ADVENT, ADVENT: NOCH 16 TAGE BIS ZUM FEST DER FESTE Weihnachten nie ohne den Familienputer

Puter, Essen mit Tradition - so steht es im Kochbuch von Marion Gronholz. Sie kichert, während sie auf das Bild tippt: "Der ist mickrig." In ihrer Familie kommt an jedem ersten Weihnachtstag ein wesentlich größerer Puter auf den Tisch, über sechs Kilogramm war er immer. Mit den Händen fährt sie dessen Umrisse in der Luft nach. Da mutet der Festbraten noch größer an. "Er passt gerade in den Herd hinein."
08.12.2010, 05:00
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ADVENT, ADVENT: NOCH 16 TAGE BIS ZUM FEST DER FESTE Weihnachten nie ohne den Familienputer
Von Undine Zeidler

Puter, Essen mit Tradition - so steht es im Kochbuch von Marion Gronholz. Sie kichert, während sie auf das Bild tippt: "Der ist mickrig." In ihrer Familie kommt an jedem ersten Weihnachtstag ein wesentlich größerer Puter auf den Tisch, über sechs Kilogramm war er immer. Mit den Händen fährt sie dessen Umrisse in der Luft nach. Da mutet der Festbraten noch größer an. "Er passt gerade in den Herd hinein."

"Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, dass es das nicht gab", versucht Gronholz die Anfänge dieser schmackhaften Familientradition zu ergründen. Auf alten Fotos sitze schon die ganze Familie um den Tisch mit Puter herum. Daran hat sich bis heute nichts geändert, lediglich der Ort. Vom Wohnzimmer der Mutter sind sie mit dem Puter-Ritual in das Wohnzimmer des Bruders gezogen - weil die Familie größer wurde. Dort treffen sich am ersten Feiertag alle: Eltern, Geschwister, Schwägerin und die Kinder. Ungefähr zwölf Leute seien sie, erzählt Marion Gronholz. Die Mutter brutzelte und kochte schon, als Gronholz und ihre zwei Brüder noch klein waren, die Mutter bereitet den Festtagsschmaus auch heute noch zu - und nimmt ihn dann halt mit zum Sohn. Zwei Tage verbringt sie dafür in der Küche, füllt das Tier am 23. Dezember mit Äpfeln, Rosinen und "irgendwelchen Gewürzen" und schiebt es in den Backofen. Das gebe einen ganz bestimmten Geschmack, den sie sich zwar vorstellen, aber nicht

beschreiben kann, sagt Marion Gronholz schmunzelnd. Dass irgendwann einmal mit dem Tier etwas schiefgegangen sei, daran könne sie sich nicht erinnern: "nie verbrannt, nie versalzen".

Nur einmal, da habe die Mutter gedacht: "Immer Puter, das ist doch langweilig" und es mit einer Ente probiert. "Das war gar nichts." Lachend demonstriert Gronholz, wie sie alle an dem wenigen Fleisch geknabbert hätten. Selbst der genügsame Vater habe danach gesagt: "Da wird man gar nicht von satt."

Dann das Essen am 25. Dezember: Die Mutter kochte Rotkohl und Knödel, während der Braten schmurgelte. Heute bereiten die Kinder die Beilagen zu, der Bruder den Rotkohl. Gronholz bringt das Dessert mit. Doch das Essen sei eben nicht alles, meint sie. "Das Zusammensein ist wichtiger." Und dann ergänzt sie doch, dass sie aber auch das gemütliche gemeinsame Essen schön finde. Am Heiligen Abend ist sie dafür zuständig. Bisher gab es da Raclette, weil es gesellig sei und die Töchter das gerne mochten. In diesem Jahr wird wohl auch da eine alte Familientradition zurückkehren - in Form von Kartoffelsalat und Würstchen. So wünschen es sich die Großeltern, die den Abend bei Gronholz verbringen. Und die Mutter habe schon angeboten, den Kartoffelsalat mitzubringen.

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