Neunjährige liefen mit Fußballprofis ins Weserstadion ein

Aufregende Minuten mit Naldo als Souffleur

Bremen·Worpswede·Tarmstedt. Fußballfelder sind den beiden Jungen bestens vertraut. An das Fußballfeld aber, das die beiden am Samstag betreten durften, werden sie noch lange zurückdenken. Bjarne und Noah sind ins Weserstadion eingelaufen - an der Hand der Profis.
08.03.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ulrike Schumacher
Aufregende Minuten mit Naldo als Souffleur

Bjarne Müller an der Hand des Werder-Spielers Naldo.

CARSTEN HEIDMANN

Bremen·Worpswede·Tarmstedt. Fußballfelder sind den beiden Jungen bestens vertraut. Schließlich ist Kicken ihre Leidenschaft. Und die pflegen Bjarne Müller aus Worpswede und Noah Rothfuchs aus Tarmstedt als Mittelfeldspieler in ihren Vereinen. Der eine beim TSV Eiche Neu Sankt Jürgen, der andere beim TuS Tarmstedt. An das Fußballfeld aber, das die beiden Neunjährigen am Sonnabendnachmittag betreten durften, werden sie noch lange zurückdenken. Bjarne und Noah sind ins Weserstadion eingelaufen - an der Hand der Profis.

Bjarne hat es noch ein paar Stunden danach fast die Sprache verschlagen. Aber eigentlich braucht es auch nicht viele Worte, wenn ein einziges, kurzes ausreicht, um ein großes Gefühl auszudrücken: 'Cool!' Auch Noah ist noch ganz beseelt von dem, was er am Nachmittag erlebt hat. 'Das war ganz kribbelig im Bauch', berichtet der Junge, 'ich bin immer noch aufgeregt.' Beide waren kürzlich ausgelost worden, die Fußballprofis beim Heimspiel Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart beim Einlaufen ins Weserstadion begleiten zu dürfen. WESER-KURIER, BREMER NACHRICHTEN und die Volkswagen AG hatten gemeinsam zu der Aktion aufgerufen.

Er habe für seinen Sohn eine Mail geschrieben, erinnert sich Heiko Müller, dann aber nicht weiter daran gedacht. 'Man macht da mit, aber man macht sich keine Hoffnung.' Umso größer war dann die Freude im Hause Müller, als das Telefon klingelte und jemand von VW anrief und erzählte, Bjarne sei ausgelost worden. Ähnlich war es in Tarmstedt. Hier bekam Familie Rothfuchs die Nachricht, dass ihr Sohn Noah vom WESER-KURIER ausgelost wurde und als Begleitjunge dabei sein darf.

Und so wurde es für die beiden Kinder schon anderthalb Stunden vor dem Anpfiff spannend. Halb vier sollte das Spiel losgehen, um zwei gaben Martin Rothfuchs, der den Verein für seine professionelle Vorbereitung lobt, und Heiko Müller ihre Söhne in die Obhut von Werder Bremen. 'Wir mussten das Einlaufen ja erst mal üben', berichten die beiden Jungen. Mehrere Testläufe standen an, bevor die Kinder sich in der Kabine rote Trikots und Stutzen überstreifen konnten. Rot gab beim Spiel den Ton an, weil Werder Bremen die internationale Kampagne 'RED' gegen die Immunschwächekrankheit Aids in Afrika unterstützt - auch der Ball rollte am Sonnabend rot-weiß übers Spielfeld.

Dann sollte sich für die Kinder die Frage aller Fragen entscheiden. Das wäre ja das Größte, an der Hand des absoluten Favoriten unter den Kickern ins Stadion laufen zu dürfen. 'Ich wollte gern neben Pizarro oder Naldo gehen', erzählt Noah. Doch seinen Part an diesem Sonnabend spielte er auf der gegnerischen Seite - neben Sami Khedira. Gefiebert hat Noah dann aber trotzdem für die Fußballer von der Weser, was sich ja auch gelohnt hatte.

'Winken' und 'Weglaufen'

Bjarne durfte mit den Werderanern einlaufen. 'An der Seite des baumlangen Naldo', erzählt der Vater stolz. Gewünscht hatte sich sein Sohn allerdings, 'Özil oder Hunt oder Marin oder Pizarro' begleiten zu dürfen. Doch das war vergessen, als Bjarne neben all den Stars auf dem Spielfeld stand. 'Ich glaube, Naldo hat mich ein bisschen angeguckt.' Und zweimal habe er auch etwas zu ihm gesagt, nämlich 'winken' und 'weglaufen'.

So hatte der Werder-Profi dem Jungen aus Worpswede bei dessen Auftritt also ein wenig souffliert. Ging ja auch alles so schnell: Einlaufen, sich im Mittelkreis aufstellen und zu beiden Seiten die Zuschauer begrüßen. Nach einer Minute, schätzt Bjarne, war alles vorbei. 'Höchstens drei Minuten', so denkt auch der Vater, hatte der erlebnisreiche Einsatz der Kinder gedauert. Aber was dann kam, war auch nicht schlecht.

Von der ersten Reihe aus durften die Kinder das Spiel verfolgen. In der Reihe dahinter saßen ihre Eltern. Heiko Müller geht öfter ins Stadion, aber 'so weit vorn habe ich noch nie gesessen'. So nah dran an den Spielern, das werden die Jungen so schnell nicht vergessen. 'Wenn von unserer Seite eine Ecke geschossen wurde, hätten wir sie fast berühren können.'

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