohlenstoff, sondern zum Beispiel auch von Stickstoff zu reinigen. Das könnten die in den 80er Jahren gebauten Anlagen im Norden der Samtgemeinde nicht leisten. Das heißt also schlichtweg: Das Wasser wird im Klärwerk sauberer.

Rund sieben Monate hat das Bauvorhaben gedauert, die Planung hatte jedoch wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen. Dass sich etwas an der Klärsituation in Breddorf und Hanstedt ändern muss, stand bereits vor fünf Jahren fest. 2005 begannen auch erste Diskussionen um die Zukunft der Klärteiche sowie den möglichen Anschluss an das Tarmstedter Klärwerk. Ziel war es, die Gewässersituation zu verbessern, denn die zuständige Aufsichtsbehörde des Landkreises hatte die Grenzwerte bemängelt. Die erforderlichen Kosten, aber auch wasserwirtschaftliche Gesichtspunkte waren ausschlaggebend dafür, sich gegen eine Sanierung der Klärteiche auszusprechen und statt dessen freie Kapazitäten des Klärwerks zu nutzen.

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