Zurzeit keine Abholung

Altpapiersammlung: Kaum Einbußen für Vereine

Eine Wiederaufnahme der Altpapiersammlungen ist für die Vereine derzeit nicht realisierbar. Sie profitieren aber trotzdem, weil Bürger ihr Papier nun selber zu Containern bringen.
08.03.2021, 05:06
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter von Döllen
Altpapiersammlung: Kaum Einbußen für Vereine

Das gesammelte Altpapier (Symbolfoto) wird von den großen Entsorgungsunternehmen fürs Recycling in Ballen gepresst.

Thomas Damm

Landkreis Osterholz. Für viele Vereine sind die Straßensammlungen von Altpapier immer noch eine wichtige Einnahmequelle. Obwohl einige Klubs wegen Sicherheitsbedenken und sinkender Erlöse vor Jahren das Handtuch geworfen hatten, setzen andere weiterhin auf die Sammel-Aktionen. Ende 2019 waren laut der Abfall-Service Osterholz GmbH (Aso) im Landkreis noch zwölf Vereine aktiv. Dazu gehören neben dem TSV Wallhöfen beispielsweise der SV Blau Weiß Bornreihe, der TSV Steden-Hellingst, der TSV Worphausen, der SV Ostersode, der TSV Eiche Neu St. Jürgen und die TSG Wörpedorf. Ihnen allen machte zuletzt die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung - jedenfalls bei den Abholtouren geht. Regelmäßig müssen die Vereine ihre Aktionen absagen. Große finanzielle Einbußen scheint das aber dennoch nicht zur Folge zu haben.

„Es ist nicht weniger geworden“, sagt Cord Wienstroh, Schatzmeister des TSV Wallhöfen. Rund 2500 Euro jährlich bringe die Sammlung in die Vereinskasse. Ein Betrag, der aus Vereinssicht nicht zu verachten sei. Wie viele andere Vereine auch, verwendet der TSV das Geld für seine Jugendarbeit. Das Geld ist gerade im Lockdown ein wichtiger Beitrag, denn parallel sinken die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen. Zwar sagt Wienstroh, dass sich die Kündigungen im üblichen Rahmen bewegten; eine Einschätzung, die viele Vereine teilen. Was aber fehlt, sind die sonst üblichen Neueintritte, welche die Austritte kompensieren.

Dass die Vereine weiter Geld von der Aso bekommen, liegt an der Hilfsbereitschaft der Anwohner, die zu Selbstanlieferern werden. Die Aso, die mit den Vereinen einen Vertrag hat, stellt zu den Sammeltagen Container auf und das macht sie weiterhin. Dorthin können die Bürger ihr Altpapier bringen und davon machen sie offenbar auch reichlich Gebrauch. Es gebe natürlich Schwankungen, erklärt Claudia Kahrs, die bei der Aso für die Vereinssammlungen zuständig ist. Im Schnitt seien Papier-Mengen aber kaum verändert. 30 Euro bekommen die Vereine pro Tonne. Der Preis wird alle paar Jahre neu vereinbart. So wirken sich Preisänderungen auf dem Markt für die ehrenamtlichen Sammler verzögert und gemildert aus.

Die meisten Vereine wollen die Abholung des Altpapiers baldmöglichst wieder aufnehmen. Sie hoffen auf einen günstigen Pandemie-Verlauf. Bis die ehrenamtlichen Helfer wieder loslegen dürfen, hoffen sie weiter auf die Unterstützung durch die Bürger.

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