Bauausschuss

Baugebiet fällt deutlich kleiner aus

Alle Fraktionen stimmen im Rahmen des Bau- und Planungsausschusses dem verkleinerten Neubaugebiet „Eickedorfer Vorweiden“ zu.
26.09.2017, 17:01
Lesedauer: 3 Min
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Baugebiet fällt deutlich kleiner aus
Von Undine Zeidler
Baugebiet fällt deutlich kleiner aus

Protest auf der Baustelle

Paul Zinken, picture alliance / dpa

Grasberg. „Da ist anscheinend etwas Interessantes in der Sitzung“, begrüßte der Ausschussvorsitzende Klaus Feldmann die fast 30 Zuhörer im Ratssaal zur Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. Welches Thema das war, zeigte sich bereits in der Einwohnerfragestunde: das Baugebiet „Eickedorfer Vorweiden“. Gegenüber den anfänglichen Planungen deutlich verkleinert, nunmehr mit der Fahrzeuganbindung über die Eickedorfer Straße und mit dem Zusatz, dass es eine Fuß- und Radverbindung zum Findorffhof geben solle und einen drei Meter breiten Räumstreifen am Schiffgraben, votierten die Ausschussmitglieder einstimmig für die Änderung des Flächennutzungsplanes und den Bebauungsplan. Die Außenbereichssatzung Meinershauser Straße und die Änderungen des Flächennutzungsplanes für die Rautendorfer Landstraße 31 passierten den Ausschuss ebenfalls einstimmig, und beide stehen auf der Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 28. September, ab 20 Uhr im Ratssaal.

„Klein aber fein, nur mit Radweg“, kommentierte Sabine Alpers von den Grünen das Konzept der Eickedorfer Vorweiden. Anfang März 2017 hatte der Verwaltungsausschuss die Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen. Am 30. Mai folgte eine Bürgerversammlung, auf der es Einwände gab, am 8. Juni kam durch den Landkreis Osterholz „der die weiteren Planungen am schwersten belastende Einwand“, so die Sitzungsvorlage. Große Teile des geplanten Baugebiets befinden sich im Vorranggebiet „Ruhige Erholung in Natur und Landschaft“ des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP). Daran knüpfte in der Sitzung nochmals ein Grasberger an. Bürgermeisterin Marion Schorfmann und anschließend Udo Lohreit vom Planungsbüro Instara führten dazu aus, dass dieses Erholungsgebiet „nicht parzellenscharf“ an die vorhandene Wohnbebauung anschließe. Dies lasse einen Spielraum von etwa 50 Meter zu, so Lohreit. In Gesprächen mit dem Landkreis sei eine Lösung gefunden worden. Die heißt 69 Meter. So tief soll das neue Baugebiet werden, zuzüglich rund zehn Meter für Straße, Parken und Randgrün.

Auch die Gesamtfläche des Baugebiets wurde deutlich verkleinert, von 9,5 auf 4,9 Hektar, so Lohreit. In L-Form soll es sich künftig an die derzeit vorhandene Siedlungsstruktur „anschmiegen“, und eine Straße mit Alleen-Charakter soll ebenfalls dem Erholungscharakter Rechnung tragen. Diese neue, verkleinerte Form berücksichtigt außerdem die unter anderem von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen vorgetragenen möglichen Erweiterungsabsichten eines landwirtschaftlichen Betriebes und die damit verbundenen Immissionswerte für Geruch. Auch dazu zeigte der Instara-Planer in seiner Präsentation Skizzen. Demnach werde selbst bei der geplanten Erweiterung des Betriebs an keiner Stelle im Baugebiet der zulässige Immissionsgrenzwert von zehn Prozent überschrittenen.

Optisch sollen die neuen Einzel- und Doppelhäuser an das benachbarte Baugebiet Findorffhof anknüpfen. Maximal neun Meter hoch, mit einem Vollgeschoss und 30 Prozent der Grundstücksfläche, die versiegelt werden darf, so Udo Lohreit. Weil ein Teil der Grundstücke an den Schiffgraben angrenzt, fragte ein Grasberger in der Fragestunde nach dessen Räumung. Die Ausschussmitglieder einigten sich abweichend von der Sitzungsvorlage auf einen Räumstreifen von drei Metern. Dies erlaube, den Graben mit kleinem Gerät zu räumen. Für die Durchlässigkeit des Baugebiets mahnten Sabine Alpers (Grüne) und Karl-Heinz Thimm (SPD) einen Fuß- und Radweg an. Für die CDU-Fraktion bestätigte Henning Detjen, dass man sich nochmals intensiv mit dem Immissionsgutachten befasst habe und keine Bedenken bezüglich der vorliegenden Planungen habe.

Nicht neu gebaut, sondern nur neu geordnet werden solle das Grundstück Rautendorfer Straße 31, so Feldmann. Dem Grundstück des Gartenbaubetriebs Bolte waren drei Tagesordnungspunkte gewidmet. Instara-Mitarbeiterin Antonia Brendel trug den Plan und die Auswertung der öffentlichen Auslegung für das 1,3 Hektar große Areal vor. Am Ende stimmten alle Ausschussmitglieder für die Änderung des Flächennutzungsplanes, den vorhabenbezogenen Bebauungsplan und eine Änderung der örtlichen Bauvorschriften für diesen Bereich.

Ebenfalls Zustimmung fand die veränderte Außenbereichssatzung Meinershauser Straße. Diese betreffe 21 von 50 Baustandorten, so Udo Lohreit von Instara. Insgesamt erlaubt die neue Außenbereichssatzung 33 weitere Baufenster. Damit weicht die Gemeinde von der Meinung des Landkreises ab, der weniger Wohneinheiten pro Hofstelle anvisiert hatte. Doch die Planungshoheit liege bei der Gemeinde, betonte Bürgermeisterin Marion Schorfmann, und man sehe den Bedarf. „Sonst werden das irgendwann Geisterdörfer“, merkte Klaus Feldmann an.

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