ADVENT, ADVENT: NOCH 13 TAGE BIS ZUM FEST Eine Edeltanne, die nicht nadelt

In der Worphauser Baumschule Bremermann wissen sie schon, dass eine Familie erst zwei oder drei Tage vor dem Heiligabend bei ihnen auf Baumsuche geht. So schildert Christian Adlung das Weihnachtsbaumritual seiner Familie. Vor elf Jahren nahm das seinen Anfang, bei Blitzeis.
11.12.2010, 05:00
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ADVENT, ADVENT: NOCH 13 TAGE BIS ZUM FEST Eine Edeltanne, die nicht nadelt
Von Undine Zeidler

In der Worphauser Baumschule Bremermann wissen sie schon, dass eine Familie erst zwei oder drei Tage vor dem Heiligabend bei ihnen auf Baumsuche geht. So schildert Christian Adlung das Weihnachtsbaumritual seiner Familie. Vor elf Jahren nahm das seinen Anfang, bei Blitzeis.

Damals seien er und seine Frau zur Baumschule in der Nachbarschaft geschlittert, und auf dem Rückweg hielten sie sich beide am Baum fest. "Wir hätten besser Schlittschuhe anziehen sollen", lacht er heute darüber. Inzwischen hüpfen die beiden Kinder Darius (6) und Thiago (10) um sie herum, wenn sie das deckenhohe Exemplar - mit Gartenhandschuhen geschützt - nach Hause schleppen.

Welcher Baum ins Wohnzimmer darf? Adlung erzählt fröhlich: "Wir sind drei Männer und eine Frau im Haus, und alles was Geschmack angeht, entscheiden nicht die Männer." Damit leben sie ganz gut. Lange suchen müssen sie indes nicht nach dem passenden Baum. Die Baumschule wisse um die Wünsche der Familie: eine gut aussehende Edeltanne soll es sein, die nicht vor Weihnachten nadelt. Das Höhenmaß ist Adlungs ausgestreckter Arm - dann passt die Spitze noch unter die Decke. Und weil die Adlungs seit einem Jahrzehnt zu Bremermann gehen, ist er sicher: Wenn die Familie den Baum einmal vergessen sollte, "würden die uns wahrscheinlich am Heiligabend anrufen und uns daran erinnern." Im Haus hat der grüne Gast seine Stammecke. Dort fällt es nicht auf, wenn eine Seite doch nicht ganz so reichlich mit Ästen bestückt ist, oder der Stamm sich etwas zur Seite neigt. Die Adlungs sehen beim Kaufen oft nicht jede "Macke", denn so Christian Adlung, das sei eine weitere Tradition - man kaufe den Baum meist

im Dunkeln. Zeitgründe. Die kleinen Makel der Natur gehören für ihn zum Baum dazu, "das muss nicht 100 Prozent perfekt sein."

Und der Schmuck lenke ja auch ab. Die Familie behängt ihren Weihnachtsbaum üppig in Rot-Gold. "Da sind wir Traditionalisten." Zu unzähligen Kugeln gesellen sich rote und goldene Ketten, aber: "Kein Lametta!" Das wieder runterzunehmen sei zu mühselig. Wenn alles fertig ist, muss nur noch über die Standzeit verhandelt werden. Die Kinder würden den Baum ja gerne bis Ostern stehen lassen, aber Anfang Januar ist Weihnachten auch bei den Adlungs vorbei. Abgeschmückt wird er an die Straße gestellt und wenige Tage später ist er im Rachen eines Müllautos verschwunden.

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