Ritterhudes Baupolitiker wollen neue Regelung für Louis-Seegelken-Straße Ausschuss will Einbahnstraße

Sie trennt die Bundesländer Bremen und Niedersachsen voneinander. Und sie ist seit Jahren eine Ärgernis für Anwohner wie Verkehrsteilnehmer: die Louis-Seegelken-Straße. Auf einem Teilstück am Rande von Platjenwerbe soll sie jetzt zur Einbahnstraße umgewandelt werden. Dieser Empfehlung der Rathausverwaltung hat der Bauausschuss des Gemeinderats Ritterhude nun zugestimmt.
06.03.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Grunewald

Sie trennt die Bundesländer Bremen und Niedersachsen voneinander. Und sie ist seit Jahren eine Ärgernis für Anwohner wie Verkehrsteilnehmer: die Louis-Seegelken-Straße. Auf einem Teilstück am Rande von Platjenwerbe soll sie jetzt zur Einbahnstraße umgewandelt werden. Dieser Empfehlung der Rathausverwaltung hat der Bauausschuss des Gemeinderats Ritterhude nun zugestimmt.

Benannt nach dem ehemaligen Lesumer Ortsvorsteher (1860 bis 1948) schlängelt sich die Louis-Seegelken-Straße zwischen Platjenwerbe und Burglesum als kurvenreiches Band von der Bördestraße bis zum Holthorster Weg. Besonders prekär ist die Situation auf dem Abschnitt zwischen dem Dorfeingang von Platjenwerbe in Höhe Rotdornallee und dem Dorfausgang an der St.- Magnus-Straße. Hauptgrund: Der Verkehr rund um die Diakonische Stiftung hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Gefährdet sind vor allem Fußgänger und Radfahrer, weil es auf dem Abschnitt zwischen dem kleinen Umspannwerk der Stadtwerke Bremen und der Einmündung Holthorster Weg /St.-Magnus-Straße weder Rad- noch Fußweg gibt. Und viele Autofahrer beachten weder die Halteverbotsschilder noch das Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde. Zudem kommt der Verkehr nahezu komplett zum Erliegen, wenn die körperbehinderten Schüler mit Transportfahrzeugen zur Paul-Goldschmidt-Schule gebracht und wieder abgeholt werden.

Einig mit Beirat Burglesum

Vom Umspannwerk in Richtung Holthorster Weg soll die Louis-Seegelken-Straße nun in eine Einbahnstraße umgewandelt werden. Das empfiehlt der Bauausschuss des Ritterhuder Rates und er weiß sich im Grundsatz einig mit Beirat und Ortsamt Burglesum sowie mit dem Amt für Straßen und Verkehr in Bremen. Doch bevor eine neue Verkehrsregelung in Kraft treten kann, müssten der mit Schlaglöchern übersäte Holthorster Weg zwischen Louis-Seegelken-Straße saniert und die künftige Einbahnstraße mit einem Fußweg markiert werden, heißt es in der Beschlussvorlage der Rathausverwaltung. Kosten entstehen der Gemeinde nicht: Die soll das Bremer Amt für Straßen und Verkehr übernehmen.

Einen anderen Verkehrsbrennpunkt gibt es im Ortsteil Lesumstotel. Die Straße Am Weißen Rieden, so Alfred Preuss vom Seniorenbeirat, werde laut Anwohnern trotz Verbots zunehmend von schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen frequentiert und kaputt gefahren. Die hätten dort wegen ihres Gewichts aber gar nichts zu suchen. Zudem, so ein Anrainer während der jüngsten Ausschusssitzung, werde auch die Tempobegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde kaum beachtet. Während Bürgermeisterin Susanne Geils ein Schreiben an die Landwirte richten will, sprach SPD-Fraktionschef Jürgen Kuck von einem Fall für die Polizei.

Ein Fall für Bauamtsleiter Günter Schotge ist unterdessen die Klage des Seniorenbeirats über das Kopfsteinpflaster auf den Straßen rund ums Ritterhuder Rathaus. Es bereite älteren Menschen Probleme, die auf einen Rollator als Gehhilfe angewiesen seien. Einen Vorschlag zur Lösung des Problems habe man nicht, räumte Alfred Preuss ein. Bauamtsleiter Schotge ist nach eigenen Worten stolz auf das Kopfsteinpflaster, weil es die historischen Strukturen der Hammegemeinde widerspiegele. Es werde auf gar keinen Fall herausgerissen, unterstrich der Bauamtsleiter, der nun prüfen lassen will, ob die Verfugung der Steine geglättet werden kann.

Einen Korb handelten sich schließlich die Grünen im Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt ein. Sie machten sich für einen Arbeitskreis stark, der Möglichkeiten zur Senkung der Kosten für die öffentliche Beleuchtung sondieren soll. Damit man gewappnet sei, wenn 2019 der Vertrag mit den Stadtwerken auslaufe und neue Verhandlungen anstünden, begründeten Frank Lürßen und Jörn Rürup.

Damit beschäftige sich die Verwaltung ständig, erwiderte Günter Schotge und rechnete vor: „Von 2006 bis 2014 wurden rund 600 000 Euro in die Modernisierung der Beleuchtung investiert und der Rat vorher regelmäßig involviert.“ Folgerte Waldemar Orthmann: „Was soll also ein zusätzlicher Arbeitskreis?“ Die Grünen verzichteten schließlich auf eine Abstimmung.

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