Am 27. August können die Einwohner im Adolphsdorfer Dorfgemeinschaftshaus mitreden

Anbau statt Neubau?

Grasberg. Das Dorfgemeinschaftshaus in Adolphsdorf ist völlig marode.
15.08.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Göckeritz

. Das Dorfgemeinschaftshaus in Adolphsdorf ist völlig marode. Darüber waren sich die Vertreter aller politischen Parteien im Rat immer einig. Ein mehrfach diskutierter Neubau scheiterte an den klammen Gemeindefinanzen und zuletzt auch am Veto der Aufsichtsbehörde. Jetzt soll eine kleine Lösung her. Ein Anbau am bestehenden Feuerwehrhaus soll auch der Dorfgemeinschaft zur Verfügung stehen. Dafür will die Gemeinde maximal 250 000 Euro in die Hand nehmen. Die Verwaltung will die Anwohner in einer Bürgerversammlung am Donnerstag, 27. August, über die Pläne informieren.

Das mehr als 180 Jahre alte Dorfgemeinschaftshaus an der Adolphsdorfer Straße beschäftigt Politik und Verwaltung schon lange. Über durchfeuchtete Wände, bröckelnden Putz, wurmstichige Dachbalken und undichte Dachpfannen wurde in den vergangenen Jahren wiederholt in den politischen Gremien diskutiert. Ein Neubau war immer ein Thema, zu einem entsprechenden Beschluss kam es nie. Zuletzt hatte auch der Landkreis Osterholz den Spielraum von Politik und Verwaltung stark eingeschränkt. Der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses falle in den Bereich der freiwilligen Leistungen einer Gemeinde und sei auf Grund der dauerhaft angespannten finanziellen Lage nicht genehmigungsfähig. „Wir mussten noch einmal komplett umplanen“, berichtet Bürgermeisterin Marion Schorfmann auf Nachfrage zum aktuellen Stand. Die aktualisierte, abgespeckte Planung soll den Adolphsdorfern jetzt in einer Einwohnerversammlung vorgestellt werden, bevor der gemeindliche Bau- und Planungsausschuss in seiner Sitzung am 3. September weiter berät. Demnach ist ein kompletter Neubau vom Tisch. Stattdessen will die Gemeinde in ein erweitertes Feuerwehrhaus, unter anderem mit Umkleidebereich, Duschen, Toiletten, Besprechungsraum und eine kleine Küchenzeile investieren. Für die Dorfgemeinschaft und andere Vereine würde in einem Anbau ein rund 150 Quadratmeter großer Versammlungsraum entstehen. Wie die Pläne in allen Details aussehen werden, stehe nach heutigem Stand noch nicht fest. Das jetzige Dorfgemeinschaftshaus würde aber über kurz oder lang abgerissen, wie die Bürgermeisterin schildert.

Die Kommune hofft auf Unterstützung aus dem Dorferneuerungsprogramm für Grasberg-Nord. Demnach könnte das dafür zuständige Amt für Landentwicklung rund 63 Prozent der Kosten erstatten. Dies gilt allerdings nur für den Anteil, der auf das Dorfgemeinschaftshaus entfällt. Die Kosten für die Modernisierung und Erweiterung des Feuerwehrhaus sind nicht förderfähig. Politik und Verwaltung stehen dabei insgesamt unter Zeitdruck. Fördergelder können nur in Anspruch genommen werden, wenn Umbau und Erweiterung im nächsten Jahr abgeschlossen sind. „Die Förderperiode läuft Ende 2016 aus“, sagt Marion Schorfmann. Zu klären ist grundsätzlich auch, ob ein Teil des Grundstücks an der Adolphsdorfer Straße in die Finanzierung einfließen soll. Einen Teilverkauf zur Mitfinanzierung hatte die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) mehrfach ins Spiel gebracht. Unstrittig ist dagegen, dass sowohl Feuerwehr als auch die Dorfgemeinschaft bereit sind, erhebliche Eigenleistungen einzubringen. Dies hätten aktuelle Abstimmungsgespräche einmal mehr bestätigt, wie Schorfmann erklärt.

Über die aktualisierte Planung zu einem Anbau am Feuerwehrhaus informiert die Gemeinde am Donnerstag, 27. August, in einer Einwohnerversammlung. Anregungen und Hinweise sind ausdrücklich erwünscht. Die Zusammenkunft im Dorfgemeinschaftshaus Adolphsdorf beginnt um 20 Uhr.

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