Kreditinstitut nimmt mit neuem Service vor allem die ältere Kundschaft ins Visier / Diskrete Übergabe garantiert Bei Anruf in der Kreissparkasse kommt Bares ins Haus

Landkreis Osterholz. Dienst am Kunden wird zum Dienst beim Kunden: Die Kreissparkasse Osterholz bietet Hausbesuche an, damit beispielsweise in der Mobilität eingeschränkte Kontoinhaber Bargeld empfangen oder andere Dienstleistungen des Kreditinstitutes – wie Überweisungen oder die Änderung von Daueraufträgen – in Anspruch nehmen können.
30.04.2016, 00:00
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Von Michael Schön

Dienst am Kunden wird zum Dienst beim Kunden: Die Kreissparkasse Osterholz bietet Hausbesuche an, damit beispielsweise in der Mobilität eingeschränkte Kontoinhaber Bargeld empfangen oder andere Dienstleistungen des Kreditinstitutes – wie Überweisungen oder die Änderung von Daueraufträgen – in Anspruch nehmen können.

„Es geht nicht nur um die Baufinanzierung, sondern um ganz alltägliche Dinge. Wir bieten das Vollsortimenter-Programm“, verspricht Abteilungsdirektor Marcus Tscheu. Vorstandsvorsitzender Ulrich Messerschmidt nennt den neuen Service etwas salopp „Geld auf Rädern“.

Für die Vor-Ort-Dienstleistung zahlt der Kunde 5,90 Euro pro Besuch. Die monatliche Grundgebühr beträgt bei dem neuen Kontomodell „Giro Service“ 12,90 Euro. Das Verfahren nimmt sich recht simpel und unkompliziert aus: Der Kunde wählt die 0 47 91 / 15-0, die Nummer des Service-Centers, und gibt seine Wünsche an. Nach erfolgter Legitimationsprüfung wird der Wunsch an die für den Kunden zuständige Filiale weitergeleitet und ein Termin für den Hausbesuch vereinbart. Das Geld werde, wenn gewünscht, schon am nächsten Tag beim Kunden sein, garantiert die Kreissparkasse.

Für den Geldbringdienst gibt es eine Obergrenze von 1000 Euro pro Lieferung. Die Übergabe erfolgt diskret. Um keine, so Messerschmidt, Begehrlichkeiten zu wecken, kreuzt der Mitarbeiter – kein Bote, sondern ein Kundenberater – nicht in einem Sparkassenmobil, sondern in einem ganz gewöhnlichen Pkw auf. Er ist mit einem Sicherheitsausweis ausgestattet, obwohl das Verfahren auch so schon wasserdicht sei, wie der Vorstandsvorsitzende versichert.

Die Kreissparkasse bietet den Service, für den sie in Norddeutschland bisher Exklusivitätsrechte beansprucht, vom 1. Mai an. Messerschmidt gibt zu, dass sich nach der Schließung von Filialen und der Umwandlung von schwächer frequentierten Standorten besonders im ländlichen Raum Lücken im Service-Netz aufgetan hätten, die auch das Sparkassenmobil nicht hätte schließen können.

Als wichtigste Zielgruppe nimmt die Kreissparkasse mit ihrem Angebot ältere Menschen ins Visier, die auf eine persönliche Betreuung Wert legen oder auch auf eine solche angewiesen sind. Gerechnet wird auch mit einer Klientel, die die Dienstleistung nach einem Unfall oder einer Erkrankung temporär in Anspruch nimmt. Messerschmidt glaubt, dass etwa zehn Prozent der insgesamt 100 000 Kunden das Angebot nachfragen werden.

Im Idealfall ist der Mitarbeiter dem Kunden bereits persönlich bekannt. Messerschmidt nimmt exemplarisch einen Anrufer aus Adolphsdorf an, den dann ein Mitarbeiter aus Grasberg aufsuchen würde. Möglicherweise auch außerhalb der Geschäftszeiten. Die Kreissparkasse weist daraufhin, dass der neue Service nicht kostendeckend arbeitet. „Die von uns erhobene Gebühr ist als Anfahrtspauschale zu sehen, mit dem das Angebot subventioniert wird“, sagt Messerschmidt. Er verweist aber auf den öffentlichen Auftrag, in dem die Sparkassen handeln, auf die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank und auf nicht mehr rentable Standorte. „Das alles erfordert neue Vertriebskonzepte, die es uns gestatten, in der Fläche zu bleiben.“

Die Kreissparkasse erhofft sich von dem neuen Service auch „das eine oder andere Geschäft“. Er soll laut Messerschmidt aber vor allem als Instrument der Kundenbindung dienen.

Immer mehr Kontoinhaber der Sparkasse, inzwischen rund 50 Prozent, regeln ihren Zahlungsverkehr übers Online-Banking und kommen daher immer seltener in die Filialen. Messerschmidt: „Wir sind in einem neuen Zeitalter der Dienstleistungsmentalität angekommen.“ Anders ausgedrückt: Es gibt jetzt das „Essen auf Rädern“ auch mit Geld.

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