Altes Amtsgericht veranstaltet mit dem Ortsjugendring und der Bücherei zweite Lesenacht für Kinder Alle wollen schweigen wie ein Grab

Wunder oder Grab, wer gewinnt? Das war die spannende Frage beim Büchercasting in der Lilienthaler Bibliothek. Dort begann die zweite Lilienthaler Lesenacht für Kinder, veranstaltet von der Bibliothek, der Gleichstellungsbeauftragten Christina Weiland, dem Ortsjugendring und dem Alten Amtsgericht. 17 Kinder von etwa acht bis zwölf Jahren waren gekommen, um sich Bücher auszuleihen und die halbe Nacht (mindestens!) zu schmökern.
03.03.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Kessels

Wunder oder Grab, wer gewinnt? Das war die spannende Frage beim Büchercasting in der Lilienthaler Bibliothek. Dort begann die zweite Lilienthaler Lesenacht für Kinder, veranstaltet von der Bibliothek, der Gleichstellungsbeauftragten Christina Weiland, dem Ortsjugendring und dem Alten Amtsgericht. 17 Kinder von etwa acht bis zwölf Jahren waren gekommen, um sich Bücher auszuleihen und die halbe Nacht (mindestens!) zu schmökern.

Mädchen können schrecklich sein, besonders, wenn sie in der Mehrheit sind. Diese Erfahrung machten jetzt mal wieder drei Jungen in der Lilienthaler Bibliothek. Sie mussten sich bei der Lesenacht für Kinder, die in der Bibliothek in Murkens Hof begann und im Alten Amtsgericht fortgesetzt wurde, gegen 14 Mädchen behaupten, was ihnen nicht immer gelang. Zum Schluss waren aber alle zufrieden.

Zu Beginn erzählten die Kinder von ihren Vorlieben. Die zehnjährige Kimberly entpuppte sich als Fan der griechischen Götter. Sie findet es spannend, wie die lebten – „im Olymp, wo kein Mensch hin durfte“. Besonders gefällt ihr, dass jeder Gott seine eigene Aufgabe hat: „Athene ist die Kriegsgöttin, Zeus ist Göttervater und lässt es donnern.“ Klar, dass sie im nächsten Jahr, wenn sie in die sechste Klasse des Gymnasiums kommt, anfängt Latein zu lernen. Dass die Götter der alten Römer fast dieselben wie die der Griechen sind, nur mit anderen Namen, weiß sie schon.

Casting der Bücher

Sarah hatte irdischere Sorgen. „Gibt es schon das Buch: Eine Stimme?“, fragte sie. Da mussten Martina Sackmann und ihre Kollegin Karin Hölscher allerdings passen. Die beiden hatten aber zwölf andere Bücher auf Lager, alle gleich in gelbe Umschläge eingebunden. Das waren die Teilnehmer am Büchercasting, eingeteilt in vier Gruppen. Karin Hölscher las die Klappentexte vor, und dann wurde aus jeder Gruppe ein Buch herausgewählt.

Das Buch über die beiden Nerds hatte im ersten Durchgang Glück. „Das sind diese voll uncoolen Leute“, erklärt Martina Sackmann, aber ein Junge weiß noch, wie man sie früher nannte: „Streber!“ In der Gruppe „Fantastisches“ fliegt der Yeti raus, in der Gruppe „Anderssein“ Bernaby Brocket, der schwebende Junge, und in der Gruppe „Geheimnisvolles“ ein Buch über Vögel und eine Ölpest – da waren es nur noch acht.

Nun wurden die Titel vorgelesen. Die Nerds hatten in der Gruppe „Lustiges“ wieder Glück, rausgewählt wurde das andere Buch über den Mamaladen. Bei den fantastischen Büchern musste „Scary Harry – Von allen guten Geistern verlassen“ dran glauben; fast alle Mädchen wählten es ab. „Oh man!“, rief ein Junge voller Verzweiflung. Aber seit wann hören Mädchen auf Jungen? In Gruppe drei nützte es nichts, dass ein Junge über „Wunder“ behauptete: „Das ist gut!“: Es flog raus. Aber bei der „Geheimen Sammlung“ waren sich dann alle einig: Dieses Buch musste in der Gruppe „Geheimnisvolles“ dem Krimi „Lasst uns schweigen wie ein Grab“ weichen, und der gewann auch die dritte Runde, in der die Einbände gewertet wurden.

Natürlich wollten es gleich ein paar Kinder ausleihen – wer noch keinen Leserausweis hatte, bekam ihn in der Lesenacht. Wer sollte der Glückliche sein? Niels hatte sich das Buch als erster gegrapscht, musste es aber Sarah überlassen. „Niels hat gerade gestern einen ganzen Stapel Bücher ausgeliehen“, erklärt Martina Sackmann. „Miete doch gleich die ganze Bücherei!“. riet ein anderer Junge.

Viel fehlte daran nicht mehr, als die 17 Kinder die beiden Etagen durchstreiften. Kimberly ließ ihre kleine Schwester Rebecca den Bücherkorb tragen; obenauf lag ein „Geo“-Sonderheft über Griechenland. Martina Sackmann, die eben noch voller Begeisterung das Buch „Wunder“ vorgestellt hatte, erzählte, dass sie glücklicherweise von Berufs wegen noch Kinderbücher lesen dürfe, ohne rot zu werden. Merrit hatte es sich derweil mit „Die Glücksbäckerei“ auf einem Sitzsack bequem gemacht, aber bald darauf ging es mit Viola Bürgy, der Jugendheimleiterin, ins Alte Amtsgericht hinüber, wo schon Nicole Meyer, Bianca Sachs-Pein und Janike Meierdierks auf die Kinder warteten. Viel Schlaf bekamen sie nicht – wozu auch?

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