Allgemeinmediziner Risch: In dieser Woche keine Aktionen / Scharfe Kritik an Krankenkassen Ärzte halten sich noch mit Protesten zurück

Landkreis Osterholz. Die niedergelassenen Ärzte im Kreis halten sich noch mit Protestmaßnahmen gegen das in ihren Augen total unzureichende Honorarangebot der Krankenkassen zurück. "Wir werden in dieser Woche keine Aktionen machen", erklärte der Hüttenbuscher Allgemeinmediziner Detlef Risch, Kreisvorsitzender des Ärztevereins und der Kassenärztlichen Vereinigung. "Für die Patienten sind erstmal keine Auswirkungen zu erwarten." Beim nächsten Treffen des Ärztevereins am kommenden Dienstag soll über über Protestmaßnahmen diskutiert werden.
13.09.2012, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Michael Wilke

Landkreis Osterholz. Die niedergelassenen Ärzte im Kreis halten sich noch mit Protestmaßnahmen gegen das in ihren Augen total unzureichende Honorarangebot der Krankenkassen zurück. "Wir werden in dieser Woche keine Aktionen machen", erklärte der Hüttenbuscher Allgemeinmediziner Detlef Risch, Kreisvorsitzender des Ärztevereins und der Kassenärztlichen Vereinigung. "Für die Patienten sind erstmal keine Auswirkungen zu erwarten." Beim nächsten Treffen des Ärztevereins am kommenden Dienstag soll über über Protestmaßnahmen diskutiert werden.

Gerade habe es auf Bundesebene ein Gespräch zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Spitzenverband der Krankenkassen gegeben, sagte Risch der Redaktion gestern. "Wir setzen darauf, dass die Krankenkassen ein Einsehen haben und uns nicht zum dritten Mal hintereinander eine Minusrunde zumuten."

Die angebotenen 0,9 Prozent Honorarerhöhung seien "völlig indiskutabel", betonte Risch, der die Verhandlungen mit Wut im Bauch verfolgt. In den vergangenen zwei Jahren seien die Ärztehonorare nur um je 1,25 Prozent angehoben worden. Das habe der Gesetzgeber festgelegt – in der Annahme, "dass die Kassen ein Minus machen würden". Das Gegenteil ist der Fall; zurzeit berichten die Medien von Milliardenüberschüssen der Krankenkassen. Vor diesem Hintergrund bezeichnet Risch die angebotenen 0,9 Prozent als Unverschämtheit. Die Löhne und Gehälter der Praxis-Angestellten stiegen pro Jahr um zwei bis drei Prozent, Mieten und Energiepreise hätten drastisch angezogen. Wenn er Hausbesuche mache, zahle er drauf. Risch wirft den Kassen eine Diffamierungskampagne mit Halbwahrheiten und unbelegten Behauptungen vor. Ärzte würden als Absahner und Spitzenverdiener dargestellt. Das sei ein Zerrbild, das Gros der Mediziner arbeite 51 bis 65 Stunden pro Woche, Landärzte wie er noch länger. Wenn er seinen Stundenlohn ausrechne, verdiene er so viel wie ein Bandarbeiter bei Mercedes. "Jetzt ist Schluss", sagt Risch. Die Kassen hätten den Ärzten "den Fehdehandschuh um die Ohren gehauen".

Die Mediziner wollten sich dennoch nicht zu übereilten Aktionen hinreißen lassen. "Eine hohe Streikbereitschaft haben wir hier im Landkreis nicht", sagt Risch. "Wir machen uns in Ruhe Gedanken über andere Maßnahmen."

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