Skepsis wegen Bebauungsdichte Ausschuss billigt Vertragsentwurf

Worpswede (msö). Das Worpsweder Wohnprojekt „Südlich Im Rusch“ ist auf dem Weg zu seiner Realisierung einen großen Schritt vorangekommen. Der Ausschuss für Umwelt, Planung und Infrastruktur gab dem Entwurf für den Städtebaulichen Vertrag, der zur Bebauung einer alten Hofstelle zwischen der Gemeinde und dem Investor, der Bremer Morgenbau GmbH, geschlossen werden soll, ohne Gegenstimme seinen Segen.
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Von Michael Schön

Das Worpsweder Wohnprojekt „Südlich Im Rusch“ ist auf dem Weg zu seiner Realisierung einen großen Schritt vorangekommen. Der Ausschuss für Umwelt, Planung und Infrastruktur gab dem Entwurf für den Städtebaulichen Vertrag, der zur Bebauung einer alten Hofstelle zwischen der Gemeinde und dem Investor, der Bremer Morgenbau GmbH, geschlossen werden soll, ohne Gegenstimme seinen Segen.

Auf dem knapp 12 000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Böttjerschen Hofs an der Ecke Im Rusch/Sophie-Bötjer-Weg sollen 33 Wohneinheiten entstehen, mit Doppel-, Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern, heterogen auch im Stil und in der Materialauswahl. Nachdem die ersten Pläne des Bremer Planungsbüros Instara im Ausschuss wenig Gegenliebe gefunden hatten, lösten die überarbeiteten Entwürfe, mit denen der Versuch einer stärkeren Ausrichtung nach dem „Genius Loci“, dem Geist des Ortes, unternommen worden ist, bei einigen Ausschussmitgliedern sogar helle Begeisterung aus.

Skeptisch blieb freilich die Unabhängige Wählergemeinschaft Worpswede (UWG). Hans Ganten sah sich schon durch die „euphemistische“ Typenbezeichnung „Worpsweder Häuser“ in seinem Argwohn bestätigt, der in erster Linie aber von der vorgesehenen Bebauungsdichte herrührte. Auch mit der im zweiten Entwurf reduzierten Zahl der Wohneinheiten von 38 auf 33 würde das neue Quartier nicht in die Umgebung passen. Möglichkeiten, preiswerten Wohnraum zu schaffen, gebe es in Worpswede an anderer Stelle.

Während CDU-Mann Karl-Friedrich Schröder hervorhob, dass die im Ausschuss anwesenden Planer – den Einwänden des Ausschusses folgend – nachgebessert hätten, verwies Andreas Uphoff (SPD) auf neue Entwicklungen auch in der Gesetzgebung, die auf einen geringeren Flächenverbrauch zielten. Dafür machte er aber umso mehr Bedenken wegen der zu erwartenden Verkehrsbelastung geltend, die wiederum auch Jochen Semken (UWG) hegte. Auch die Ergebnisse des von der Morgenbau AG in Auftrag gegebenen Verkehrsgutachtens konnten nicht alle Zweifel ausräumen, zumal Uphoff zudem vermutete, dass die Messungen in den Ferien vorgenommen worden seien. Das freilich wurde von den Vertretern der Verwaltung verneint. Auch wegen der Exklusivität des Baugebiets rechnet der Ausschuss damit, dass „es Jahre dauern kann“, bis alle Wohnungen verkauft sind. Was aber, wenn das Projekt ins Stocken gerät oder scheitert? Bleibt dann die Kommune Herrin des Geschehens? Der Ausschuss wünschte, dass im Bebauungsplan für diesen Fall entsprechende juristische Absicherungen festgeschrieben werden sollen.

Einigen Besuchern gingen die dem Investor auferlegten „Hausaufgaben“ nicht weit genug: Sie verließen die Ratsdiele schimpfend und knallten die Türen.

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