Kriminalstatistik im Landkreis Osterholz Aufklärungsquote erreicht 2009 neuen Höchstwert

Landkreis Osterholz. Die sieben Polizeidienststellen im Landkreis Osterholz haben 2009 laut aktueller Kriminalstatistik so viele Straftaten wie nie zuvor aufgeklärt. Mit 56,54 Prozent hat die Aufklärungsquote einen neuen Höchstwert erreicht.
17.04.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Aufklärungsquote erreicht 2009 neuen Höchstwert
Von Michael Rabba

Landkreis Osterholz. Die sieben Polizeidienststellen im Landkreis Osterholz haben 2009 eine 'reife Leistung' hingelegt - so kommentierte der Leiter der Polizeiinspektion Verden / Osterholz, Uwe Jordan, gestern bei der Vorstellung der Kriminalstatistik im Polizeikommissariat der Kreisstadt die Ermittlungsergebnisse. 3759 von insgesamt 6648 verbuchten Straftaten konnten aufgeklärt werden - so viele wie noch nie. Mit 56,54 Prozent habe die Aufklärungsquote einen neuen Höchstwert erreicht. Ein anstrengendes Jahr liege hinter den Beamten, er sei froh und stolz über die Resultate, sagte Kriminaldirektor Jordan.

Die Zahl der registrierten Straftaten war 2009 im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant - 2008 hatte die Polizei 6657 Taten bearbeitet. Die Aufklärungsquote hatte im Jahr 2008 bei 53,04 Prozent gelegen, hier gab es also einen Anstieg um fast vier Prozent. Im Landkreis Osterholz ermittelten die Beamten 2941 Tatverdächtige - 79 Prozent davon waren Männer, 21 Prozent Frauen. 399 Verdächtige standen bei der Tatausübung unter Alkoholeinfluss. 25 Prozent davon waren zwischen 18 und 21 Jahre alt, 16 Prozent sogar noch jünger.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 554 Taten unter dem Einfluss von Alkohol begangen, erläuterten Jordan sowie der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion, Karsten Lemke, der Leiter des Polizeikommissariates Osterholz-Scharmbeck, Wilfried Grieme, und der Leiter des hiesigen Kriminal- und Ermittlungsdienstes, Hartmut Sonström, gestern die Statistik.

751 Straftaten wurden 2009 von Minderjährigen begangen, davon 187 durch Kinder unter 14 Jahren, war weiter zu erfahren. Damit sei der Anteil der straffällig gewordenen Kinder und Jugendlichen im Vergleich zu den Vorjahren weiter zurückgegangen. Die Jugendschutzkontrollen zeigten offenbar Wirkung, so Jordan. Er verwies auf gemeinsame Kontrollen von speziell ausgebildeten Jugendsachbearbeitern der Osterholzer Dienststelle mit Angehörigen von Jugendschutzbehörden etwa beim letztjährigen Hammefest sowie bei mehreren Schützen- und Erntefesten. Dabei seien immer wieder Kinder mit hochprozentigen 'Begleitern' angetroffen worden.

Wachsende Internetkriminalität

Alkoholtestkäufe hätten gezeigt, wie leicht Kinder und Jugendliche an Alkohol kommen könnten, und deshalb würden solche Kontrollen auch in der Zukunft erfolgen, kündigte der Inspektionschef an. Auch Eltern und Bildungseinrichtungen müssten sich weiter an der Prävention beteiligen.

Bei den 263 bearbeiteten Gewaltdelikten (2008 waren es 265) sei der Anteil der beteiligten Jugendlichen erfreulicherweise zurückgegangen, teilten Jordan und seine Kollegen weiter mit - von 77 auf 48. Bei den Kindern indes sei die Täterzahl von 12 auf 14 leicht angestiegen.

Als 'herausragendes Gewaltdelikt' erinnerten die Beamten an die Ermordung eines 45-jährigen Libanesen, der zusammen mit der 42-jährigen Inhaberin eines Blumengeschäftes in Schwanewede niedergeschossen wurde. Der Mann erlag seinen Verletzungen, die Frau wurde schwer verletzt. Die Mordkommission ermittelte zwei Tatverdächtige (wir berichteten).

Von den 52 in 2009 im Landkreis registrierten Raubdelikten gingen nachweislich fünf auf das Konto einer jugendlichen Tätergruppe aus Ritterhude und Bremen, die es auf Spielhallen abgesehen hatten. Insgesamt ging die Zahl der Überfälle im Vergleich zu 2008 um zehn Fälle zurück.

Die Polizei bearbeitete zudem 2805 Einbrüche, 1146 einfache und 1659 schwere Fälle. 235 Mal wurde im Landkreis in Wohnungen und Wohnhäuser (2008 waren es 219 Fälle), 353 Mal in Fahrzeuge (227) eingebrochen. Die Kriminalstatistik 2009 weist weiter 862 Betrugsdelikte aus, hundert weniger als im Vorjahr.

Die Internetkriminalität (etwa das 'Hacken' von Benutzerzugängen) nahm indes zu - 273 Taten registrierte die Polizei im vergangenen Jahr.

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