Krankenhauschef Vagt bietet jungen Ärzten besonderes Weiterbildungskonzept an Ärztemangel auch in Kreisklinik

Landkreis Osterholz. Während in Großstädten wie Hamburg oder Berlin genügend Ärztenachwuchs zur Verfügung steht, wird es für Krankenhäuser in ländlichen Regionen immer schwieriger, Assistenzärzte zu finden. Auch am Osterholzer Kreiskrankenhaus ist der Trend zu spüren, berichtete Krankenhausleiter Klaus Vagt seinen Gästen aus der SPD-Landtagsfraktion, Petra Tiemann und Daniela Behrens.
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Von Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Während in Großstädten wie Hamburg oder Berlin genügend Ärztenachwuchs zur Verfügung steht, wird es für Krankenhäuser in ländlichen Regionen immer schwieriger, Assistenzärzte zu finden. Auch am Osterholzer Kreiskrankenhaus ist der Trend zu spüren, berichtete Krankenhausleiter Klaus Vagt seinen Gästen aus der SPD-Landtagsfraktion, Petra Tiemann und Daniela Behrens.

Krankenhaus-Expertin Tiemann (Landkreis Stade) war zusammen mit Daniela Behrens nach Osterholz-Scharmbeck gekommen, um sich vom Kreiskrankenhaus ein Bild zu verschaffen und sich über die Krankenhausfinanzierung und -sicherung auszutauschen. Der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Heiner Grotheer hatte das Treffen angeregt, am Gespräch beteiligt waren auch Landrat Dr. Jörg Mielke sowie der SPD-Kreisvorsitzende Dr. Tim Jesgarzweski.

Das Kreiskrankenhaus reagiert auf den Fachkräftemangel, indem zum Beispiel besondere Weiterbildungsmöglichkeiten für die jungen Ärzte angeboten werden, die für mögliche Bewerber interessant sein könnten. Auch würden die jungen Ärzte am Kreiskrankenhaus unbefristet eingestellt, und man sei bei Bedarf auch bei der Wohnungssuche behilflich, listete der Krankenhauschef auf, was die Klinik tut, um für Assistenzärzte attraktiv zu sein. Generell bleibe das Problem bestehen: "Von unten kommen nicht genügend Ärzte nach", sagte Vagt.

Auch über den von der SPD auf eine Milliarde Euro bezifferten Investitionsstau an den 197 Krankenhäusern in Niedersachsen wurde gesprochen. Kritik gab es an der bisherigen Art der Förderung: Diese, so moniert Tiemann, funktioniere nach dem "good will"-Prinzip. Einen Kriterienkatalog zur Förderung gebe es nicht. Die Aussagen der Landesregierung, wie man das Problem beheben will, seien "nebulös".

Lob für das Krankenhaus

Keine Frage gab es für Petra Tiemann, dass es sich beim Kreiskrankenhaus um eine "kleine aber feine" Einrichtung handelt. Beeindruckt zeigte sich sich von den diversen Fachabteilungen, die an Krankenhäusern dieser Größenordnung längst nicht üblich seien. Lob gab es für die Gründung des Medizinischen Versorgungszentrums mit den verschiedenen Arztpraxen. Die Entscheidung, auch ambulante Behandlungen anzubieten, sei richtig gewesen.

Für Daniela Behrens ist abzusehen, dass auf die Krankenhäuser der Grundversorgung in ländlichen Regionen eine noch größere Bedeutung bei der medizinischen Versorgung der Bevölkerung zukommt. Grund dafür sei der sich abzeichnende Ärztemangel: Es gebe immer weniger Allgemeinärzte, die eine Praxis auf dem Land führen wollen. Eine Idee: Allgemeinärzte aus dem Medizinschen Versorgungszentrum des Kreiskrankenhauses könnten in jenen Gemeinden eingesetzt werden, wo kein Allgemeinmediziner mehr niedergelassen ist. Krankenhaus-Chef Vagt reagierte eher verhalten auf diese Anregung.

SPD-Fraktionschef Heiner Grotheer verdeutlichte, dass man in Osterholz stolz auf die Entwicklung des Kreiskrankenhauses sei, das bei der Bevölkerung große Akzeptanz finde.

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