Vorbereitung auf die Wahl

Antworten statt Selbstdarstellung

Nicht Pop, sondern Politik: Beim Meet and Greet im Speed-Dating-Format stellten sich die Bundestagskandidaten den Fragen von 180 IGS-Schülern.
14.09.2017, 17:56
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Antworten statt Selbstdarstellung
Von Undine Zeidler

Lilienthal: Politik in der Schule, das kann trockener Stoff sein. Oder äußerst lebendig, wenn die Akteure rund 180 gut vorbereiteten Schülern Rede und Antwort stehen. Derart geschah es jüngst in der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lilienthal. Im Rahmen eines politischen „Meet and Greet“ besuchten Bundestagskandidaten von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke die IGS und beantworteten in Kleingruppen beim Speed-Dating jeweils 15 Minuten lang die Fragen der Schüler. Die Initiatorin, Politiklehrerin Lioba Hirsch, saß in einigen Gruppen dabei und lobt die Zehntklässler: „Ich glaube, sie können sich jetzt gut eine eigene Meinung bilden.“

Seit Schuljahresbeginn bearbeitet der zehnte Jahrgang der IGS im Fach Politik das Thema „Wahlen und Politik in der Demokratie“. Noch länger hatte Lioba Hirsch das Meet and Greet vorbereitet. Sie lud Bundestagskandidaten ein und freute sich, dass Andreas Mattfeldt (CDU), Christina Janz-Hermann (SPD), Gero Hocker (FDP), Herbert Behrens (Die Linke) und Monika Geils (Die Grünen) alle schnell zugesagt hatten. Einzig mit dem Vertreter der AfD sei trotz mehrerer Nachrichten auf dem Anrufbeantworter kein Kontakt zustande gekommen. „Die AfD gehört zur Diskussion dazu“, begründet Hirsch diesen Versuch. Im Rahmen der Unterrichtseinheit sei die AfD wie auch andere Parteien in den Klassen besprochen worden. Beim Speed-Dating jedoch fehlte der Kandidat, und Hirsch sagte sich: „Dann bleiben wir im demokratischen Spektrum.“

Dass die Schule auf Speed-Dating statt Großveranstaltung setzte, begründet Lioba Hirsch: „Ich finde, Podiumsdiskussionen liefern so viel Raum zur Selbstdarstellung.“ Sie aber wollte „kurze und bündige Antworten“ der Politiker. 15 Minuten pro Kleingruppe sind nicht lang. Ihre Fragen hatten die Schüler intensiv im Unterricht erarbeitet. „Wie stehen sie zur Ehe für alle“, wollten sie beispielsweise von allen Kandidaten wissen. Das habe „die feinen Unterschiede“ in den Positionen aufgezeigt, so Hirsch.

In wenigen Tagen werden die Zehntklässler an der Juniorwahl zur Bundestagswahl teilnehmen. Lioba Hirsch sieht ihre Schüler gut gerüstet und schwärmt: „Das hat sie gepackt. Sie lesen Zeitung, haben die TV-Duelle gesehen, hinterfragen, diskutieren.“

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