Sabine Böhme zeigt im Alten Rathaus künstlerische Arbeiten zum Thema Rabenvögel

Auf bessere Nachbarschaft

Worpswede. 15 Jahre haben deutliche Spuren hinterlassen. Die zeigt die Malerin Sabine Böhme in der Ausstellung „Rabenvögel – Götterboten – Galgenvögel?“ bis zum 27.
01.11.2016, 00:00
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Von Sabine von der decken

Worpswede. 15 Jahre haben deutliche Spuren hinterlassen. Die zeigt die Malerin Sabine Böhme in der Ausstellung „Rabenvögel – Götterboten – Galgenvögel?“ bis zum 27. November in der Galerie Altes Rathaus. Zur Ausstellungseröffnung begrüßte Worpswedes Bürgermeister Stefan Schwenke die Gäste, die Kunsthistorikerin Liliane Skalecki führte in die Ausstellung ein.

15 Jahre lang erhielt die Dohle Anton freie Kost und Logis bei Sabine Böhme. Anton war somit Auslöser für Sabine Böhmes Auseinandersetzung mit Raben. Sie befragte Mythen und Mythologie, Schriftsteller und Dichter, Gegenwart und Geschichte nach der Bedeutung von Rabenvögeln. Sabine Böhmes Ausstellung in der kommunalen Galerie Altes Rathaus ist eine Hommage an die schwarzen Vögel und dient nicht zuletzt der Ehrenrettung von deren angekratztem Image. Den Anfang der Ausstellung macht ein kleines Kabinett, in dem die Worpsweder Malerin Stationen aus Antons Leben dokumentiert. Eigentlich aber sei ihr zentrales künstlerisches Thema der Mensch, sagt Sabine Böhme. Doch durch die enge Verbundenheit mit dem von ihr aufgezogenen Rabenvogel Anton entdeckte die Künstlerin zunehmend „menschliche“ Züge, die sie malerisch umsetzte. In der Galerie Altes Rathaus zeigt Sabine Böhme 48 Bilder aus ihrer jüngsten Schaffensperiode, die sie hier zum ersten Mal öffentlich macht. Eineinhalb Jahre setzte sie sich mit der Thematik vielschichtig auseinander und entwickelte während der Beschäftigung mit allen Facetten eines Rabenlebens eine Haltung, die sich in ihren Bildern deutlich niederschlägt.

Bemüht, die positiven Emotionen nicht überwiegen zu lassen, setzte sie sich künstlerisch aber auch mit der „dunklen“ Seite von Raben und Krähen auseinander. Galgenvögel, rabenschwarze Unglücksbringer, Unglücksraben und Rabeneltern dienten ihr als Ausgangspunkte, diese Seiten künstlerisch auszuleuchten. Verschiedene Themen erforderten dabei unterschiedlichste Maltechniken, so Böhme. In Schrift und Bild setzte sie Bertold Brechts Tiervers zu den schwarzen Tieren um, und auch in „geschriebenen“ Bildern zeigte sie den Facettenreichtum der Vögel. Als ihre „Halbstarken“ bezeichnet Sabine Böhme die ausgestellten Bewegungsstudien der Dohle Anton, den sie aufgrund seiner Zugewandtheit „Hund mit Flügeln“ nannte. Dagegen zeigt das Triptychon eher graue bis trübe Ansichten. Allen Bildern gemein ist Böhmes Wunsch nach „guter Nachbarschaft“ zwischen Mensch und Vogel. Die Ausstellung mit Bildern von Sabine Böhme „Rabenvögel-Götterboten-Galgenvögel“ ist bis zum 27. November in der Galerie Altes Rathaus zu sehen. Im Rahmen der Ausstellung finden am 5. November um 17 Uhr die Lesung aus dem Kriminalroman „Rabenfraß“ von Liliane Skalecki und Biggi Rist sowie am 12. November um 17 Uhr ein Vortrag über Rabenvögel von Susanne Eilers, Vorsitzende des Nabu Worpswede, in der Galerie statt.

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